Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Faktische Enterbung durch Verkauf von Erbmasse durch den Erblasser

28.09.2020 23:53 |
Preis: 52,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Diplom Kaufmann Peter Fricke


Mein Vater besitzt ein Einfamilienhaus, das er selbst bewohnt.
Meine Mutter ist letztes Jahr gestorben.
Meine Eltern hatten vor mehr als 20 Jahren ein Berliner Testament gemacht.
Sie waren zu je 1/2 Eigentümer an dem Hausgrundstück.
Ich bin das einzige Kind meiner Eltern.
In dem Berliner Testament ist bestimmt, dass ich Schlusserbe nach dem Tod des länger lebenden Ehegatten sein soll.

Nach dem Tod meiner Mutter hat mein Vater bereits mehrmals davon gesprochen, sein Haus evtl. gegen Wohnrecht auf Lebenszeit an einen Nachbarn, eine Bank oder eine Maklerfirma zu verkaufen.

Mir ist bekannt u. wurde mir vom Amtsgericht mitgeteilt , dass ich bereits nach dem Tod meiner Mutter einen Pflichtteil hätte fordern können.

Darauf habe ich u. a. deswegen verzichtet, weil ich es o. k. finde, dass mein Vater so lange er lebt, in seinem Haus wohnt, was gefährdet wäre, wenn er mir einen Pflichtteil auszahlen müsste.
Nur einen Verkauf des Hauses durch ihn würde ich nicht o. k finden.

Kann mein Vater einfach den Willen meiner Mutter u. mein Erbrecht dadurch aushebeln u. mich kalt enterben, indem er sein Haus verkauft?

Falls ein mein Erbrecht aushebelnder Hausverkauf durch ihn rechtlich zulässig sein sollte, könnte ich bei einem etwaigen Hausverkauf wenigstens den Pflichtteil fordern oder kann ein Pflichtteil immer nur nach dem Tod eines Erblassers u. wenn formell in einem Testament enterbt wurde, gefordert werden?

Muss ein Pflichtteil immer in einem Gerichtsprozess eingeklagt werden?
Mit Kosten bis zu welcher Höhe wäre dann ungefähr zu rechnen?

Könnte mein Vater mein Erbrecht auch durch ein insgeheim mit jemandem verabredeten Vermächtnis aushebeln?

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie sprechen von einem Schlusserben, was rechtlich eigentlich nicht der Nacherbe sein dürfte.
Wenn nur eine gegenseitige Erbeinsetzung erfolgt ist, liegt ein normales Berliner Testament vor. In einem solchen wird dem länger Lebenden die stärkste rechtliche Stellung eingeräumt. Der länger lebende Ehegatte kann also nach dem Tod seines Ehepartners grundsätzlich frei und uneingeschränkt über das ererbte Vermögen verfügen. Dabei ist er keinen Beschränkungen unterworfen und kann mit seinem eigenen und auch mit dem ererbten Vermögen nach Belieben verfahren, was bis zur schenkweisen Übertragung von Vermögensgegenständen führen kann.

Anders wäre dies bei einer wechselseitigen Erbeinsetzung mit einem nicht befreiten Vorerben, wobei dann der letzte Erbe der Nacherbe wäre. Hier wird der überlebende Ehegatte zwar auch Erbe, aber eben nur Vorerbe, der im Gegensatz zum obigen ersten Fall weniger Rechte hat. Er kann mit dem vom Ehepartner ererbten Vermögen in diesem Fall nicht nach Belieben frei umgehen. Er ist also in seiner Verfügungsmacht beschränkt, was der Verschleuderung seines Vermögens zulasten des Nacherben vorbeugen soll. Zum Beispiel sind Verfügungen über Grundstücke oder Schenkungen an Dritte zu Lebzeiten dem nicht befreiten Vorerben grundsätzlich nicht möglich.

Sie müssen also differenzieren, ob Sie wirklich nur Schlusserbe oder Nacherbe sind. Danach richtet sich die Möglichkeit der freien Vermögensverfügung zu Lebzeiten Ihres Vaters.

Übrigens, den Pflichtteil muss man innerhalb der gesetzlichen Verjährungspflicht einfordern, was 3 Jahre nach dem Todesfall noch geht. Ich denke mal, dieser Anspruch ist bei Ihnen noch nicht verjährt, wenn Sie nicht mehr allzu lang warten.

Für den Fall eines normalen Berliner Testamentes ohne beschränkten Vorerben kann der Vater auch Vermächtnisse zuwenden, da er eben völlig frei in der Verwendung seines und des ererbten Vermögens ist.

Die Klagekosten für den Pflichtteil richten sich nach dem Streitwert. Sie können mir gerne mitteilen, wie hoch der Pflichtteil wäre, dann rechne ich Ihnen die Gerichtskosten und beidseitigen Anwaltskosten vor. Natürlich muss Ihr Vater den Pflichtteil freiwillig auszahlen. Wenn er das aber nicht macht, müssen Sie ihn in der Tat verklagen.

Mit besten Grüssen

Fricke
RA

Rückfrage vom Fragesteller 29.09.2020 | 21:02

<Die Klagekosten für den Pflichtteil richten sich nach dem Streitwert. Sie können mir gerne mitteilen, wie <hoch der Pflichtteil wäre, dann rechne ich Ihnen die Gerichtskosten und beidseitigen Anwaltskosten vor

Ich vermute, dass der Verkehrswert des Hausgrundstücks meines Vaters vielleicht in der Größenordnung
von etwa 180 000 Euro liegen könnte.

Der Pflichtteil ist - glaube ich - 1/2 vom Erbe.

Mein Pflichtteil wäre dann 90 000 Euro.

Nach dem Tod meiner Mutter wollte u. möchte ich auch deswegen noch keinen Pflichttteil fordern, weil
meine Mutter zu 1/2 am Grundstück beteiligt war, u. mein Pflichtteil dann somit nur 1/4 des gesamten Grundstücks , bei einem angenommenen Verkehrswert von 180 000 Euro also nur 45 000 Euro betragen würde.

Auch hat mein Vater keine 45 000 Euro u. müsste er somit das Haus auf jeden Fall verkaufen, um mir das auszahlen zu können.





Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 30.09.2020 | 00:16

Also der Pflichtteil wäre meines Erachtens bei 1/4, weil: Die Mutter erbt im gesetztlichen Güterstand von Gesetzes wegen 1/2. Dann wäre Ihr gesetzlicher Erbteil auch bei 1/2. Der Pflichtteil ist nur die Hälfte, also 1/4.

Wenn hier von einem Betrag zu 45.000 Euro ausgegangen werden kann

Anwalt 1 Anwalt Gegner
1,3 1 414,40 1,3 1 414,40 ( Verfahrensgebühr )
1,2 1 305,60 1,2 1 305,60 ( Terminsgebühr )

Gerichtskosten 1 533,00

Gesamt 8 054,20 Euro

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 78756 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Antwort erfolgte noch am selben Tag und hat mir sehr geholfen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle Beratung. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle Beantwortung - auch der Rückfrage. Perfekt. ...
FRAGESTELLER