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Fahrgemeinschaft Eheleute

| 26.09.2010 16:07 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,
vorab ein paar Erklärungen und dann zu meiner Frage.
Ich arbeite schon seit Jahren an einem 115 km entfernten Arbeitsort. Mein Mann war in der Nähe unserer gemeinsamen Wohnung (Lebensmittelpunkt) beschäftigt. Bis Ende 2008 machten wir, immer ohne Probleme, eine doppelte Haushaltsführung geltend.
Nun wurde mein Mann von seinem Arbeitgeber ab 01.01.2009 auch nach meinem Arbeitsort versetzt. Da wir ein Eigenheim besitzen, hatten wir uns entschlossen, meine kleine Nebenwohnung aufzugeben und nun jeden Tag gemeinsam zur Arbeit zu fahren.
Die Fahrten wurden zu 90% mit unserem Dieselfahrzeug zurück gelegt und der Rest mit dem Benziner (Kostenfrage).
Belegt wurden von uns diese Fahrten mit Tankquittungen (Diesel und Benzin) sowie Werkstattrechnungen (es wurde leider keine Fahrtenbuch geführt).
Eingetragen in der Steuererklärung 2009 haben wir bei den Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte aber nur den Diesel, wie folgt:
Ehemann: 222 Tage x 120 km (priv. Kfz - Diesel)
Ehefrau: 212 Tage x 115 km (priv. Kfz - Diesel).
Weiterhin absolviert mein Mann seit 3 Jahren ein Fernstudium in Nürnberg, welches von den Fahrtkosten bisher auch ohne Probleme anerkannt wurde.
Der Veranstaltungsort (Entfernung 180 km) wurde an 14 Tagen aufgesucht (entspr. Bestätigungen wurden der Steuererklärung beigelegt).
Da kommen also bei ihm nochmal 14 Tage x 180 km dazu.
Nun erhielten wir heute Post von unserem Finanzamt, daß wir für unsere BEIDEN Fahrzeuge einen Nachweis des tatsächlichen Kilometersatzes erbringen sollen, da wir eine Jahresfahrleistung von 107.080 km beantragt haben, anhand der Werkstattrechnungen und anderer eingereichter Belege aber nur 56.656 km nachweisen können. Fahrten Wohnung - Arbeitsstätte werden dementsprechend gekürzt.
Jetzt endlich zu unserer Frage:
Laut unsrer Internetrecherche können auch Ehepaare, wenn sie den gleichen Weg zur Arbeit mit dem gleichen Fahrzeug fahren (ich steige 5 km eher aus) die Pendlerpauschale in Anspruch nehmen (Fahrgemeinschaft Eheleute). Beide Partner haben den Anspruch auf die Entfernungspauschale.
Haben wir hier etwas falsch verstanden und interpretiert?
Haben wir falsche Angaben in der Steuererklärung gemacht?
Wenn man nur die 222 Tage x 120 km (Hin- und Rückfahrten: 53.280 km) und die 14 Tage x 180 km nimmt (gesamt: 5.040 km), dann stimmt es ja wieder fast mit den nachgewiesenen Kilometern.
Die letzte Werkstattrechnung war vom Oktober 2009. Es wurden also noch einige Kilometer "geschrubbt"!
Wie soll ich z.B. meine 48.760 km (212 Tage x 115 km) nachweisen, wenn ich im selben Auto wie mein Mann gesessen habe?!
Für ein paar Informationen, wie wir uns dem Finanzamt gegenüber weiter verhalten sollen, ob der Fehler vielleicht doch bei uns liegt oder ob uns nur ein besonders eifriger Finazbeamter im Genick sitz,
wären wir Ihnen sehr dankbar!
Mit freundlichen Grüßen
asti303



26.09.2010 | 16:44

Antwort

von


(416)
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Sehr geehrte Fragestellerin:

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich möchte anhand des geschilderten Sachverhaltes im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten:

I. Entfernungspauschale:
Die Entfernungspauschale beträgt 0,30 Euro für jeden vollen Entfernungskilometer zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte.

Die anzusetzende Entfernungspauschale ist wie folgt zu berechnen:
Zahl der Arbeitstage x volle Entfernungskilometer x 0,30 Euro.

