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Falsch-Info von Online-Reisebüro: Geld weg?

18.08.2017 17:42 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


19:32

Zusammenfassung: Schadensersatzanspruch gegen Reisebüro, Reisevermittler nach falscher Auskunft bzw. Beratung über Folgen eines Stornos einer Flugreise nach Insolvenz von Air Berlin.

Ich habe im Mai 2017 einen Business-Class-Flug mit Air Berlin über das Online-Portal Expedia gebucht. Den Flug konnte man mit einer Stornogebühr von 260 Euro stornieren. Nach der News von der Pleite von Air Berlin habe ich bei Expedia angerufen, ob ich angesichts der Insolvenz bei einer Stornierung den Ticketpreis auch zurück bekomme. Im Internet hatte ich dazu keine Infos gefunden. Als mir die Kundenberaterin sagte: "Ja, kriegen Sie auf jeden Fall", habe ich die Stornierung durchführen lassen. Ich bekam auch eine Bestätigung von Expedia, dass ich das Geld auf meine Kreditkarte zurück bekomme.

Ein paar Tage später wurde mir klar: Da die Erstattung direkt von Air Berlin kommt, ist das Geld futsch (wg. Insolvenz). Kann ich Expedia für die falsche Beratung haftbar machen? Wenn ja, wie? Das Telefonat wurde aufgezeichnet.
18.08.2017 | 18:29

Antwort

von


(101)
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

In ihrem Fall spricht nach ihrer Schilderung vieles dafür, dass sie mit dem Reisebüro (Expedia) einen Geschäftsbesorgungsvertrag im Sinne von § 675 BGB geschlossen haben. Zu den Pflichten aus diesem Geschäftsbesorgungsvertrag gehört auch die richtige Beratung.

Grundsätzlich ist Inhalt eines solchen Vertrages nicht die Beratung über Rechtsfragen im Zusammenhang mit der Insolvenz eines Fluganbieters. Wenn allerdings auf Nachfrage derartige Auskünfte erteilt werden, müssen diese Informationen (wenn sie nicht ausdrücklich unter Vorbehalt und unverbindlich gegeben werden) auch richtig, unmissverständlich und vollständig sein, da ihr Vertragspartner durch sein Verhalten eine entsprechende Verpflichtung zumindest schlüssig übernommen hat.
Andernfalls macht sich das Reisebüro gemäß § 280 BGB schadensersatzpflichtig, sofern die fehlerhafte Auskunft zumindest fahrlässig (also unter Außerachtlassung der erforderlichen Sorgfalt) erteilt wurde.

Hiervon wird man ausgehen können. Die Mitarbeiterin, für deren Verschulden der Arbeitgeber haftbar ist, hätte entweder die Auskunft verweigern müssen oder eben den oben bereits erwähnten Vorbehalt erklären müssen.

Grundsätzlich können Sie daher meiner Meinung nach Schadensersatzansprüche geltend machen.

Darüber hinaus wäre zu prüfen, in welcher Höhe Ihnen ein Schaden entstanden ist. Das lässt sich ihrer Schilderung nicht entnehmen. Der Schaden besteht in dem Geldbetrag, den sie nicht eingebüßt hätten, wenn sie die Reise nicht storniert hätten.

Die Schadensberechnung könnte problematisch sein, da die Tatsache, dass sie aufgrund der Insolvenz nach Insolvenzrecht keine Erstattungen von Air Berlin bekommen, ja nicht durch die falsche Auskunft verursacht wurde. Die Schadensberechnung kann also nur in der Weise erfolgen, als sie ihre Vermögenslage die gegeben gewesen wäre, wenn sie nicht storniert hätten, mit der Vermögenslage nach aufgrund fehlerhafter Beratung erfolgter Stornierung vergleichen.

Möglicherweise wird im Streitfall das Reisebüro auch einwenden, dass Sie hier ein Mitverschulden trifft, da es fahrlässig war, auf eine derartige Auskunft zu vertrauen. Ich halte das zwar für zweifelhaft, aber sie müssen mit einem derartigen Einwand rechnen.

Wie sie offensichtlich selbst richtig erkannt haben, tragen Sie natürlich die volle Beweislast im Streitfall dafür, dass Sie die entsprechende falsche Auskunft erhalten haben.

Sie erwähnen außerdem, dass sie eine Bestätigung des Reisebüros bekommen haben, dass Sie das Geld zurückbekommen. Ich kenne den Text dieser Bestätigung nicht, aber Sie sollten möglicherweise prüfen lassen, ob nicht aufgrund dieser Erklärung ein eigener Anspruch unmittelbar gegen das Reisebüro auf Erstattung der Kosten besteht.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Michael Kinder

Rückfrage vom Fragesteller 18.08.2017 | 18:53

Expedia wird sagen, dass sie zum damaligen Zeitpunkt keine Information von Air Berlin hatten (was wohl auch stimmt, da Air Berlin erst danach die Reisebüros informiert hat). Würden die damit durchkommen?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 18.08.2017 | 19:32

Nein. Das ist kein Grund. Vielmehr ist es ja erst recht fahrlässig (siehe meine Definition), dem Kunden ohne entsprechende Erkenntnisse vermeintlich klare Auskünfte zu geben. Übrigens ergibt sich die Unmöglichkeit von Zahlungen durch AB ja nicht aus einer Entscheidung des Unternehmens sondern aus der Iinsovenzordnung. Da muss man - wenn man sich als Reisebüro "aus dem Fenster lehnen will" - einfach mal die eigene Rechtsabteilung befragen, was man den Kunden verantwortbar sagen kann.

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