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Fake Account auf einem Datingportal

| 02.01.2019 13:39 |
Preis: 53,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Silke Jacobi



Hallo und guten Tag,

ich habe folgendes Problem:

vor ein paar Monaten habe ich mich auf einem Datingportal angemeldet. Dann habe ich es bemerkt, dass Männer Frauen nur kostenpflichtig (pro Monat 29.90 Euro) kontaktieren dürfen. Im Laufe der Zeit habe ich viele Nachrichten von Frauen bekommen. Allerdings kamen diese Profils mir etwas fake vor. Deswegen habe ich mich mit einem neuen Account auf der gleichen Seite neu angemeldet und mich als eine Frau ausgegeben. Die Frauen dürfen nämlich die Nachrichtendienste kostenlos verwenden. Dementsprechend habe ich einige Frauen kontaktiert, um zu überprüfen, ob die Profils fake sind oder man auf seine Nachrichten eine Antwort bekommt. In den Nachrichten habe ich auch geschrieben, dass ich männlich bin (obwohl mein zweiter (neuer) Profil weiblich war). Vorhin wollte ich mich dort wieder anmelden, um zu sehen, ob ich irgendwelche Nachrichten bekommen habe. Aber wurde mein Account wahrscheinlich gesperrt.

Meine Frage wäre, ob ich mich dadurch strafbar gemacht habe. Kann ich mit einer strafrechtlichen Anzeige rechnen? Meine Sorge ist, dass diese Firma mir vorwirft, dass ich durch diesen zweiten Account, in dem ich normalerweise weiblich ausgebe, aber in den Nachrichten sage, dass ich ein Mann bin, die kostenpflichtigen Dienste umgehen wolle und mich strafbar (vor allem wegen des Betrugs) gemacht habe. Wenn ja, würde man wegen so eines Vorfalls eine Freiheitsstrafe bekommen? Ist es üblich?

Ich weiß, dass diese Aktion dumm von mir war und bin mir sicher, dass dies eine einmalige Aktion war, die sich sicher nicht wiederholen wird. Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Durch die Eröffnung eines falschen Accounts haben Sie mit Sicherheit gegen die Geschäftsbedingungen und Nutzungsbedingungen des Betreibers des Dating-Portals verstoßen. Schon aus diesem Grunde wird das Sperren des Accounts wohl berechtigt sein.

Ob daneben noch strafrechtliche Schritte eingeleitet werden, ist die freie Entscheidung des Betreibers der Dating-Plattform. Manche Betreiber erstatten Strafanzeigen, andere belassen es beim Ausschluss oder Sperren des Accounts und fordern einen Schadensersatz für den Missbrauch des Accounts. Entscheidend ist hier u. a. ob ein finanzieller Schaden verursacht wurde und ob man weiteren Missbrauch durch den User befürchten muss.

Solange Sie für den falschen Account keine Personaldaten anderer Personen gestohlen oder missbraucht haben, kommt eine Strafbarkeit hier vor allem deshalb in Betracht, weil Sie mit dem falschen Account die Zahlungspflicht für die in Anspruch genommenen Dienste umgehen wollten. Dies könnte einen Betrug darstellen und möglicherweise auch eine Urkundenfälschung, wenn Sie die falschen Personalien für Rechtsgeschäfte wie z. B. Bestellungen, Abos o. ä. verwendet haben. Da beim Geld in aller Regel auch Dating-Portale keinen Spaß mehr verstehen, halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass gegen Sie möglicherweise eine Strafanzeige erstattet wird. Zudem will man durch hartes Durchgreifen oftmals auch Nachahmer von vornherein abschrecken.

Sollte in Ihrem Fall eine Strafanzeige erstattet werden und käme es zu einer Verurteilung wegen Betrug oder Urkundenfälschung, so halte ich eine Freiheitsstrafe aber für unwahrscheinlich.

Bei Ersttätern wird in aller Regel die erste Strafe noch relativ milde ausfallen, sodass - wenn möglich - eine Geldstrafe verhängt wird. Da hier auch der finanzielle Schaden wahrscheinlich nicht allzu hoch ausfallen wird, spricht dies ebenfalls für eine Geldstrafe. Nach Ihren Angaben ist nicht damit zu rechnen, dass Sie nochmals eine solche oder ähnliche Tat begehen würden, sodass es auch eine günstige Prognose für Sie geben wird.
In der Regel reicht eine Geldstrafe zunächst aus, um dem Täter seinen Fehler aufzuzeigen und weitere Straftaten zu unterbinden.

Daher würde im Falle der Verurteilung mit großer Wahrscheinlichkeit eine Geldstrafe verhängt, die zwar spürbar wäre, aber ohne allzu weitreichende Folgen für Ihre Zukunft bliebe.

Solange die Strafe nicht 90 Tagessätze Geldstrafe oder 3 Monate Freiheitsstrafe übersteigt und wenn keine anderen Eintragungen im Strafregister vorhanden sind, würden Sie auch keine Eintragung ins Führungszeugnis zu befürchten haben.

Sie können jetzt nur abwarten, ob außer der Sperre des Accounts vom Betreiber des Datingportals noch weitere Schritte gegen Sie unternommen werden.

Ich hoffe, Ihre Frage damit verständlich beantwortet zu haben. Bei Verständnisfragen nutzen Sie bitte die einmalige, kostenfreie Nachfragefunktion auf diesem Portal.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin




Nachfrage vom Fragesteller 02.01.2019 | 14:47

Sehr geehrte Frau Jacobi,

vielen herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Wie lange dauert es ungefähr in der Praxis, dass man so ein Schreiben (bzgl. einer Strafanzeige o.ä.) bekommt. Der Betreiber ist normalerweise in Österreich ansässig und ich wohne in Deutschland.

Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.01.2019 | 16:17

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Wie lange es dauert, bis Sie ein Schreiben vom Datingportal bekommen, lässt sich nicht beantworten. Das hängt davon ab, wie schnell man dort arbeitet und reagiert. Es kann aber durchaus auch mehrere Wochen dauern, bis man entsprechende Post bekommt.

Sollte Strafanzeige erstattet worden sein, würden Sie Post von der Polizei bekommen. Auch das kann mehrere Wochen dauern.

Sie müssen daher leider etwas Geduld aufbringen, bis Sie wissen, ob noch etwas gegen Sie unternommen wurde.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 02.01.2019 | 15:11

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 02.01.2019 5/5,0
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