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Fahrtkosten - Umweg wg. Kinderkrippe


20.06.2005 13:09 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Guten Tag,

ich habe einen nunmehr 2-jährigen Sohn. Nach seiner Geburt war ich aufgrund unserer Situatuon (Vater des Kindes ist Unterhaltspflichtig für 2 Kinder aus erster Ehe und eine Exfrau...) gezwungen, bereits 6 Monate nach der Geburt wieder vollzeit arbeiten zu gehen.

Nach langem Suchen habe ich einen Kinderkrippenplatz gefunden, der weder in meinem Wohnort (dort habe ich keinen Platz bekommen) noch auf direktem Weg zu meinem Arbeitsplatz liegt. Ich fahre täglich einen Umweg von ca. 20 km um meinem Sohn zur Krippe zu bringen. Diese 20 km wollte ich nun im Rahmen meiner Lohnsteuererklärung geltend machen.
Nach meinem Verständnis sind Werbungskosten Kosten, die anfallen, um meinen Beruf ausüben zu können. Hätte ich diesen Krippenplatz nicht, könnte ich definitiv nicht arbeiten gehen, weil ein normaler Kindergarten, den es in unserem Ort, Kinder erst ab 3 Jahren aufnimmt. Dann hätte ich keine Einkünfte und wäre folglich gar nicht Steuerpflichtig.

Das Finanzamt will aber nur den direkten Weg zwischen Arbeitsstätte und Wohnort akzeptieren.

Hat Ihrer Meinung nach ein Widerspruch sinn? Was sollte ich da ihrer Meinung nach reinschreiben? Gibt es einen Fall, einen Paragraphen auf den ich mich berufen kann?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen!

Guten Tag,

ich kann Ihnen leider nicht zur Durchführung des Einspruchsverfahrens gegen den Steuerbescheid raten, da es sich bei den Mehrkosten, die durch den Umweg zur Kinderkrippe entstehen, nicht um Werbungskosten im steuerrechtlichen Sinne handelt.

Werbungskosten sind nach § 9 des Einkommensteuergesetzes Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Dementsprechend sagt Ziffer 4 des § 9, das Aufwendungen des Arbeitnehmers für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte als Werbungskosten zu berücksichtigen sind.

Die gesetzliche Regelung ist leider damit sonnenklar. Es sollen nur die direkten Fahrtkosten erfasst werden, die der Arbeitnehmer zwischen Wohnort und Arbeitsstätte unmittelbar dazu zurück legt, um zu der Arbeit bzw. von der Arbeit zu kommen. Die Lohnsteuerrichtlinien - das sind die internen Richtlinien des Finanzamtes - beschreiben dies noch deutlicher, indem sie Werbungskosten ausdrücklich definieren als alle Aufwendungen, die durch den Beruf veranlasst sind.

An dieser unmittelbaren Beziehung zwischen der Berufstätigkeit und den Kosten fehlt es in Ihrem Falle. Diese Kosten könnten auch etwa entstehen wenn Sie keine Beruf ausüben und trotzdem Ihr Kind nur in dieser Kinderkrippe unterbringen konnten.

Insoweit ist die Auffassung des Finanzamtes in Ordnung. Ich kann Ihnen nicht raten, Einspruch gegen den Bescheid einzulegen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Rechtsanwalt und auch
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Str. 19
26603 Aurich

Tel. 04941-605347
Fax 04941-605348
e-mail: info@fachanwalt-aurich.de
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