Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
478.230
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Fahrtkosten Werkstatt


| 11.09.2017 22:13 |
Preis: 25,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Dem Käufer unseres Auto ist nach ein paar Tagen des Kaufes ein Schaden aufgefallen. Unsere Versicherung hat den Schaden noch rückwirkend übernommen. Soweit so gut.
Jetzt fordert der Käufer des Autos die Fahrtkosten zu einer 300km entfernten Werkstatt von uns, obwohl die nächste Fachwerkstatt 30km entfernt gewesen wäre (vom Wohnort der Käufer). Sie wollten es aber unbedingt in der anderen Werkstatt reparieren lassen. Müssen wir die Fahrtkosten zu der 300km entfernten Fachwerkstatt bezahlen?
Wir hatten der Reparatur zugestimmt, aber hatten am Telefon gesagt, dass es auch eine Werkstatt ganz in der Nähe geben würde.
11.09.2017 | 23:14

Antwort

von


1 Bewertungen
Berliner Str. 16
16321 Bernau bei Berlin
Tel: 03338 6199982
Web: www.Ullmann-Rechtsanwalt.de
E-Mail:
Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich auf der Basis Ihrer Angaben zunächst wie folgt beantworten:

Der Käufer des PKW kann grundsätzlich gem. § 280 Abs. 1 BGB die Fahrtkosten zur Werkstatt als Schadensersatz neben der Leistung verlangen. Sie als Verkäufer haben nach § 249 BGB hat den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre. Hierzu zählen auch Fahrtkosten zur Werkstatt (bei einem Verkehrsunfall werden diese Kosten in der Regel über die Nebenkostenpauschale abgegolten).

Allerdings gilt nach dem Rechtsgedanken des § 254 Abs. 2 BGB eine Schadensminderungspflicht für den Käufer Ihres Fahrzeugs. Dieser ist verpflichtet, den Schaden möglichst gering zu halten. Da im vorliegenden Fall ein sachlicher Grund nicht ersichtlich ist, weshalb das Fahrzeug in einer 300 Kilometer weit entfernten Fachwerkstatt repariert werden musste, muss sich der Käufer daran festhalten lassen, dass er auch die 30 Kilometer entfernte Fachwerkstatt hätte aufsuchen können und somit Kosten vermieden hätte, die er nun von Ihnen ersetzt haben möchte (zumal ihm diese Umstände bekannt waren).

Unter Verweis auf seine Schadensminderungspflicht sollten Sie daher nur verpflichtet sein, die Fahrtkosten für die tatsächlich notwendigen 30 Kilometer zu übernehmen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen im Rahmen einer ersten Einschätzung der Sach- und Rechtslage einen Überblick über die rechtliche Situation verschaffen konnte. Falls Sie noch Fragen haben nutzen Sie gern die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Frank Alexander Ullmann
Rechtsanwalt



Nachfrage vom Fragesteller 12.09.2017 | 06:51

Vielen Dank für die hilfreiche Antwort. Ich habe noch eine Frage, gilt die Argumentation mit der Schadensminderungspflicht auch, wenn wir die 300km entfernte beauftragt haben. Das mussten wir damals aus versicherungstechnischen Gründen machen, da unsere Versicherung ja die Reparatur übernommen hat. Wir dachten aber damals, dass uns im Prinzip die Werkstatt egal ist, wir aber nur die Fahrtkosten für die 30km bezahlen müssen. Daher haben wir damals der weiter entfernten Werkstatt zugestimmt mit dem Hinweis, dass es eine viel nähere Fachwerkstatt gibt.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.09.2017 | 10:07

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich Ihnen gern wie folgt beantworte:

in diesem Fall dürfte sich die rechtliche Situation leider zu Ihren Ungunsten ändern. Entscheidend ist, ob die Mehrkosten notwendig waren. Sollten Sie die 300 Km entfernte Werkstatt beauftragt haben und dem Käufer dies mitgeteilt haben, kann sich der Käufer hierauf stützen, da er womöglich davon ausgehen musste, dass die näher gelegene Werkstatt die Reparaturen nicht für ihn kostenfrei übernommen hätte. Für den Käufer war es dann notwendig die 300 Km zurückzulegen und damit würde es sich um eine Schadensposition handeln, die nicht auf einen Verstoß gegen seine Schadensminderungspflicht beruht. Damit hätte der Käufer einen Anspruch auf Zahlung der Fahrtkosten zu der weiter entfernten Werkstatt.

Leider kann ich Ihnen unter diesen Umständen keine für Sie positivere Antwort geben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

Frank Alexander Ullmann
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 12.09.2017 | 20:17


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Antwort war sehr hilfreich und vorallem klar und verständlich geschrieben."
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Frank Alexander Ullmann »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 12.09.2017
5/5.0

Die Antwort war sehr hilfreich und vorallem klar und verständlich geschrieben.


ANTWORT VON

1 Bewertungen

Berliner Str. 16
16321 Bernau bei Berlin
Tel: 03338 6199982
Web: www.Ullmann-Rechtsanwalt.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Zivilrecht, Arbeitsrecht, Strafrecht, Miet und Pachtrecht, Wirtschaftsrecht