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Fahrtkosten bei Familienheimfahrten

13.01.2014 20:53 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Letztes Jahr ist meine Frau und mein Sohn umgezogen, während ich im Rheinland wohnen blieb und hier (bis auf weiteres, denn der Standort meines Arbeitgebers ist von Schließung bedroht) weiter arbeite. Auf Dauer - ich bin Angestellter - möchte ich auch meinen Wohnort dorthin verlegen, wo meine Familie jetzt wohnt. Ich habe bereits Kontakt zu möglichen Arbeitgebern dort aufgenommen. Obwohl es keinen (auch zeitlich nicht) direkten steuerlichen Bezug für diesen Umzug gibt, möchte ich wissen, ob ich die Kosten für die wöchentlichen Familienheimfahrten und Miete absetzen kann. Hier am Wohnort im Rheinland habe ich eine kleine Zweizimmerwohnung angemietet.
14.01.2014 | 09:17

Antwort

von


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18225 Kühlungsborn
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Sehr geehrter Fragesteller,
die Kosten einer doppelten Haushaltsführung, die insofern auch die Familienheimfahrten umfasst, setzt voraus, dass Sie nicht an Ihrem Lebensmittelpunkt arbeiten. Am eigenen Wohnort muss ein eigener Hausstand bestehen und eine Zweitwohnung am Arbeitsort.
Sie haben mitgeteilt, dass Ihre Frau und das Kind umgezogen sind. Sofern Sie nicht mit umgezogen sind, könnte dies problematisch sein, da es dann möglicherweise an Ihrem Lebensmittelpunkt bei Ihrer Familie fehlt. Daher gehe ich davon aus, dass sich Ihre Hauptwohnung ebenfalls bei Ihrer Familie befindet und Sie sich dort auch mit Hauptwohnsitz gemeldet haben und sich auch an den Kosten der Hauptwohnung beteiligen.
Bei einem verheirateten Arbeitnehmer ist der Mittelpunkt der Lebensinteressen dort, wo der Ehepartner bzw. die Familie wohnt.
Bei ledigen Arbeitnehmern befindet sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen an dem Wohnort, zu dem die engeren persönlichen Beziehungen bestehen. Die persönlichen Be¬ziehungen können ihren Ausdruck besonders in Bindungen an Personen, z. B. Eltern, Ver¬lobte, Freundes- und Be-kanntenkreis, finden, aber auch in Vereinszugehörigkeiten und anderen Aktivitäten. Auch dies müsste für Ihren Fall geprüft werden, wobei hier sicherlich auf den Kontakt zur Familie besonders abzustellen ist, da ggf. der Freundeskreis noch nicht so groß ist.
Sodann muss die Zweitwohnung angemessen sein und für die Ausübung der beruflichen Tätigkeit notwendig sein, hiervon gehe ich aus.
In Ihrem Fall ist insofern die Sachlage etwas umgekehrt, da der Arbeitsort gleich geblieben ist und nur ein „Wegzug" des Lebensmittelpunktes vorliegt. Von der Sachlage ergibt sich aber das gleiche Bild, als wenn Sie berufsbedingt weggezogen wären.
Dies wird mittlerweile auch vom Bundesfinanzhof so gesehen, wenn jemand aus privaten Gründen von der Arbeit wegzieht (Bundesfinanzhof, Az. <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20R%2023/07" target="_blank" class="djo_link" title="VI R 23/07 (2 zugeordnete Entscheidungen)">VI R 23/07</a> und <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20R%2058/06" target="_blank" class="djo_link" title="VI R 58/06 (2 zugeordnete Entscheidungen)">VI R 58/06</a> ). Das Bundesfinanzministerium hat nun in einem Schreiben die Finanzämter angewiesen, auch solche „Wegzugsfälle" anzuerkennen (Az. IV C 5 - S 2352/0).
In solchen Fällen wird das FA aber prüfen, ob die neue, „wegverlegte" Wohnung tatsächlich zum neuen Lebensmittelpunkt geworden ist. Wer dort mit Ehepartner oder Lebensgefährten und Kindern zusammenlebt, hat gute Aussichten auf Erfolg, so auch in Ihrem Fall, wobei es eben auf den Lebensmittelpunkt ankommt.
Insofern dürfte bei Vorliegen der o.g. Voraussetzungen eine Anerkennung der Kosten erfolgen. Sie sollten Sie daher auf jeden Fall in die Steuererklärung aufnehmen. Das FA wird dann den Sachverhalt nochmals prüfen.
Konnte ich Ihnen zunächst hilfreich antworten?
Gerne können Sie sich weiter an mich wenden.







Rechtsanwalt Christian Joachim

Rückfrage vom Fragesteller 14.01.2014 | 19:50

Was geht beim Mehrverpflegungsaufwand? Ich las u.a. etwas von einer Drei-Monats-Frist.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 15.01.2014 | 16:27

Vielen Dank für ihre Nachfrage.
Einen Verpflegungsmehraufwand können Sie grundsätzlich für die ersten 3 Monate Ihrer Anwesenheit am Arbeitsort geltend machen. Sofern Sie vorübergehend zum Hauptwohnsitz an den Wochenenden zurückkehren oder wegen Krankheit oder Urlaub an den Hauptwohnsitz zurückkehren, würde der Anspruch auf Verpflegungsmehraufwand entfallen. Die doppelte Haushaltsführung gilt dann als unterbrochen, was zum Neubeginn der 3 Monatsfrist führen würde, wenn Sie mindestens 4 Wochen vom auswärtigen Zweitwohnsitz und Arbeitsort abwesend sind oder der Zweitwohnsitz am auswärtigen Einsatzort gewechselt wird.
Gerne können sich weiter an mich wenden.

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