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Fahrtenbuchregelung Firmenfahrzeug

05.02.2008 14:28 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe folgende Fragen zum Thema Fahrtenbuchregelung bei der Versteuerung von Firmenfahrzeug für die Privatnutzung.

1. Gehöhren zu den als Bemessungsgrundlage definierten jährlichen Fahrzeugesamtkosten auch die Benzinkosten ?

2. Wie wird bei dieser Regelung unterschieden, wenn der AG auch das Benzin für die Privatfahrten bezahlt oder eben auch nicht bezahlt.

3. Warum sind Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte als solche zu dokumentieren. Gibt es bei diesen Fahrten eine andere Besteuerung als bei reinen Privatfahrten ?

4. Wie berechnet der AG die monatlichen Steuerabschläge für die Privatnutzung ?. Die Gesamtkosten sind ja erst am Ende des Jahres bekannt. Oder muss bei der Fahrtenbuchmethode der Geldwerte Vorteil erst nach Erteilung des Steuerbescheids an das Finanzamt abgeführt werden.

Sehr geehrter Fragesteller,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform nur dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Die Leistungen im Rahmen einer persönlichen anwaltlichen Beratung/Vertretung können und sollen an dieser Stelle nicht ersetzt werden.
Auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Fragen zusammenfassend wie folgt beantworten:


Zunächst Grundlegendes:

Bekommt ein Arbeitnehmer (AN) von seinem Arbeitgeber einen Dienstwagen zur Verfügung gestellt und darf diesen neben der rein dienstlichen Nutzung auch für private Fahrten sowie die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzen, muss der AN den ihm hierdurch entstehenden geldwerten Vorteil (= Nutzwert) versteuern.

Dieser Nutzwert wird vom AG monatlich ermittelt und zu dem Gehalt hinzugerechnet und hiervon dann Lohn- und Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag sowie Sozialversicherung einbehalten.

Zur Ermittlung des Nutzwertes stehen zwei Methoden zur Verfügung – die Pauschalierungsmethode und die Nachweismethode (Fahrtenbuch).


Nun zu ihren konkreten Fragen:

Frage 1:

Zu den Gesamtkosten des Fahrzeuges zählen

- tatsächlich vorgenommene Abschreibungen bzw. bei einem Leasingfahrzeug die Leasingraten
- sämtliche Betriebskosten inklusive Umsatzsteuer (Benzin, Öl, Reifen, Reparatur usw.)
- Kfz-Steuer
- Kfz-Versicherungen
- Finanzierungskosten
- etc.

Frage 2:

Bei der Fahrtenbuchmethode werden die Gesamtkosten (Dienst- und Privatfahrten) ermittelt und dann im tatsächlichen Verhältnis aufgeteilt. Die auf den privaten Teil entfallenden Benzinkosten sind somit bereits im vermögenswerten Vorteil enthalten.

Frage 3:

Die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind teilweise erwerbsbedingt und gemäß § 9 Absatz 1 Satz 3 Nr. 4 EStG als Werbungskosten im Rahmen der Einkommensteuererklärung (teilweise) absetzbar. Die rein privaten Fahrten sind hingegen nicht von der Steuer absetzbar.

Frage 4:

Wie Sie bereits richtig festgestellt haben, stehen die genauen Werte der Gesamtkosten erst am Ende des jeweiligen Jahres fest. Daher berechnet der AG die Nutzungswerte zunächst nur vorläufig. Dies geschieht dadurch, dass er den Vorjahreswert nimmt und monatlich 1/12 hiervon als vermögenswerten Vorteil dem Lohn zuschlägt. Am Jahresende wird dann der tatsächliche Nutzungswert ermittelt. Den sich eventuell ergebenden Differenzbetrag verrechnet der AG mit der nächsten Lohnabrechnung oder im betrieblichen Lohnsteuer-Jahresausgleich.


Ich hoffe, Ihnen mit den vorstehenden Ausführungen Ihre Fragen umfassend beantwortet zu haben. Im Bedarfsfall nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.


Mit freundlichen Grüßen

Kay Fietkau
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 05.02.2008 | 15:56

Sehr geehrter Herr Fietkau,

besten Dank für Ihre Beschreibung.
Ich habe eine Nachfrage zu Punkt 2.
Sie sagen, dass die Versteuerung von vom AG bezahltem Benzin für Privatfahrten mit der Aufteilungsregelung bereits abgegolten ist.
Dann ist die Bezahlung von Benzin für Privatfahrten ein weiter lukrativer Vorteil:
Beispiel:
Gesamtkosten: 15.000 €
Gesamt km 80.000/ Dienst. 60.000km / Privat 20.000km
Zu versteuern: 15000 x 20.000/80.000 = 3750 €

Bezahlt der AG auch das Privatbenzin sieht es wie folgt aus:
Benzin für 20.000 km ca. 3.000 €
Gesamtkosten: 18.000 €
Gesamt km 80.000/ Dienst. 60.000km / Privat 20.000km
Zu versteuern: 18000 x 20.000/80.000 = 4.500 €

Es müssen also nur 750€ mehr versteuert werden, obwohl der Wert des Benzins 3.000 € beträgt.

Ist dies so richtig ?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 05.02.2008 | 16:39

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Wie bereits erwähnt, enthalten die Gesamtkosten sowohl die dienstlichen als auch die privaten Benzinkosten.

Sind in ihrem Fall in den 15T € die dienstlichen Benzinkosten schon enthalten, gilt:

15.000 € = 9.000 € (dienstliche Bezinkosten) + 6.000 € (sonstige Kosten)

(Dabei gilt 9.000 € = 3.000 € x (60.000 km/20.000 km) - bei angenommen konstantem Benzinverbrauch sowie angenommen konstanten Benzinpreis)

Rechnet man nun die 3.000 € für die privaten Bezinkosten hinzu, ergeben sich Gesamtkosten in Höhe von 18.000 €.

Die Aufteilung privat/dienstlich erfolgt im Verhältnis 1:3, d.h.

Gesamtkosten 18.000 € --> 4.500 € privat und 13.500 € dienstlich

davon

Benzinkosten 12.000 € --> 3.000 € privat und 9.000 € dienstlich

sonstige Kosten 6.000 € --> 1.500 € privat und 4.500 € dienstlich

Die 3.000 € sind somit vollständig in dem zu versteuernden Betrag enthalten.

Sind in den 15.000 € die dienstlichen Benzinkosten noch nicht enthalten, gilt:

Gesamtkosten = 15.000 € + 3.000 € (private Benzinkosten) + 9.000 € (dienstliche Benzinkosten) = 27.000 €

Die Aufteilung privat/dienstlich erfolgt wiederum im Verhältnis 1:3, d.h.

Gesamtkosten 27.000 € --> 6.750 € privat und 20.250 € dienstlich

davon

Benzinkosten 12.000 € --> 3.000 € privat und 9.000 € dienstlich
sonstige Kosten 15.000 € -->3.750 € privat und 11.250 € dienstlich

Wiederum sind die 3.000 € vollständig in dem zu versteuernden Betrag enthalten.

Mit freundlichen Grüßen

Kay Fietkau
Rechtsanwalt

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