Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Falschangabe bei Krediten

17.08.2013 16:01 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Carsten Neumann


Zusammenfassung: Ein Antrag auf Restschuldbefreiung wird auf Antrag eines Gläubigers im Schlusstermin versagt, wenn der Schuldner in den letzten 3 Jahren vor Verfahrenseröffnung schriftlich vorsätzlich oder grob fahrlässig unvollständige Angaben gemacht hat, um einen Kredit zu erhalten (§ 290 Abs. 1 Nr. 2 InsO).

Guten Tag,

meine Lebenspartnerin hat vor 1 1/2 und 2 Jahren 2 Darlehen aufgenommen und bei den Angaben zum Kreditantrag die Raten für Ihre Immobilienfinanzierung weggelassen. Sie hat die Raten bis zum heutigen Tage immer pünktlich gezahlt, wird allerdings aufgrund unverschuldeter Arbeitslosigkeit die Raten in Zukunft nicht mehr tragen können und strebt einen Schuldenvergleich oder Insolvenz an. Könnte das damalige vorgehen zu Problemen führen und falls ja in welchem Ausmaß?

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Nach § 290 Abs. 1 Nr. 2 Insolvenz-Ordnung (InsO) kann ein Antrag des Schuldners auf Restschuldbefreiung nach einem Insolvenzverfahren oder im Rahmen eines Schuldenbereinigungsplans vom Insolvenzgericht versagt werden, wenn dies ein Gläubiger im Schlusstermin beantragt, wenn der Schuldner in den letzten drei Jahren vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens vorsätzlich oder fahrlässig schriftlich unrichtige oder unvollständige Angaben über seine wirtschaftlichen Verhältnisse gemacht hat, um einen Kredit zu erhalten.

Ihre Freundin hat in den letzten drei Jahren schriftlich unvollständige Angaben über ihre wirtschaftlichen Verhältnisse durch Verschweigen der Raten für ihre Immobilienfinanzierung gemacht, um zwei weitere Darlehen zu erhalten. Es wird Ihrer Freundin niemand abnehmen, dass sie die Raten für die Immobilienfinanzierung in den weiteren Kreditanträgen einfach nur "vergessen" hat, und selbst wenn, würde man ein solches Verhalten als grob fahrlässig bewerten.

Damit liegen die Voraussetzungen für erfolgreiche Anträge auf Versagung der Restschuldbefreiung gegen Ihre Freundin im Regel- bzw. Kleininsolvenzverfahren vor. Im Falle der Versagung der Restschuldbefreiung könnte Ihre Freundin einen neuen Antrag auf Restschuldbefreiung dann erst wieder in zehn Jahren stellen (§ 290 Abs. 1 Nr. 3 InsO).

Ihre Freundin hat zwei Möglichkeiten:

Entweder sie stellt schon jetzt einen Antrag auf Restschuldbefreiung und hofft, dass schon kein Gläubiger einen Versagungsantrag nach § 290 Abs. 1 Nr. 2 InsO stellen wird.

Oder Ihre Freundin wartet den Ablauf der Drei-Jahres-Frist nach § 290 Abs. 1 Nr. 2 InsO ab und stellt erst dann einen Antrag auf Restschuldbefreiung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Carsten Neumann, Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70612 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Top ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr ausführliche und kompetente Antwort ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Einfach eine spitzen Antwort, ich weiß jetzt viel besser Bescheid. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER