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Falsche EIngruppierung

24.03.2019 08:14 |
Preis: 25,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


14:35
ich bin von Beruf Friseur und seit 1998 ausgelernt. Seit dem 01.03.2018 bin ich für ein Friseur Filialunternehmen in NRW tätig mit Hauptsitz in Hamburg.
Ich bin inoffiziell stellv. Salonleitung was vertraglich nicht festgelegt ist.
Derzeit habe ich ein Bruttogehalt von 1600€ bei einer 38 Std Woche was nach Tarifvertrag des Landes NRW die VG 1 wäre, dieser bezieht sich auf eine 39,5 Std Woche. Nach Überprüfung meinerseits, bin ich der Meinung das ich hier falsch eingruppiert bin denn ich sehe mich hier in der VG3 was laut TV ein Brutto Lohn auf eine 38 Std Woche bei 1900€ befindet ! Das macht einen Unterschied von 300€ aus.

Zitat TV: "Vergütungsgruppe 3 Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer mit Gesellenprüfung im Friseurhandwerk, die selbstständig arbeiten und die im modernen Friseurbetrieb verlangten Leistungen und Fachberatungen (siehe Vergütungsgruppen 1a und 2) professionell beherrschen.Unter „professioneller Beherrschung" wird z. B. Mitarbeitereinteilung, Mitgestaltung des Betriebsablaufs oder Maßnahmen der Verkaufsförderung verstanden."

Mein Arbeitgeber teilte schon immer wieder mal mit, dass der Betrieb nicht soviel abwirft, ich bin aber der Meinung das ist das Risiko des Arbeitgebers.
Der TV für NRW ist allgemein verbindlich d.h. ja der AG muss letztlich diesen Lohn zahlen, oder verstehe ich was falsch ?

Jetzt hatte ich Anfang März per Mail angemerkt aber zu einer Auseinandersetzung damit kam es noch nicht. Ich überlege das ganze jetzt schriftlich einzufordern

Für eine Rückmeldung Ihrerseits wie ich mich weiter verhalten soll bzw. wie Sie die Sache einschätzen freue ich mich !
24.03.2019 | 09:37

Antwort

von


(23)
Martin-Hoffmann-Str. 13
12435 Berlin
Tel: 03053213330
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Da der Tarifvertrag für das Friseurhandwertk in NRW für allgemeinverbindlich erklärt wurde, muss Ihr Arbeitgeber die dort festgelegten Vergütungshöhen einhalten.

Ihrer Schilderung nach kann es sein, dass Sie in die von Ihnen genannte höhere Entgeltgruppe gruppiert werden müssten. Eine genaue Prüfung ist an dieser Stelle für mich nicht möglich, da dafür Detailfragen eine Rolle spielen (s.u.).

Um eine höhere Gruppierung zu erreichen, können Sie Klage auf Feststellung der Eingruppierung in die höhere Vergütungsgruppe einreichen, möglicherweise auch gleich zusammen mit einer Leistungsklage auf Zahlung der entsprechend höheren Vergütung.

Maßgeblich ist die im Arbeitsvertrag bezeichnete oder vom Arbeitgeber im Rahmen seines Direktionsrechts zugewiesene Aufgabe. Das heißt, letztich entscheidend ist die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit.

Eine Klage auf Höhergruppierung muss ausführlich begründet sein:

Ich empfehle Ihnen, eineN AnwältIn zu beauftragen, da diese Begründung sehr sorgfältig erfolgen sollte. Möglicherweise würde auch Wirkung erzielt, wenn Ihr Arbeitgeber ein professionelles, nach den genannten Kriterien begründetes Schreiben mit der Drohung einer Klage erhalten würde

Vorbehaltlich möglicher vertraglicher Ausschlusfristen besteht auch ein Anspruch auf rückwirkende höhere Bezahlung ab dem Zeitpunkt, seit dem Sie diese Tätigkeiten ausüben. Sie sind allerdings beweispflichtig dafür, dass und seit wann Sie diese Tätigkeiten ausüben.

