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Fahrerflucht nach leichtem Auffahrunfall (kleine Delle, Kratzer an Stoßstange)

| 05.02.2020 15:45 |
Preis: 57,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Hallo zusammen,
heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit musste ich innerhalb geschlossener Ortschaft hinter einem geparktem Auto abbremsen, um den Gegenverkehr vorbei zu lassen. Das hinter mir fahrende Auto hat dies wohl nicht rechtzeitig bemerkt und ist mir leicht aufgefahren (wie erwähnt Delle und Kratzer an der Stoßstange).
Ich bin dann aus meinem Wagen ausgestiegen um alles zu begutachten und mit dem anderen Fahrer zu sprechen. Dieser machte jedoch keinerlei Anstalten ebenfalls auszusteigen, sondern veruschte irgendwie krampfhaft, seinen Wagen zu starten, was zunächst nicht direkt gelang.
Also ging ich zum anderen Wagen und klopfte dort an die Scheibe. Der noch sehr junge Fahrer starrte starr geradeaus, gab plötzlich dann Gas, fuhr mir fast über die Füße und haute ab!

Für das Ganze gibt es auch einen Zeugen, der dort mit seinem Hund spazieren ging.

Ich muss allerdings dazu sagen, dass dieser Typ, also der Fahrer, wohl mit dem Wagen schon die halbe Nacht durch unseren Ort gefahren ist, denn ich erkannte das Auto wieder, optisch und akkustisch durch den defekten Auspuff.

Mit dem Fahrer schien mir eindeutig etwas nicht in Ordnung zu sein, denn ohne Grund haut man ja nicht einfach so ab. Also habe ich die Polizei gerufen, am Telefon schon den Sachverhalt geschildert und auch gesagt, in welcher Richtung der Typ gefahren ist, um was für einen Fahrzeugtyp es sich handelte, welche Farbe samt Kennzeichen, alles durchgegeben...

So, und nun weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr so richtig, wie ich weiter vorgehen soll.
Die Polizei kam, ich erzählte, was passiert war, die Beamten sahen sich mein Auto an und äußerten sich folgendermaßen:" Ja da ist ja nun nicht wirklich ein Schaden, was sollen wir denn da überhaupt jetzt aufnehmen?"
Ich erklärte nochmals, dass es ja nicht normal ist, das jemand in so einer Situation einfach abhaut auch wenn vorerst einmal kein GROSSER Schaden zu sehen ist, aber ja dennoch Schaden sichtbar sei und das die ganze Situation ja wohl total unnormal war.
Erst daraufhin nahm der Kollege die Personalien vom Zeugen und mir auf und hat eine Unfallmitteilung geschrieben.
Auf dieser Unfallmitteilung stehen allerdings bei "Beteiligte" nur meine Daten, der andere beteiligte Fahrer steht dort als flüchtig, und es ist noch nicht mal das Kennzeichen des anderen Autos aufgeschrieben, obwohl ich und der Zeuge beide unabhängig voneinander die gleichen Angaben machen konnten. Auch der Name des Zeugen ist dort nicht mit angegeben.

Zusätzlich kommt nun noch hinzu, dass ich mittlerweile weiß, wer der Halter des Wagens ist, denn er ist ein Bekannter aus meinem Dorf und das Auto war weder angemeldet noch versichert und wurde vom Grundstück des Halters entwendet.
Man weiß auch eigentlich, wer der junge Bursche am Steuer war...
Übrigens berichtete mir der zweite Beamte nach der Unfallaufnahme, dass er im Wagen eine Meldung erhalten habe, dass das Auto auf der nächsten Landstraße verunfallt ist und im Graben läge...

Nun meine Fragen:
Wie gehe ich versicherungstechnisch vor?
Wenn ich meine Stoßstange erneuern lasse, welche Versicherung zahlt überhaupt?
Sollte ich nicht auch eine Anzeige gegen diesen Fahrer machen?
Weiterhin bin ich mir sehr unsicher bezüglich der Unfallmitteilung, weil dort nichtmals der Zeuge mit aufgeführt ist. Sollte das nicht von der Polizei ausführlicher notiert werden?

Können Sie mir meinen Fragen beantworten?

Vielen Dank im voraus!
Eingrenzung vom Fragesteller
05.02.2020 | 15:59

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Hier liegt ein Fall des unerlaubten Entfernens vom Unfallort vor.

Auch wenn es sich nur um einen geringen Schaden handelt, ist der Unfallursacher verpflichtet, zu warten und dem Geschädigten die erforderlichen Angaben gegenüber zu machen.


2.

Da es sich nach Ihrer Schilderung um einen verhältnismäßig geringfügigen Schaden handelt, sollten Sie bei einer Werkstatt einen Kostenvoranschlag einholen. Sie dürfen das Fahrzeug nicht reparieren lassen, da Sie dann letztlich die Beweismittel vernichten.

