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Fahrkostenerstattung Verein

01.06.2015 17:31 |
Preis: ***,00 € |

Vereinsrecht


Zusammenfassung: Auslagenerstattung im Verein ist ein seit vielen Jahren umstrittenes Thema. Abrechnungen auf Euro und Cent sind in der Regel unproblematisch möglich. Aktuelle Informationen stellen auch Finanzministerien und Finanzämter bereit.

Ich bin seit Jahren Übungsleiter in einem Sportverein. Vor Jahren war es möglich am Ende des Jahres eine Spendenbescheinigung für Fahrten zu Wettkämpfen erhalten. Die Übungsleiterpauschale beträt 10€/Jahr bei 20€/Jahr Beitrag.
Dem Verein wäre es möglich auch Fahrtkosten zu erstatten, da das Barvermögen > 40.000€ ist und die Ausgaben geringer wie die Einnahmen sind.

Nun stellt der Verein keine Spendenbescheinigung aus, da lt. Kassierer eine Satzungsänderung erforderlich ist, wenn Kosten erstattet werdensollen. Eventuell reicht auch ein Vorstandsbeschluss. Eine Rückwirkende Bescheinigung ist nicht möglich.
Auch die Auszahlung der ausgelegten Fahrtkosten und dann eine Rücküberweisung ist nicht möglich wegen der Satzungsänderung.
Da ich zwischen 2000 und 5000km im Jahr zu Wettkämpfen als Betreuer fahre, habe ich für mein Ehrenamt keine Unterstützung. Wenn es so ist, ist es doch diese Regelung wirklichkeitsfremd. Wer liest schon bei Eintritt in einen Verein und Ausübung eines Ehrenamtes die Satzung.
Besteht nicht doch noch die Möglichkeit eine Spendenbescheinigung zu erhalten.

Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage und die darin übermittelten ersten Angaben zu Ihrem Sachverhalt.

Tatsächlich ist die Frage, inwieweit bei (gemeinnützigen) Vereinen Auslagen erstattet oder durch eine Pauschale abgegolten werden können, schon seit vielen Jahren umstritten und wird zwischen Vereinen und Finanzämtern diskutiert. Der Gesetzgeber ist an verschiedenen Stellen im Einkommensteuerrecht und nun auch zum Jahreswechsel 2014/2015 im Vereinsrecht selbst tätig geworden.

Um jede Unsicherheit auszuschließen, haben viele Vereine die Anregung beherzigt, frühzeitig und im Vorhinein die Satzungen anzupassen.

Offenbar ist dies in Ihrem Verein übersehen worden.

Die pauschale Abgeltung von Auslagen wie Fahrtkosten oder die pauschale Ausstellung einer Spendenquittung dürfte tatsächlich nun nicht (mehr) möglich sein, jedenfalls nicht, wenn die steuerlichen Pauschalen (Reisekosten, km-Pauschale, u.ä.) überschritten werden.

Nach Ihrer Schilderung wäre es aber denkbar, dass Sie einzelne Fahrtkosten konkret und anhand der tatsächlichen Höhe abrechnen. Da Sie und der Verein dies in der Vergangenheit anders gehandhabt haben, sollten Sie die Abrechnung ausdrücklich mit zeitlichem Vorlauf ankündigen und erst dann praktizieren. Nur so hätte der Verein die Möglichkeit, auf die geänderten Rahmenbedingungen zu reagieren und auch - das wäre theoretisch möglich - zu entscheiden, ob Sie weiterhin als Übungsleiter auswärtige Termine für den Verein wahrnehmen sollen oder nicht.

Sie können dann natürlich freiwillig Teile der Auslagenerstattung auch an den Verein zurückspenden und hierüber eine Spendenquittung erhalten.

Darüber hinaus haben Sie natürlich die Möglichkeit, auch kurzfristig eine Satzungsänderung herbeizuführen. Ihre Vereinssatzung wird Ihnen und anderen Mitglieder ein sogenanntes "Minderheitenrecht" einräumen, wonach eine bestimmte Anzahl Mitglieder eine Mitgliederversammlung erzwingen (beantragen) kann. Sollte Ihre nächste Mitgliederversammlung erst in der zweiten Jahreshälfte anstehen, empfehle ich dringend hiervon entweder nach Absprache mit dem Vorstand oder im Zusammenschluss mit anderen Übungsleitern Gebrauch zu machen. Denn die Problematik wird alle Vorstandsmitglieder, Übungsleiter und Ehrenamtlichen betreffen.

Sie finden eine aktuelle Veröffentlichung z.B. des Finanzministeriums Thüringen online unter http://apps.thueringen.de/de/publikationen/pic/pubdownload853.pdf. Auch weitere Finanzministerien und Finanzämter haben Informationen bereitgestellt, die über die Frage der Steuerpflicht oder Steuerbefreiung informieren.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen ersten Antworten bereits weiterhelfen. Diese online-Beratung kann eine anwaltliche Erstberatung nicht ersetzen, aber Sie soll Ihnen einen ersten Eindruck von der Rechtslage vermitteln.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Hotstegs
Rechtsanwalt

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