Nach § 9 Absatz 2 Satz 1 EStG sind durch die Entfernungspauschale sämtliche Aufwendungen abgegolten, die durch die Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte und Familienheimfahrten entstehen. Dies gilt z. B. auch für Parkgebühren für das Abstellen des Kraftfahrzeugs während der Arbeitszeit, für Finanzierungskosten,
Beiträge für Kraftfahrerverbände, Versicherungsbeiträge für einen Insassenunfallschutz, Aufwendungen infolge Diebstahls sowie für die Kosten eines Austauschmotors anlässlich eines Motorschadens auf einer Fahrt zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte oder einer Familienheimfahrt.

Darüber hinaus ist die anzusetzende Entfernungspauschale grundsätzlich auf einen Höchstbetrag von 4 500 Euro im Kalenderjahr begrenzt (für jede Person einschließlich Ehepaaren).

Bei Ihnen kann daher folgende Pauschale abgesetzt werden:
212 x 115 Km x 0,30 = 7.314 €
Bei Ihrem Mann:
222 x 120 x 0,30 = 7.992 €

Diese sollten auf 4.500 Euro herabgesetzt werden.

Bei Benutzung eines eigenen oder zur Nutzung überlassenen Kraftwagens greift die Begrenzung auf 4 500 Euro allerdings nicht. Der Arbeitnehmer muss lediglich nachweisen oder glaubhaft machen, dass er die Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte mit dem eigenen oder ihm zur Nutzung überlassenen Kraftwagen zurückgelegt hat. Ein Nachweis der tatsächlichen Aufwendungen für den Kraftwagen ist somit für den Ansatz eines höheren Betrages als 4 500 Euro nicht erforderlich.


II. Fahrgemeinschaft:
Was die Fahrgemeinschaft angeht, ist die Lage etwas komplizierter. Denn die Begrenzung auf 4.500 € gilt nur nicht bei Benutzung eines eigenen Kraftwagens.

Der Höchstbetrag für die Entfernungspauschale von 4 500 Euro greift bei einer wechselseitigen Fahrgemeinschaft aber nur für die Mitfahrer der Fahrgemeinschaft an den Arbeitstagen, an denen sie ihren Kraftwagen nicht einsetzen.

Bei wechselseitigen Fahrgemeinschaften kann zunächst der Höchstbetrag von 4 500 Euro durch die Wege an den Arbeitstagen ausgeschöpft werden, an denen der Arbeitnehmer mitgenommen wurde. Deshalb ist zunächst die (auf 4 500 Euro begrenzte) anzusetzende Entfernungspauschale für die Tage zu berechnen, an denen der Arbeitnehmer mitgenommen wurde. Anschließend ist die anzusetzende (unbegrenzte) Entfernungspauschale für die Tage zu ermitteln, an denen der Arbeitnehmer seinen eigenen Kraftwagen benutzt hat. Beide Beträge zusammen ergeben die insgesamt anzusetzende Entfernungspauschale.

Setzt bei einer Fahrgemeinschaft nur ein Teilnehmer seinen Kraftwagen ein, kann er die Entfernungspauschale ohne Begrenzung auf den Höchstbetrag von 4 500 Euro für seine Entfernung zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte geltend machen. Bei dem anderen ist diese auf 4.500 Euro begrenzt.

Es kommt also bei Ihnen darauf an, wer mit welchem Auto gefahren hat. Dafür ist auf die Eigentumsverhältnisse der Wagen abzustellen.
Ein Steuerpflichtiger benutzt ein „eigenes Kfz", wenn er dessen (bürgerlich-rechtlichen) Allein- oder Miteigentümer ist oder zumindest als wirtschaftlicher Eigentümer (vgl. dazu § 39 Abs. 2 Nr. 1 AO ).
Das (von einem Dritten) dem Stpfl. zur Nutzung überlassene Kfz kann z. B. geleast oder angemietet sein. Es reicht allerdings nicht aus, wenn ein Nutzungsverhältnis nur von Fall zu Fall kurzfristig begründet wird.

Die Nachfrage des Finanzamtes ist daher nachvollziehbar.

Können Sie nicht glaubhaft machen, wer welches Auto gefahren hat, wird dies zu Ihren Lasten ausgelegt.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Ernesto Grueneberg, LL.M.
Fachanwalt für Migrationsrecht

Bewertung des Fragestellers 28.09.2010 | 06:19

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