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Fahrerflucht ohne Vorstatz. Beifahrer auch Fahrerflucht?

05.02.2012 03:32 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Sehr geehrte Damen und Herren,

Vor drei Tage ist folgende passiert:

Um ca. 14:30 habe ich ein Fahrzeug in eine Parklücke eingeparkt. Mein Bruder ist der Besitzer dieses Fahrzeugs, und er war mein Beifahrer.

Als wollten wir wegfahren (ca. 16:00 Uhr), haben wir die Nachricht von Polizei an der Windschutzscheibe unserer Wagen gefunden. Die lautet: „Ihr Fahrzeug wurde durch ein Unfall beschädigt, Zeit des Unfall 11:10". Tatsächlich habe ich Lackschaden an hintere Stoßstange meines Wagens gefunden. Nur der Zeitpunkt des Unfalls stimmte nicht, da zu diesem Zeitpunkt ich mit diesem Wagen woanders war.

Ich ruf sofort an die Polizeipräsidium, um Information über den Unfall zu bekommen. Der Beamter hat mir gesagt, dass ein Unfall wurde registriert, und dass der Unfallverursacher Fahrerflucht begann hat.

An meine Frage, ob es eine Information gibt, wer mein Auto beschädigt hat, hat er beantwortet, dass Auto des Unfallgegners ist registriert. Ich habe mich sofort beruhigt, weil ich dachte, dass es kein Problem wird mit der Versicherung des Unfallgegners den Schaden an meinem Wagen zu klären.
Ich habe auch gefragt, wann kann ich meine Personalien vorliegen kann? Er hat gesagt, dass ich jede Zeit vorbei kommen kann, auch nach Wochenende.

Ich und mein Bruder kamen um ca. 19:00 Uhr gleichen Tag zu Polizeipräsidium um Unfallsituation zu klären, und die Information über KFZ-Versicherung des Unfallgegners zu bekommen. Aber wir waren böse überrascht, als wir erfahren, dass nicht jemand andere der Unfall verursacht hat, sondern laut Unfallgegner habe ich beim Parken an das seine Auto gefahren und Fahrerflucht begann. Das war für uns ein Shock, da wir beide beim Parken nichts gemerkt haben.

Laut Polizei hat der Unfallgegner folgende Ansage gemach: er hat um 11:10 Uhr sein Auto geparkt hat, und um ca. 14:50 Uhr (ca. 20 Minuten nach unserer Ankunft) wegfahren wollte. Er hat gesehen, dass hintere Stoßstange meines geparkten Fahrzeugs sein Fahrzeug berührt.

Laut Polizei, es ist kein Schaden an dem Fahrzeug der Unfallgegner gewesen. Es kann sich natürlich ändern, da der Unfallgegner sein Fahrzeug in Werkstadt prüfen lässt.

Ich bin nicht sicher, und habe Zweifel, dass ich die Tat begann habe.
Meiner Meinung nach, ist der Unfallgegner mit seinem Wagen beim Ausparken (oder Einparken) in mein Wagen angefahren hat und dann die Polizei gerufen, und seine Version erzählt hat. Leider gibt es keine Zeugen, um das zu bestätigen. Nur dass ich und mein Bruder nichts beim meinem Einparkmanöver gehört, kein Stoß gespürt
und nach dem Austeigen nicht gesehen haben.

Meine Fragen:

1. Was passiert, wenn Unfallgegner keinen Schaden bei seinem Fahrzeug findet. Werde ich trotzdem wegen Fahrerflucht angeklagt? Soll ich mit dem Unfallgegner klären, z.B. seinen eventuellen Schaden zu begleichen?
was soll ich im diesem Fall berücksichtigen?

2. Wenn ich beweise, dass es kein Vorsatz war, ist es auch keine Fahrerflucht? Kann es überhaupt beweisen?

3. Wird mein Bruder als Beifahrer und als Besitzer des Autos bestrafft? (bei Polizei haben wir erwähnt, dass er dabei war).

4. Wie groß sind meine Chancen bei der Gegenaussage? Gibt es die Chancen überhaupt?

Mit freundlichen Grüßen

Samuraj

Sehr geehrter Fragesteller,
vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten möchte:

Zuerst einmal müssen Sie grundlegend unterscheiden zwischen zivilrechtlichen Ansprüchen (aufgrund der Beschädigungen am Auto) und strafrechtlich relevantem Verhalten aufgrund der vorgeworfenen Fahrerflucht.

