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Fahrradunfall mit ausparkendem Auto - wer hat schuld?

30.07.2013 10:17 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Zusammenfassung: Maßgebliche Indizien für die Schuldverteilung bei einem Unfall zwischen Radfahrer und aus einer Parklücke herausfahrendem PKW-Fahrer.

Guten Morgen,
Ich bin mit dem Fahrrad in eine Straße eingebogen, einen Fahrradweg gab es nicht. An der rechten Seite der Straße gab es schräge Parkbuchten, die auch belegt waren. Beim Einbiegen in die Straße hatte ich freie Fahrt bis zur nächsten Ampel. Nachdem ich in die Straße eingebogen war, fuhr ein Auto rückwärts aus einer dieser schrägen Parkbuchten heraus. Ich bemerkte das Auto zu spät, um noch rechtzeitig zu bremsen. Ich fuhr mit circa 20-25 km/h in die rechte Seite des Autos und stürzte. Dabei verletzte ich mich schwer und musste einige Tage im Krankenhaus verbringen. Am Unfallort sagte der Fahrer des Wagens, dass ich so schnell gefahren wäre, dass er mich gar nicht gesehen hätte. Scheinbar ist er erst durch den Aufprall auf mich aufmerksam geworden. Bei der Polizei hat er zu Protokoll gegeben, dass der Wagen bereits stand als ich aufgefahren bin. Das ist vermutlich richtig, zumindest war der Wagen komplett aus der Parklücke herausgefahren. Es gibt auch einen Zeugen, wobei ich die Aussage von dem Zeugen nicht kenne. Inzwischen wurde ich aufgefordert, eine Zeugenaussage zu machen, da der Fahrer des Wagens wegen fahrlässiger Körperverletzung angezeigt wurde.

Ich habe folgende Fragen:
Wer trägt die Schuld an diesem Unfall und ist die Schuld gegebenenfalls zu verteilen? Wie sähe eine Schuldverteilung aus und welche Einflussfaktoren führen dazu? Macht es Sinn im Rahmen der Zeugenaussage einen Strafantrag zu stellen, diesen vorzubehalten oder darauf zu verzichten? Wie ist von meiner Seite aus weiter vorzugehen?

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihnen Ihre Fragen anhand des geschilderten Sachverhaltes und des gebotenen Einsatzes wie folgt:

Eine mögliche Einschätzung bezüglich der Frage, wer die Schuld an dem Unfall trägt, kann erst nach Einsichtnahme in die Akte bzw. in den Polizeibericht erfolgen, da für die Beurteilung der Schuldfrage die örtlichen Gegebenheiten, wie auch die Anstoßstelle an dem Fahrzeug und auch die Aussage des von Ihnen angesprochenen Zeugen eine maßgebliche Rolle spielen. Nach Ihrer Schilderung spricht jedoch einiges dafür, daß Sie auf jeden Fall eine Teilschuld, wenn nicht gar eine überwiegende Schuld an dem Unfall trifft, wenn der PKW, auf den Sie aufgefahren sind, tatsächlich bereits ganz aus der Parklücke herausgefahren ist und tatsächlich gestanden hat. Um eine genauere Prognose bezüglich der Schuldverteilung abgeben zu können, ist jedoch unbedingt eine Einsichtnahme in die Akte erfor-derlich. Den PKW-Fahrer trifft auf jeden Fall eine mindestens 25%-ige Schuld im Sinne der Betriebsgefahr, sofern der Unfall für ihn nicht völlig unvermeidbar war.

Sie sollten auf jeden Fall einen Anwalt vor Ort beauftragen im Hinblick auf die Akteneinsicht-nahme und die Vertretung Ihrer Interessen, um Nachteile für sich zu vermeiden. Insbesondere sollten Sie keine schriftliche Aussage ohne vorherige Rücksprache mit einem Anwalt machen. Da Sie nach eigenen Angaben nicht unerhebliche Verletzungen erlitten haben, sollten Sie außerdem einen Strafantrag stellen.

Gleichzeitig darf ich Sie darauf hinweisen, daß dieses Portal lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung der Sach- und Rechtslage dient und eine ausführliche Begutachtung Ihres Falles durch einen Anwalt vor Ort nicht ersetzen kann.

Sollten Sie eine Nachfrage haben, können Sie diese gern über das kostenlose Nachfrageportal stellen. Über eine positive Bewertung würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Claudia Bertram

Nachfrage vom Fragesteller 30.07.2013 | 12:08

Ich hatte nach den Einflussfaktoren für die Schuldverteilung gefragt. Muss hier nicht auch berücksichtigt werden, dass der Pkw-Fahrer mich nicht gesehen hatte und mir die Vorfahrt genommen hat?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.07.2013 | 15:24

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihnen Ihre Nachfrage wie folgt:
Selbstverständlich spielt die Tatsache, wer Vorfahrt gehabt hat, eine wesentliche Rolle. Ihrer Schilderung war nicht eindeutig zu entnehmen, daß Ihnen der Autofahrer die Vorfahrt genommen hat, da Sie geschrieben haben, der PKW sei bereits aus der Parklücke ganz herausgefahren, als es zu dem Zusammenstoß mit Ihrem Rad kam. Allerdings obliegt dem PKW-Fahrer als jemand, der rückwärts aus einer Parklücke auf eine Straße fährt, eine gesteigerte Obliegenheitspflicht, sich zu vergewissern, daß diese Straße auch frei ist.
Für die Schuldfrage sind, wie gesagt, die örtlichen Gegebenheiten maßgeblich, zu denen natürlich auch die Vorfahrtsregeln gehören. Wichtig ist nach wie vor auch die Anstoßstelle an dem PKW sowie Ihre Geschwindigkeit, mit der Sie gefahren sind. Sofern der PKW tatsächlich bereits ganz aus der Parklücke gefahren ist und auf der Straße gestanden hat, ist von hier aus nicht erklärlich, weshalb Sie ihn nicht rechtzeitig gesehen haben. Möglich ist auch, daß sich die Schuldfrage nicht eindeutig klären läßt, was zu einer 50%-igen Haftungsverteilung führen könnte. Aber alle diese Einschätzungen ohne Einblick in die Akte und die tatsächlichen Gegebenheiten sowie die Zeugenaussage sind nur Spekulationen, so daß ich Ihnen nochmals rate, auf jeden Fall einen Anwalt vor Ort einzuschalten, der sich die Örtlichkeit anschauen, die Akte einsehen und Sie dann entsprechend beraten kann.

Mit freundlichen Grüßen
Claudia Bertram

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