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Falschberatung im 'Dieselskandal'

09.01.2019 10:49 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Dietrich


Mitte letzten Jahres habe ich mich entschieden, mich durch die J&C Anwaltskanzlei - vermittelt über die stark werbende Verbraucherhilfe 24 - im "Dieselskandal" vertreten zu lassen. Ich habe mich dazu entschieden, da es hier nicht um die Musterfeststellungsklage sondern um einzelne direkte Klagen ging und hier eine Erfolgsquote von 90% propagiert wurde. Ansonsten hätte ich schon damals meinen betroffenen Audi A6 3.0 TDI verkauft.

Nun, ein halbes Jahr und 50.000 km später muss ich konstatieren, dass dieses Mandat eine Katatstrophe ist. Der Email-Verkehr kann belegen, dass hier völlig inkompetent und planlos agiert wurde und wird. Permanent widersprachen sich die Sachbearbeiter selbst, dreimal wurde mir mitgeteilt, dass die Rechtsschutz keine Deckungszusage gibt und es dafür auch Vorgehensweisen gibt, ich müsse mich halt für eine entscheiden (was ich dann auch dreimal gemacht habe). Immer wenn ich zum Stand der Dinge nachgefragt habe, gab es jedesmal andere Aussagen. Im November letzten Jahres kontaktierte mich dann endlich ein Anwalt direkt und klärte mich auf, dass es nun in die zweite Instanz geht, spätestens im Januar (dem ersten Schreiben der Kanzlei wurde erwartungsgemäß von AUDI widersprochen). Zudem klärte mich der Anwalt nochmals auf, warum die Teilnahme an der Musterfeststellungsklage keine vernünftige Option und ziemlich sinnlos ist, das konnte ich fachlich-inhaltlich gut nachvollziehen.

Nun, Anfang Januar habe ich nachgefragt, wann es denn nun wie weitergeht. Da informierte mich eine Sachbearbeiterin zum vierten Mal, dass meine Rechtsschutz keine Deckungszusage gibt und es nun in die Musterfeststellungsklage geht. Als ich auf mein Gespräch mit dem Anwalt im November verwies, reagierte sie völlig verunsichert, sagte mir aber, dass sie das umgehend klären wird - der Anwalt sitzt ihr direkt gegenüber. Dieser ließ sich dann verleugnen (er müsse "dringed weg").

Ich habe nach diesem 7monatigen Chaos komplett das Vertrauen in diese Kanzlei verloren und sehe keine Erfolgsaussichten. Ich möchte das Mandat wegen völliger Inkompetenz, falscher Beratung und falscher Versprechen beenden. Allerdings ist mir dadurch letzten Endes ein zusätzlicher Schaden entstanden - wie gesagt, hätte ich sonst das Fahrezug schon Mitte letzten Jahres verkauft.

Welche Möglichkeiten habe ich hier?

Mit freundlicchen Grüßen

Frank Borchart

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Ich kann hier leider keine Falschberatung erkennen, die zu Ihren Gunsten Schadensersatzansprüche auslösen würde. Gemäß Ihrer Sachverhaltsschilderung ist das Verfahren insgesamt noch nicht abgeschlossen worden. Mangelnde Kommunikation mit dem Mandanten ist zwar schlecht für das Mandat, aber letztendlich ist entscheidend, ob die Kanzlei einen Fehler begangen hat, der sich auf den Ausgang Ihres Verfahrens negativ ausgewirkt hat. Dies wäre etwa der Fall, wenn Sie ohne Hinweis einen offensichtlich aussichtslosen Rechtsstreit führen und nach Niederlage vor Gericht die Kosten tragen. Im Dieselskandal gibt es aber einige Gerichte, die Ansprüche für die Käufer (u.a. komplette Rückabwicklung) zugesprochen haben. Aussichtslos war das Unterfangen daher nicht. Ein klarer Fehler wäre es auch, wenn eine Verjährungsfrist übersehen worden ist. Die Ansprüche gegen den VW Konzern sind etwa am 31.12.2018 verjährt. Hier war die Klage aber schon vor eingereicht worden für die erste Instanz.

Der Musterfeststellungsklage hätte man sich anschließen können, allerdings nicht sinnvollerweise, wenn man selbst schon ein eigenes Verfahren geführt hat. Im ersten Schritt wäre dies noch in Ordnung, da nur die allgemeine Haftung festgestellt wird. Im zweiten Schritt müsste man jedoch individuell wegen der Höhe des Schadens klagen und da würde die Klage abgewiesen werden, wenn zuvor schon ein Gericht über die Sache entschieden hatte. Laut der Aussage der Kanzlei, wird ja die zweite Instanz angegangen, insofern ist das Ganze noch nicht abgeschlossen und ein Schaden derzeit gar nicht feststellbar.

Beenden dürfen Sie das Mandat natürlich, dazu haben Sie als Mandant immer das Recht. Die Kanzlei darf dann aber trotzdem ihre Leistung in vollem Maße nach dem RVG abrechnen. Die Chancen auf Schadensersatz stehen dann aber sehr schlecht, denn Sie können nicht beweisen (und Sie haben die Beweislast), dass die Kanzlei Ihnen einen Schaden zugefügt hat, wenn der Ausgang des Verfahrens noch gar nicht klar ist. Anders ist es zu beurteilen, wenn die Kanzlei einfach ohne Ihre Zustimmung eine kostenauslösende Klage oder ein Rechtsmittel eingereicht hätte. Da würde die mangelhafte Kommunikation dann wieder ein Rolle spielen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Dietrich
Rechtsanwalt

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