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Fall wegen Betrug

31.08.2010 23:54 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Hallo,

mein Ex Freund hat aus Rache mehrere Artikel bei Ebay über meinen Namen eingestellt und die Ware nicht geliefert, er hatte zu dem Zeitpunkt auch noch eine Bankkarte von mir und hat das Geld auf das Konto gehen lassen damit er sich nicht verdächtig macht. Er wusste zudem dass ich schonmal wegen so einem Fall vor Gericht war und wollte mir damit eins auswischen.
Nun habe ich heute von einem ehemaligen Nachbarn erfahren, dass die Kripo schon da gewesen ist und nach mir gesucht hat!
Frage: Will die Kripo mich gleich festnehmen oder warum kommt sie persönlich??
Wenn mein Ex freund nun ein Schuldeingeständnis machen würde obwohl alle Beweise gegen mich sprechen, nimmt die Polizei das so hin oder glauben sie mir trotzdem nicht??

Bitte wirklich um eine schnelle Antwort!! Danke

Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne nehme ich zu Ihrer Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Angaben wie folgt Stellung:

Die geschädigten eBay-Käufer, die bezahlt und keine Ware erhalten haben, werden vermutlich Strafanzeige wegen Betruges gegen Sie erstattet haben, woraufhin die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren eingeleitet hat.

Ich kann aus der Ferne natürlich nicht beurteilen, warum die Kripo da war, aber es liegt nahe, dass diese einen Durchsuchungsbefehl vollziehen wollten, wenn zu vermuten war, dass die Durchsuchung Ihrer Wohnung zum Auffinden von Beweismitteln führen würde. Es kann dann bspw. der Rechner beschlagnahmt werden, um Beweismittel wie etwa den E-Mail-Verkehr, Fotos von den eingestellten Verkaufsgegenständen, Artikelbeschreibungen, Kontoauszüge usw. zu sichern.

Deutlich weniger wahrscheinlich ist allerdings, dass die Kripo einen Untersuchungshaftbefehl vollstrecken wollte. Hierfür bräuchte es neben dem dringenden Tatverdacht auch eines Haftgrundes. Haftgrund ist meistens eine Fluchtgefahr, d. h., wenn eine überwiegende Wahrscheinlichkeit gegeben ist, dass sich der Beschuldigte dem Strafverfahren entzieht. Ein weiterer möglicher Haftgrund ist die Verdunkelungsgefahr (eher die Ausnahme), die dann besteht, wenn ein dringender Verdacht besteht, dass der Beschuldigte Beweismittel vernichten oder Zeugen/Mitschuldige beeinflussen könnte.

Aber selbst wenn dringender Tatverdacht und Haftgrund vorliegen würden, müsste die Untersuchungshaft in jedem Fall verhältnismäßig sein – und daran scheitert ein Untersuchungshaftbefehl regelmäßig. Der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz verlangt eine wertende Abwägung zwischen den Nachteilen des Freiheitsentzugs für den Beschuldigten und der Bedeutung der Strafsache sowie der zu erwartenden Straffolgen. Die Bedeutung der Strafsache hängt wiederum maßgeblich vom Ausmaß des verursachten Schadens, der Anzahl der Taten usw. ab, alles Umstände, die ich nicht kenne. Als Richtschnur können Sie sich aber merken: Wird die angedrohte Freiheitsstrafe voraussichtlich zur Bewährung ausgesetzt, ist in der Regel von einer Unverhältnismäßigkeit der Untersuchungshaft auszugehen.

Zum weiteren Vorgehen:

Sie werden demnächst eine Ladung zur Vernehmung als Beschuldigte von der Polizei (oder Staatsanwaltschaft) erhalten.

Hier sollten Sie wissen, dass Sie als Beschuldigte in einem Ermittlungsverfahren ein Aussageverweigerungsrecht haben, d. h., Sie müssen sich NIEMALS zum Tatvorwurf äußern, und zwar AUSNAHMSLOS weder gegenüber der Polizei noch gegenüber der Staatsanwaltschaft noch gegenüber einem Gericht.

In Ihrem Fall kann es aber von Vorteil sein, die weiteren Ermittlungen auf Ihren Ex-Freund zu lenken, wenn tatsächlich er die Betrugshandlungen unter Ihrem Namen begangen hat.

Hierbei sollten Sie im Hinterkopf behalten: Wenn Sie von den Betrügereien Ihres Ex-Freundes nichts gewusst haben, haben Sie sich für sein Handeln strafrechtlich auch nichts zu Schulden kommen lassen; er allein trägt dafür die strafrechtliche Verantwortung.

Können Sie aber nicht ausschließen, sich in irgendeiner Form selbst strafbar gemacht zu haben, rate ich Ihnen dringend davon ab, sich ohne anwaltlichen Beistand zur Sache zu äußern. In diesem Fall sollten Sie einen ortsansässigen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen beauftragen. Dieser kann dann für Sie Akteneinsicht beantragen und abhängig von der Beweislage eine Stellungnahme für Sie abgeben.

Wollen Sie dennoch ohne anwaltlichen Beistand aussagen, antworten Sie keinesfalls auf Fragen, wenn Sie Zweifel daran haben, dass Sie sich durch die Beantwortung selbst belasten.

Sollten Sie sich dazu entscheiden, Ihren Ex-Freund zu belasten, müssen Sie unbedingt darauf achten, nur wahrheitsgemäße Angaben zu machen. Dies würde dazu führen, dass gegen Ihren Ex-Freund als weiteren Beschuldigten ermittelt wird und auch er später Gelegenheit erhält, sich zum Tatvorwurf zu äußern. Würde er sich dann geständig einlassen und einräumen, dass Sie mit der Tat nichts zu tun hatten, würde das Verfahren gegen Sie eingestellt werden, wenn die Aussage Ihres Ex-Freundes glaubhaft ist.

Ich hoffe, Ihnen hiermit einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben, und wünsche Ihnen für das weitere Verfahren alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Felix M. Safadi
Rechtsanwalt

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Allgemeiner Hinweis:

Bitte erlauben Sie mir noch den obligatorischen Hinweis, dass es sich bei dieser Antwort lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des allein auf Ihren Angaben basierenden Sachverhalts handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Angaben kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

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