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Falschberatung


28.10.2006 13:21 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jens Jeromin



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe vor 4 Jahren eine Private Krankenversicherung abgeschlossen. Davor war ich schon 4 Jahre Privat krankenversichtert. Beim Vertragsabschluß mit dem Makler habe ich Ihm mitgeteilt, dass ich die Versicherung nur wechsle, wenn die Versicherungsleistungen gleich sind und ich keine Wartezeiten habe. Beim Verkaufsgespräch war nie die Rede von einer Zahnstaffel. Sonst hätte ich nie gewechselt, da ich ja schon 4 Jahre privat versichert war.

Kann mir jemand in diesem Fall helfen.
Jetzt möchte ich den Makler auf Schadenersatz wegen Falschberatung verklagen, habe ich hier eine Chance.

Folgenden Brief habe ich dem Makler geschrieben:


Sehr geehrter Herr ,
zum 01.01.2002 habe ich bei Ihnen den Tarif CV3N 1 abgeschlossen. Im Rahmen der Tarifauswahl und der Beratung hatte ich deutlich zum Ausdruck gebracht, dass insbesondere im Zahnbereich keine schlechteren Leistungen zur Verfugung stehen dürfen, als dies in meinem bis dahin bestehenden Tarif 801 bei dem Münchener Verein ausgewiesen war, da es naturgemäß bei fortschreitendem Lebensalter hin und wieder zu medizinisch notwendigen Leistungen, auch Zahnersatz kommen kann und dies nicht vorhersehbar ist.

Vom OS. 10.2005 bis zum 13.12.2005 musste ich mich in zahnärztliche Behandlung begeben. Die Kosten in Höhe von 11.294,49 € habe ich dann bei der ..... zur Erstattung eingereicht, welche mir dann 6.129,58 € erstattete. Der Vergleich der Erstattungshöhe der Vorversicherung...... ergab, dass mein dortiger Erstattungsanspruch 10.047,09 Euro betragen hätte. Den Differenzbetrag in Höhe von 4.918,51 € mache ich hiermit als Schaden geltend

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Grundsätzlich spricht aufgrund Ihrer Schilderung der erste Anschein für ein Bestehen von Schadensersatzansprüchen, die natürlich zwecks einer endgültigen Aussage mittels Durchsicht aller Ihnen vorliegenden Unterlagen durch einen Anwalt abgesichert werden muss.

Denn die Diskrepanz zwischen eindeutiger Willenserklärung Ihrerseits (keine Zahnstaffel, keine diesbezügliche Schlechterstellung) und dem offenkundig beantragten und für sie dann letztlich doch ungünstigeren Tarif, liegt nach Ihrer Schilderung auf der Hand.

Da der Makler diesbezüglich jedoch einen klaren Auftrag hatte, spricht zunächst viel für ein Beratungsverschulden des Maklers.

Das Problem liegt jedoch bei der Beweisbarkeit.

Der von Ihnen geschilderte Fall ist leider nicht selten anzutreffen. Vermittler erhalten für vermittelte Verträge Provision und steuern Gespräche daher teilweise so, dass die Antragsformulare auch unterschrieben werden, manchmal auch über die Grenzen einer seriösen Beratung hinaus. Leider gibt es auch in dieser Branche einige "schwarze Schafe" oder solche Personen, die sich in den Tarifvergleichen nicht mit der erforderlichen Sicherheit auskennen.

Die Problematik besteht in Ihrem Fall darin, dass Sie für eine Falschberatung und daraus entstandene Schäden voll beweispflichtig sind. Seriöse Unternehmen arbeiten daher bei Beratungen grundsätzlich nur mit Beratungsprotokollen, damit der Vermittler einerseits immer kontrollieren kann, ob er etwas vergessen bzw. den Wünschen des Kunden Rechnung getragen hat, andererseits durch beiderseitige Unterschrift des Protokolls der Gesprächsverlauf auch nach Jahren noch dokumentiert werden kann. Dies hilft Ihnen in Ihrer jetztigen Situation nicht weiter, ist jedoch für die Zukunft ein Hinweis, woran sie seriöse Vermittler erkennen.

Die Frage ist also, ob Sie beweisen können, welchen Inhalt das damalige Beratungsgespräch hatte- denn der Beweis dafüpr, dass Sie etwas ganz anderes wollten, als schließlich vermittelt wurde, obliegt leider Ihnen.

Allein die Tatsache, dass die Leistungen im Bereich "Zahn" sich verschlechtert haben, beweist noch nicht, dass Sie diesen Vertrag so nicht schliessen wollten. Denn möglicherweise enthält Ihr jetzuger Tarif in anderen Bereichen Besserstellungen, so dass entgegengehalten werden könnte, dass Sie den Vertrag abschliessen wollten, da die Besserstellung in anderen Bereichen die Schlechterstellung im Bereich "Zahn" kompensiert.

Sofern sich für den damaligen Gesprächsinhalt also kein Beratungsprotokoll bzw. Gesprächszeugen finden, wird der Beweis einer Falschberatung sehr schwer fallen.

Ich bedauere, Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt keine positivere Mitteilung machen zu können, hoffe aber, Ihnen trotzdem einen ersten rechtlichen Überblick ermöglicht zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Jeromin
Rechtsanwalt
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