Es ist sinnvoll, wenn Sie bereits jetzt beginnen, täglich Aufzeichnungen zu machen über die von Ihnen ausgeführten Tätigkeiten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin Dr. Stefanie Kremer


Rechtsanwältin Dr. Stefanie Kremer

Nachfrage vom Fragesteller 24.03.2019 | 09:43

Danke für die Antwort ich würde meinen AG gern folgendes Schreiben mitteilen:

mein dezeitiger Bruttolohn beträgt bei einer 38std. Woche 1600,00€, dass wäre nach Tarifuertrag des Landes NRW die Vergütungsgruppe 1a.
Gem. Tarifvertrag steht mir mind. die Vergütungsgruppe 3 zu was bei einer 38 Std. Woche ein Bruttolohn von 1 900,05€ entspricht.
"Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer
mit Gesellenprüfung im Friseurhandwerk, die selbstständig arbeiten und die im modernen Friseurbetrieb verlangten Leistungen und Fachberatungen {siehe Vergütungsgruppe Ia und 2) professionell beherrschen. Unter n,professioneller Beherrschung" wird z. B. Mitarbeitereinteilung, lMitgestaltung des Betriebsablaufs oder Maßnahmen der Verkaufsföderung yerstanden."
Außerdem weise ich auf die Lohnsteigerung ab dem 01.06.2019 und ab dem 0'1.01.2020 hin.
Der Tarifvertrag vom 12.06.2018 trat am 01.07.2018 in Kraft und wurde mit Wirkung vom 14.09.2018 für allgemeinverbindlich erklärt.
lch fordere Sie daher auf die Höhergruppierung ab dem 01.05.2019 durchzuführen.
Um schriftliche Stellungnahme wird bis zum 29.03.2019 gebeten


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.03.2019 | 14:35

Sehr geehrter Fragesteller,

Ich empfehle Ihnen, in Ihrem Schreiben den einzelnen Merkmalen der Vergütungsgruppe 3 genauer Ihre tatsächlich ausgeübten Tätigkeiten gegenüberzustellen.

1. Sie sollten zunächst darauf hinweisen, dass Sie die in der Vergütungsgruppe 3 genannte formale Qualifikation (Gesellenprüfung) erfüllen.

2. Sie sollten ausführen, worauf Sie es stützen, dass Sie „selbstständig arbeiten", d.h. ohne direkte Anleitung, Aufsicht oder Weisung tätig sind. Dazu sollten Sie ausführen, welche Tätigkeiten Sie tatsächlich ausführen, die dieses Merkmal erfüllten.

3. Dann sollten Sie ausführen, welche Ihrer Tätigkeiten mindestens einem (oder auch mehreren) der genannten Regelbeispiele für eine „professionelle Beherrschung" entsprechen, also
- Mitarbeitereinteilung,
- Mitgestaltung des Betriebsablaufs,
- Maßnahmen der Verkaufsföderung.

Sie sollten konkret ausführen, bei welcher (zumindest beispielhaften) Gelegenheit Sie Tätigkeiten ausüben haben (bzw. üblicherweise ausüben), die jeweils einem bestimmten der tariflich genannten Regelbeispiele entsprechen.

Insbesondere falls Sie keine dieser Tätigkeiten ausüben, (aber auch, wenn Sie eine oder mehrere der Beispieltätigkeiten ausüben, dannn zusätzlich), sollten Sie ausführen, welche Ihnen übertragenen Tätigkeiten belegen, dass Sie Ihre Tätigkeit „professionell beherrschen".

4. Sie sollten darauf hinweisen, dass Sie die von Ihnen bis hierher genannten Tätigkeiten der Vergütungsgruppe 3 aufgrund einer übergeordneten Weisung des Arbeitgebers ausüben und auch nicht nur vorübergehend.

Im Übrigen denke ich, dass die Aussage Ihres Arbeitgebers, dass in Ihrem Betrieb nicht genug eingenommen wird, um Sie tarifvertragsgerecht zu entlohnen, auch bereits als ein Zugeständnis ausgelegt werden kann, dass Sie Ihrer tatsächlich ausgeübten Tätigkeit nach höher eingruppiert werden müssten. Die Frage ist natürlich, ob Ihr Arbeitgeber im Falle einer Meinungsdifferenz bzw. eines Rechtsstreits zu dieser Aussage steht. Richtig ist Ihre Einschätzung, dass es in den Risikobereich des Arbeitgebers fällt, genug einzunehmen, um die Mitarbeiter entsprechend einem anzuwendenden Tarifvertrag zu entlohnen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwältin Dr. Stefanie Kremer

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