Zu 1) Aufgrund dieser Unterscheidung ermittelt die Polizei erst einmal völlig unabhängig vom Schadensumfang. Ob Sie angeklagt werden kann seriös zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden, da diese die Anklageerhebung alleinige Entscheidung der Staatsanwaltschaft ist.
Eine Vertretung durch einen Rechtsanwalt gegenüber Polizei und Staatsanwaltschaft zu diesem Verfahrenszeitpunkt wäre aber sehr sinnvoll. Von einer vorzeitigen Bezahlung des Schadens rate ich Ihnen aufgrund des ungeklärten Schadensherganges aber dringend ab.

Zu 2) Vorsatz ist beim unerlaubten Entfernen vom Unfallort immer erforderlich, der Täter muss also wissen, dass ein Unfall stattgefunden hat.
Eine Beweiswürdigung bzw. Beweisführung findet aber immer erst in einem eventuellen Prozess statt. Mittels einer unfalltechnischen Analyse kann bei solchen Unfällen ziemlich sicher nachgewiesen werden, welches Auto sich bewegt hat.

Zu 3) Rein theoretisch kann auch der Beifahrer Fahrerflucht begehen, wenn er der Halter des Fahrzeuges ist. Ich halte hier eine Anklage gegen Ihren Bruder aber für sehr unwahrscheinlich.

Zu 4) Die Chancen mit einer Gegenanzeige etwas zu erreichen gibt es aus meiner Sicht durchaus.
Sollten Sie, was wie gesagt sehr sinnvoll wäre, einen Rechtsanwalt beauftragen, kann auch dieser für Sie den Sachverhalt zur Anzeige bringen. Außerdem könnten Sie dann noch eine gemeinsame Strategie für das weitere Vorgehen entwickeln.


Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.
Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Sven Kienhöfer
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 05.02.2012 | 14:01

Sehr geehrte Herr Sven Kienhöfer

Danke für Ihre schnelle Antwort,
Ich habe nur die Verständnisfragen zum 1)

Bis jetzt hat die Polizei Information, dass an seinem Fahrzeug kein Schaden gibt, da an der Unfallstelle kein Schaden an seinem Fahrzeug gefunden wurde. Aber laut der Unfallgegner, er will das in einer Werkstatt prüfen. Was das bedeutet, kann ich mir nur vorstellen. Und ich verstehe auch, dass je mehr Schaden wird, desto große Strafe in den schlimmsten Fall ich bekomme.

Ich möchte wissen ob es ein Sinn gibt mit dem Unfallgegner seine eventuelle Schaden außergerichtlich beglichen, BEVOR er seinem Anwalt, meiner Versicherung, Polizei oder Staatsanwaltschaft über Schaden an seinem Fahrzeug informiert.

Die Frage mit anderen Worten lautet:

Werden die eventuelle Ermittlungen eingestellt, oder eventuelle Anklage fallen, wenn an seinem Fahrzeug kein Schaden gibt, im Sinne: „kein Schaden – kein Unfall, kein Fahrerflucht"? Wenn ja, gibt es ein Sinn mit dem Unfallgegner noch VOR eventuelle Verfahren einigen?
(Ich verstehe, dass sie nicht mit dem „Ja" oder „Nein" beantworten können, aber ich möchte wissen wie groß oder klein die Wahrscheinlichkeit ist)

Wenn es sinnvoll ist, und wenn ich die Schriftliche Bestätigung von Unfallgegner bekomme, dass es kein Schaden erstanden, wo muss ich damit wenden: zu Polizei, zum Staatanwaltschaft?

Wo und wie kann ich alle Materialen der Verkehrsunfallaufnahme, z.B. Unfallfoto zu bekommen, die Polizei gemacht hat?

Mit freundlichen Grüßen,

Samuraj.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 05.02.2012 | 18:40

Sehr geehrter Fragesteller,

wie ich bereits oben geschrieben habe, gibt es keinen Sinn den Schaden außergerichtlich zu begleichen. Die strafrechtlichen Konsequenzen laufen völlig unabhängig von der Unfallregulierung. Etwas anderes würde nur gelten, wenn der Schaden nachweislich unter 50 € liegt, dies kommt aber bei Autoschäden eigentlich nie vor.

Durch eine außergerichtliche Bezahlung dürften Sie in Ihrem Fall sogar noch Nachteile haben, da dies bei dem ungeklärten Sachverhalt gegen Sie ausgelegt werden könnte.

Akteneinsicht in die Verkehrsunfallaufnahmen erhalten Sie als Privatperson überhaupt nicht, diese erhält nur ein von Ihnen beauftragter Rechtsanwalt.

Ich empfehle Ihnen deshalb weiterhin dringend, einen Rechtsanwalt beauftragen. Gern können Sie mich in dieser Angelegenheit kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen

Sven Kienhöfer
Rechtsanwalt

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