Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Fahrerhaftung bei Autounfall mit Fremd-Kfz


| 01.04.2006 14:23 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht



Sehr geehrte Rechtsanwaeltinnen, sehr geehrte Rechtsanwaelte,

mein Sohn hatte einen Unfall mit dem Auto seiner Freundin und als Vater moechte ich mich sachkundig machen:

Mein Sohn wohnt mit seiner Freundin zusammen und benutzt(e) haeufig ein Auto seiner Freundin, welches deren Eltern gehoert. Da beide auswaerts studieren, loesen sie sich auch beim Fahren auf Heimfahrten ab.

Etwa vor einem knappen Jahr fuhr mein Sohn im Auftrag seiner Freundin allein mit dem Auto seiner Freundin (Halter deren Vater) zum Einkaufen von Lebensmitteln und setzte das Auto beim Einparken rueckwaerts gegen einen niedrigen Betonpoller, den er uebersah. Die Rueckleuchte zerbrach, die hintere Stossstange hatte eine Beule und war leicht verzogen.

Mein Sohn kaufte eine neue Rueckleuchte und brachte diese selbst an, damit das Fahrzeug wieder verkehrstauglich war (im Einvernehmen mit den Eltern der Freundin). Zu einem spaeteren Zeitpunkt ging der Wagen zur Reparatur in die Werkstatt. Hieraus ergab sich wohl eine Rechnung von 2000 Euro. Die Details kennt mein Sohn bis heute nicht. Seine Freundin spricht ihn immer von Zeit zu Zeit darauf an (im Auftrag ihrer Eltern?), wann er gedenkt, den Schaden zu bezahlen. Durch Hinweise der Freundin ist bei meinem Sohn ferner der Eindruck entstanden, dass bei der Reparatur auch zwei weitere bisher nicht einwandrei reparierte Vorschaeden mit erledigt worden sind.

Seine Freundin und deren Eltern gehen davon aus, dass die private Haftpflichtversicherung meines Sohnes den Schaden uebernehmen wird (meine Privat-Haftplicht als Vater, in der mein studierender Sohn noch mitversichert ist). Das ist m.E. nicht der Fall, da diese Risiken in der Privathaftpflicht ausgeschlossen sind. Eine Vollkaskoversicherung fuer das Kfz gibt es nicht. Die Teilkasko-Kfz wuerde m.E. evtl. den Glasschaden, d.h. die Rueckleuchte ersetzen (aber eine Meldung erfolgte wohl nicht, somit duerfte auch die Zeit abgelaufen sein fuer eine Schadensregulierung). Und meine Rechtsschutzversicherung traegt doch keine Schaeden, sondern m.E. nur Beratungs- und Verfahrenskosten, falls Ansprueche mindestens schriftlich gestellt werden.

Somit gibt es aus meiner Sicht hier keine Versicherung, die den Schaden tragen wird. Ist das richtig?

Haftungsrechtlich erhebt sich die Frage, ob mein Sohn ganz, teilweise oder gar nicht fuer den Schaden aufkommen muss, den er angerichtet hat, weil es sich u.U. um eine Gefaelligkeitshandlung mit eingeschraenkter Haftung handeln kann. Grund: Seine Freundin beauftragt ihn mit der Fahrt zwecks Einkauf von Lebensmitteln im gemeinsamen Haushalt und ein grob fahrlaessiges oder vorsaetzliches Verhalten bei dem Unfall wird nicht vorgeworfen werden koennen.

Gibt es hier Aussichten, die Schadenshaftung zu reduzieren oder ganz abzulehnen und kann evtl. der zeitliche Ablauf (Unfall vor fast einem Jahr, bisher keine konkrete Aussage ueber die Schadenhoehe) einen Einfluss auf die Haftung oder deren Hoehe haben?

Ich freue mich, dass ich Ihre Internetseite gefunden habe und erhoffe mir von Ihrer Aussage eine Grundlage zu einem privatem Regulierungsangebot, um die Anglegenheit "aus der Welt zu schaffen", da nach meiner Kenntnis keine Versicherungsleistung zu erwarten ist.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre rechtliche Einschätzung des Falls ist überaus zutreffend.

Ob Ihre private Haftpflichtversicherung den Schaden übernimmt, hängt von der Ausgesteltung des Versicherungsvertrages ab. Regelmäßig mitversichert sind Kinder des Versicherungsnehmers, solange sich diese in der Berufsausbildung befinden. Allerdings werden regelmäßig Schäden an geliehenen Sachen nicht ersetzt, für den Bereich des Straßenverkehrs müßte eine zusätzliche Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden.

Die Teilkasko ersetzt die Schäden bei unverzüglicher Schadensanzeige, nach einem Jahr ist die Frist dafür abgelaufen.

Die Rechtsschutzversicherung ersetzt keine materiell-rechtlichen Schadensersatzansprüche sondern lediglich Verfahrenskosten.

Ihr Sohn könnte nur insoweit zum Schadensersatz verpflichtet werden als der Schaden auf einem ihm zurechenbarem Verhalten beruht. Damit ist er jedenfalls nicht im Hinblick auf die Vorschäden zum Schadensersatz verpflichtet. Die Anspruchssteller müßten die Kosten der Reparatur des einen konkreten Schadens darlegen, nur diesen müßte Ihr Sohn ersetzen.

Zudem könnte der Anspruchssteller durch die Nichtanzeige bei der Versicherung gegen seine Schadensminderungspflicht verstoßen haben. Wenn die Versicherung teilweise den Schaden beglichen hätte, ist Ihr Sohn insoweit entlastet.

Zum möglichen Haftungsausschluß bei Gefälligkeitsverhältnissen:
Für Schäden am Kfz des Halters kann im Wege der ergänzenden Vertragsauslegung ein stillschweigender Haftungsverzicht angenommen werden, wenn der Halter ein besonderes Interesse daran hatte, daß der Gefällige sich als Fahrer zur Verfügung stellte (BGH VersR 78, 625; 80, 385).

Einen Haftungsausschluß wurde etwa bejaht bei der Mitnahme anderer Kinder im Pkw bei einer Fahrt zum Kindergarten (LG Karlsruhe, VersR 89, 143). Verneint wurde ein Haftungsausschluß hingegen bei der Überführung eines Pkw zur Werkstatt (Ffm NJW 98,1232).

Ob für Ihren konkreten Fall bereits Rechtsprechung vorliegt, kann wegen der Begrenzung der Antwortzeit, nicht abschließend geklärt werden. Werde mich in der Sache nochmals per Email bei Ihnen melden.

Sie sollten sich die Rechnung der Werkstatt vorlegen lassen und auf die Rechtslage hinweisen (Verletzung der Schadensminderungspflicht, möglicher Haftungsausschluß). Mit diesen Argumenten dürfte ein Vergleich auf vernünftiger Basis geschlossen werden können, mit dem beide Parteien zufrieden sein werden.

Mit freundlichen Grüßen

Kamil Gwozdz
Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Herzlichen Dank für die schnelle, klare und gut verständliche Antwort! Gerne wieder. "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER