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Falsche Lohnsteuerberechnung als Arbeitgeber

| 06.01.2013 12:06 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


16:37

Ich bin selbständiger Handelsvertreter (HGB84) und beschäfige seit 2004 Angestellte in der Gleitzone 1 (unter 800,-EUR). Meine Einkommenssteuer/EÜ/GSt und die Gehaltsabrechnungen habe ich immer selbständig durchgeführt. (Steuerprüfung in 2008 korrekt) Da die erste Angestellte (Lohn 700,- EUR) die Lohnsteurklasse 2 hatte, fiel auch keine Lohnsteuer an. Die zweite Angestellte begann die Beschäftigung mit Lohnsteuer-Klasse 3. In der Gleitzone 1 mit 700,- EUR, also auch Lohnsteuer frei. Zwischenzeilich hat Sie (und Ihr Mann) die Steuerklasse geändert, in Lohnsteuer-Klasse 5. Bei der Lohnabrechnung habe ich das leider nicht korrigiert, da ich durch falsche Informationen, immer davon ausging, daß in der Gleitzone 1 unter 800,- das Einkommen steuerfrei ist. Nun habe ich zu Jahresbeginn 2013 eine neue Angestellte mit Lohnststeuerklasse 5 eingestellt und habe die Steuerpflicht festgestellt. Nun stelle ich fest, daß für die vorrige Angestellte eine Lohnsteuer hätte abgeführt werden müssen. Die Angestellte arbeitet schon seit 01.08.2010 nicht mehr bei mir. Da nie eine Lohnsteuer angemeldet wurde, hat das Finanzamt auch keine Kenntnis davon. Es wurden alle sonstigen Sozialabgaben und Berufsgenossenschaftbeiträge korrekt abgeführt und von der Rentenkasse in 2012 als korrekt geprüft. Es wurde lediglich keine Lohnsteuer abgeführt - diese aber als überhöhtes Gehalt an den MA ausgezahlt. Wenn die ehemalige Mitarbeiterin und Ihr Mann eine Lohnsteuerklärung gemacht haben (bei LstKl. 3 + 5 sollten sie das) , sollte sich das durch Steuernachzahlung geklärt haben. Wenn nicht? Was mache ich nun. Sollte ich mich selbst beim Finanzamt melden oder lieber nicht. Die Steuerschuld liegt doch bei beiden Parteien, ich als Abführungspflichtiger Arbeitgeber und die Mitarbeiterin als Lohnsteuerpflichtige.
Danke für Ihre Anwort.

06.01.2013 | 13:20

Antwort

von


(248)
Blücherstraße 64
25336 Elmshorn
Tel: 041217891138
Web: http://www.anwalt-domke.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten möchte:

Eine nachträgliche Korrektur der falschen Lohnsteuerbescheinigung ist nicht mehr möglich.
Grundsätzlich hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Erstellung einer korrekten Lohnsteuerbescheinigung und Sie müssen diese ändern. Allerdings ist nach § 41 c Abs. 3 EstG dieses nur bis zum Ende des Dienstverhältnisses zulässig.

Diese Norm gibt in Abs. 4 auch vor, was in diesen Fällen zu tun ist: „Der Arbeitgeber hat die Fälle, in denen er die Lohnsteuer nach Absatz 1 nicht nachträglich einbehält oder die Lohnsteuer nicht nachträglich einbehalten kann, weil
1. der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber Arbeitslohn nicht mehr bezieht oder
2. der Arbeitgeber nach Ablauf des Kalenderjahres bereits die Lohnsteuerbescheinigung übermittelt oder ausgeschrieben hat,
dem Betriebsstättenfinanzamt unverzüglich anzuzeigen. Das Finanzamt hat die zu wenig erhobene Lohnsteuer vom Arbeitnehmer nachzufordern, wenn der nachzufordernde Betrag 10 Euro übersteigt."

Das bedeutet, Sie müssen in der Tat dem Finanzamt das Versehen anzeigen. Weitere Konsequenzen als eine Nachzahlung haben Sie nicht zu fürchten, da Sie erstens selbst auf das FA zugehen und Ihnen zweitens der Vorsatz fehlte.

Nach § 42 d EStG sind Sie als Arbeitgeber in der Haftung, allerdings dürfte es sich nicht um allzu große Summe handeln, die nachzuzahlen sind.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:



Rechtsanwältin Maike Domke

Rückfrage vom Fragesteller 06.01.2013 | 14:04

Vielen dank für Ihre kompetente Antwort:

Sie schreiben: ... vom ARBEITNEHMER nachzufordern

und ich als Arbeitgeber eine Nachzahlung zu leisten. Handelt es sich dabei um eine Nachzahlungsgebühr (oder so ähnlich) meist um 10%

Wäre das korrekt?

Danke

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 06.01.2013 | 16:37

Sehr geehrter Ratsuchender,

wenn tatsächlich im Rahmen der ESt noch nicht aufgefallen ist, dass das Einkommen zu versteuern ist, sind Sie und der Arbeitnehmer grundsätzlich Gesamtschuldner.

Ich denke aber, dass eine Steuernachzahlung bereits bei der Einkommensteuer erfolgt sein wird. Unter Umständen sind dann die von IHnen angesprochenen Säumniszuschläge von Ihnen zu zahlen.

MfG
Maike Domke
- Rechtsanwältin -

Bewertung des Fragestellers 08.01.2013 | 08:14

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