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Fahrzeugteile nach Autokauf mangelhaft bzw. defekt

27.04.2008 20:11 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

am 20. März 2008 kauften wir bei einem Autohaus einen Gebrauchtwagen (Opel Sintra, Erstzulassung 1998). Am Verkaufstag war das rechte vordere Blinkerglas etwas locker, welches aber noch vorort durch einen Kfz- Mechaniker des Autohauses befestigt wurde. Auch hat uns der Verkäufer darauf hingewiesen, dass das Reifenprofil nicht mehr das Beste ist. Das Fahrzeug wurde uns am Verkaufstag ansonsten sehr gepflegt und ohne weitere auf den ersten Blick erkennbare Mängel übergeben. Wir bezahlten das Auto in bar. Ein Kaufvertrag liegt vor.

Am 27. März ließ sich das Fahrzeug nicht mehr starten. Wir verständigten den ADAC, welcher uns mitteilte, dass die Batterie des Fahrzeuges sehr schwach sei. Dies meldeten wir am darauffolgenden Tag dem Verkäufer telefonisch. Er erklärte, dass das Auto bei ihm länger gestanden sei, weshalb sich die Batterie entladen hätte. Da die Batterie sonst in Ordnung sei, würde sie sich wieder aufladen, wenn wir das Fahrzeug regelmäßig fahren würden.

Da wir uns auf seine Aussage nicht verlassen wollten, haben wir im Hinblick auf die gesetzliche Gewährleistungsfrist von 12 Monaten beim ADAC am 18 April 2008 eine Gebrauchtwagencheck durchführen lassen.

Dabei wurden folgende Mängel festgestellt:

1. Auspuffanlage; Reparatur notwendig
- Auspuffkrümmer undicht
2. Beleuchtung; Reparatur notwendig
- Abblendlicht links : Lampe milchig
- Kennzeichenleuchte rechts: ohne Funktion
3. Bremsen; Reparatur notwendig
Feststellbremshebel: Leerweg groß
4. Elektrik
Batterie schwach, muss ersetzt werden
5. Fahrwerk; Reparatur notwendig
- Traggelenk links vorne: ausgeschlagen
6. Karosserie; Reparatur notwendig
- Schweller links hinten: durchgerostet- verbeult
- Schweller rechts hinten: durchgerostet- verbeult
7. Reifen; müssen ersetzt werden
- links und rechts vorne: Rißbildung, verschlissen
( Die Reifen haben also nicht nur ein geringes Profil, sondern sind letztlich kaputt, da sie an den Innenseiten Risse haben).

Welche Reparaturen der festgestellten, aufgeführten Mängel muss der Verkäufer nun übernehmen? Müssen wir das Auto in der KFZ- Werkstatt seines Autohauses reparieren lassen und wenn ja, müssen wir die Fahrtkosten dorthin (100km) selbst übernehmen?

Für eine baldige Antwort wären wir dankbar

Mit freundlichen Grüßen

S.......

Sehr geehrter Fragensteller,

die Beantwortung Ihrer Frage erfolgt auf Grundlage der von Ihnen bereitgestellten Informationen. Meine Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Orientierung, da das Weglassen oder Hinzufügen von Details zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen kann. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich. Die Beantwortung Ihrer Frage im Rahmen dieser Plattform kann daher nicht die Beratung durch einen Rechtsanwalt vor Ort ersetzen.

Zur Sache:

Um Ihre Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Verkäufer durchsetzen zu können, muss es sich bei den aufgeführten Fehlern um Mängel im Sinne des $ 434 BGB handeln. Diese sind von normalen alters- oder laufleistungsbedingten Verschleisserscheinungen abzugrenzen. Eine solche Abgrenzung wird letztendlich nur ein Sachverständiger mit letzter Gewissheit vornehmen können.

Die Gerichte gehen bei Fahrzeugen höheren Alters -wie in Ihrem Fall- bei nicht sicherheitsrelevanten Teilen im Zweifel von einer Verschleisserscheinung aus. Dabei wird der Vergleich angestellt, ob die geltend gemachten Fehler bei Fahrzeugen gleichen Typs und gleichen Alters "normal" sind, d.h., ob die Fehler bei anderen vergleichbaren Fahrzeugen in gleicher Form regelmäßig auftreten.

Zu den von Ihnen aufgezählten Fehlern kann ich mangels technischer Kenntnisse nur eine grobe Einschätzung abgeben. Insgesamt dürfte es sich bei den meisten Fehlern um eine Verschleisserscheinung handeln. Lediglich bei dem Traggelenk und der verbeulten Schweller könnte es sich um einen Mangel im Sinne des § 434 BGB: Sachmangel handeln. Die verbeulten Schweller könnten nämlich auf einen Unfall zurückzuführen sein, den der Verkäufer Ihnen arglistig verschwiegen haben könnte. Für diesen Fall könnten Sie vom Vertrag zurücktreten.

Sollten tatsächlich Mängel vorliegen, so steht dem Verkäufer ein zweimaliges Nachbesserungsrecht zu. Sie hätten die Mängel also durch den Verkäufer beseitigen zu lassen. Die hierdurch entstehenden Fahrtkosten hätte Ihnen der Verkäufer zu ersetzen.

Da Sie die Beweislast für das Vorliegen eines Mangels tragen, empfehle ich, einen Sachverständigen zu bemühen. Beachten Sie bitte, dass hierdurch Kosten entstehen. Eine günstigere aber weniger rechtssichere Möglichkeit wäre, sich bei dem Hersteller über die Häufigkeit der einzelnen Fehler zu erkundigen. Ist einer der Fehler für das Alter unüblich, spricht dies für das Vorliegen eines Mangels.

Für eine abschließende Beurteilung des Sachverhalts empfehle ich, die Rechtslage mit einem Rechtsanwalt Ihres Vertrauens konkreter zu erörtern. Bitte beachten Sie, dass hierbei weitere Kosten entstehen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort eine erste Orientierung gegeben zu haben.

Für eine Nachfrage stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Maurice Moranc
Rechtsanwalt

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