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Falche Diagnose


09.02.2007 14:26 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin P. Freisler



Sachverhalt


Im Juli 2006 war meine Frau beim Hautarzt wegen einer Hautveränderung an der
linken Schläfe. Diagnose: Kein Tumor, kein Krebs. Kann entfernt werden, ist Schönheitsoperation 35 €.
Die Hautveränderung wurde aber immer leicht großer. Sie war dadurch immer psychisch belastet
Am 1.Dez.2006 erneute Vorstellung Gleiche Feststellung wie im Juli.

Wir hatten am 22.1.07 Routineuntersuchung bei unseren Hautarzt. Er hat sich die Hautveränderung angesehe. Seine Meinung, das sieht nicht gut aus. Er hat meine Frau sofort an einen Hautarzt überwiesen.
22.1.07 Vorstellung beim Hautarzt. Das sieht nicht gut aus.
Die Psychische Belastung nahm immer mehr zu,
Am 26.1.07 eine Probe entnommen.
2.2.07 Ergebnis:  Basaliom . Entfernung dringend angeraten.
Überweisung ins Krankenhaus Friedrichshain
Am 9.2.07. Vorstellung beim Chirurgen.
 Hautkrebs muss operativ entfern werden. Da schon weit fortgeschritten muss großflächig entfernt werden. Unter Beachtung des kosmetischen Aspekts.

Auf meine Frage, wenn im Juli 2006 vom Hautarzt die richtige Diagnose gestellt worden wäre, wäre dann auch so eine großflächige Entfernung notwendig gewesen?
Antwort. mit Sicherheit nein..

Jetzt ist meine Frau psychisch fix und fertig. Was menschlich nachzuvollziehen ist.

Kann man den Hautarzt zur Verantwortung ziehen
 Schadensersatz Schmerzensgeld
 Um anderen Patienten zu helfen
























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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

aufgrund des von Ihnen dargelegten Sachverhaltes und vor dem Hintergrund Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Anfrage im Rahmen einer Erstberatung wie folgt:

Vorweg muss ich Sie darauf hinweisen, dass im Rahmen dieses Forums eine Beantwortung Ihrer Fragen nur aufgrund Ihrer Schilderungen erfolgen kann. Die Materie des Arzthaftungsrechtes führt jedoch des Öfteren dazu, dass nur geringe Abweichungen oder Ergänzungen zu einer gänzlichen Neubewertung des Falles führen. Ich rate Ihnen daher, vor einer weiteren Verfolgung Ihrer Ansprüche einen Anwalt Ihres Vertrauens mit der sorgfältigen Prüfung möglicher Ansprüche zu beauftragen, der schwerpunktmäßig im Bereich des Medizinrechts tätig ist.

Gegen einen Arzt kommt dann ein Anspruch auf Schadensersatz bzw. Schmerzensgeld in Betracht, wenn dieser bei der Behandlung gegen die „Regeln der ärztlichen Kunst“ gehandelt hat, d.h. seine Behandlung nicht dem medizinischen Standard entsprochen hat. In diesem Fall hat der Arzt den dadurch entstandenen Schaden zu ersetzen bzw. einen Ausgleich für die entstandenen Schmerzen etc. zu leisten. Ob dies vorliegend der Fall ist, ist eine medizinische Frage und kann daher hier und auch durch einen Richter zunächst nicht abschließend beurteilt werden, so dass bei einer gerichtlichen Geltendmachung die Entscheidung letztendlich durch ein medizinisches Gutachten zu klären wäre.

Dabei wird von Bedeutung sein, ob dem ersten Hautarzt vorgeworfen werden kann, dieser habe keinen ausreichenden (oder weiteren) Befund erhoben, obwohl die Hautveränderungen diesen indiziert hatten. So hätte ggf. eine damalige Probe ein Basaliom festgestellt und ein rechtzeitiger operativer Eingriff zu einer geringeren Beeinträchtigung geführt, da das Fortschreiten erst in den Folgemonaten entstanden ist.

Dabei ist aber zu beachten, dass eine Entfernung bereits durch diesen Hautarzt angeraten worden war.

Ggf. kann in diesem Zusammenhang auch von Bedeutung sein, ob der Arzt Sie über das Fortschreiten des Hautflecks / Risiko aufgeklärt hat oder nicht. Grundsätzlich handelt es sich bei einem Basaliom um einen Hautkrebs, der zwar keine Metastasen bildet, aber dennoch um einen Krebs.

Allein die Tatsache, dass zunächst die Hautveränderung nicht als Krebs / Basaliom diagnostiziert wurde, wird aber womöglich noch nicht zu einem Erfolg führen. Die Rechtsprechung ist bei Diagnosefehlern, d.h. einer falschen Deutung der Symptome, eher zurückhaltend. Dies wird damit begründet, dass die Symptome einer Erkrankung nicht immer eindeutig sind und durchaus nicht selten auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein können. Kein Diagnosefehler in diesem Sinne liegt aber vor, wenn nur eine weitere Abklärung bzw. ein weiterer Risikoausschluss dem medizinischen Standard entsprochen hätte und bei dessen Durchführung eine zutreffende Diagnose hätte gestellt werden können. Gleiches gilt, wenn die Symptome offensichtlich eindeutig sind. Denn dann wäre das Unterlassen bzw. die falsche Diagnose nicht mehr nachvollziehbar und damit vorwerfbar.

Hinsichtlich der psychischen Belastungen Ihrer Frau können diese dann als berücksichtigungsfähiger Schmerz / Krankheitsfolge anerkannt werden, wenn sie selbst Folge des schädigenden Ereignisses sind. Von Bedeutung wird aber auch hier der Hintergrund der Nichtentfernung im Juli 06 sein.

Sollten Sie die Angelegenheit weiter verfolgen wollen, sollten Sie zunächst Einsicht in die damalige ärztliche Dokumentation nehmen. Des Weiteren sollte der aktuelle Stand ärztlich dokumentiert werden. Danach sollten Sie überprüfen lassen, welche eingetretenen Veränderungen / Schäden durch ein rechtzeitiges Entfernen hätten verhindert werden können sowie, weshalb dieses nicht geschehen ist. Sodann können Sie Ihren Schaden beziffern und geltend machen. Für die medizinische Seite steht Ihnen unter anderem die Krankenkasse über den MDK zur Verfügung. Die rechtliche Seite, insbesondere die Kausalität, sollten Sie von einem Rechtsanwalt überprüfen lassen, der Sie auch über weitere Möglichkeiten der Information aufklären kann.

Ich hoffe, dass Ihre Fragen in meinen Ausführungen zufrieden stellend beantwortet wurden und Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben werden konnte. Gerne stehe ich Ihnen bei der weiteren Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen


Martin P. Freisler
- Rechtsanwalt -

http://www.ra-freisler.de
http://www.kanzlei-medizinrecht.net



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