Den Kostenvoranschlag reichen Sie bei der Haftpflichtversicherung des gegnerischen Fahrzeugs ein. Um welche Haftpflichtversicherung es sich handelt, erfahren Sie über den Zentralruf der Autoversicherer. Sie haben das Kennzeichen und den Fahrzeugtyp, so dass Ihnen alle notwendigen Informationen vorliegt.

Wenn Sie vom Zentralruf die Auskunft über die gegnerische Haftpflichtversicherung erhalten haben, schreiben Sie die gegnerische Haftpflichtversicherung an und schildern den Unfallhergang. Sodann beziffern Sie den Schaden auf der Grundlage des Kostenvoranschlags (und zwar netto, das heißt ohne Mehrwertsteuer) zuzüglich der Nebenkostenpauschale von 25 €.

Die Mehrwertsteuer wird Ihnen ersetzt, wenn Sie die Reparatur durchgeführt haben und die Reparaturkostenrechnung an die Versicherung weiterleiten.

Sodann setzen Sie der gegnerischen Haftpflichtversicherung eine den Datum nach bestimmte Frist, zum Beispiel zum 20.2.2020.


3.

Nun wird sich die Versicherung bei Ihnen melden und mitteilen, dass man den Fall bearbeitet. Aufgrund Ihrer Schilderung kann ich mir vorstellen, dass der Unfallgegner seiner Versicherung den Unfall nicht angezeigt hat. Deshalb wird der Haftpflichtversicherer des Fahrzeugs des Unfallgegners den Unfallgegner anschreiben und um Stellungnahme bitten.

Sodann werden Sie abwarten müssen, wie die Versicherung weiter verfährt.

Wenn die gesetzte Frist verstreicht, ohne dass ein Zahlungseingang zu verzeichnen ist, setzen Sie zunächst eine Nachfrist.

Erfolgt dann keine Schadensregulierung, sollten Sie die Angelegenheit einem Rechtsanwalt übergeben. Die gegnerische Versicherung übernimmt auch die Kosten des Rechtsanwalts.


4.

Bei der Polizei ist der Unfall bereits aktenkundig. Dass Sie namentlich aufgeführt sind und der Unfallverursacher als flüchtig gelistet wird, ist korrekt. Einer gesonderten Anzeige bedarf es nicht.

Wenn die Polizei keinen Zeugen aufführt, ist das für Sie zunächst von untergeordnetem Interesse. Sie haben aber recht, wenn Sie sagen, die Polizeibeamten hätten auch die Zeugen auf der Unfallmitteilung namentlich angeben müssen.

Leider sind die Unfallmitteilungen gar nicht so selten recht schlampig ausgefüllt, aus welchen Gründen auch immer.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 05.02.2020 | 16:47

Erst einmal danke für diese Antwort.
leider war der unfallverursacher nicht der Halter des Wagens, sondern hat das Auto gestohlen.
Und das Auto ist weder angemeldet noch versichert
In diesem Fall gäbe es ja gar keine Versicherung an die ich den Kostenvoranschlag senden könnte, oder?
Haftet dann der Halter, der ja aber nicht der Fahrer war?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.02.2020 | 17:35

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Die Nachfrage enthält, was den Sachverhalt angeht, für die rechtliche Beurteilung wesentliche Fakten, die Sie in Ihrer Frage leider nicht angesprochen haben. Aufgrund der neuen zusätzlichen Informationen, ergibt sich eine vollkommen andere Situation.


2.

Sie haben als Anspruchsgegner, d.h. als Person, von der Sie Schadenersatz verlangen können, vermutlich nur den Fahrer des Fahrzeugs.

Wenn Sie definitiv wissen, dass das Fahrzeug nicht versichert gewesen ist, können Sie sich auch nur an den Fahrer wenden und dort Schadensersatzansprüche geltend machen.

Sofern es sich bei der Frage, ob das Fahrzeug versichert ist oder nicht, nur um Spekulationen handelt, rate ich, zunächst eine Anfrage beim Zentralruf zu machen. Dann haben Sie positive Kenntnis davon, ob das Fahrzeug zum Unfallzeitpunkt versichert gewesen ist oder nicht.

Sollte das Fahrzeug versichert gewesen sein, haben Sie die Versicherung als Anspruchsgegner. Die Versicherung wird sich dann intern gegebenenfalls bei dem Fahrer versuchen schadlos zu halten, was Sie aber nicht zu interessieren braucht.


3.

Den Fahrzeughalter können Sie unter Umständen nur dann haftbar machen, wenn der Halter die Entwendung des Fahrzeugs schuldhaft ermöglicht hat. Ein solcher Fall wäre gegeben, wenn der Fahrzeughalter das Fahrzeug mit Zündschlüssel unbeaufsichtigt abgestellt hätte. Diesen Nachweis werden Sie im Zweifel aber nur schwerlich erbringen können.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 05.02.2020 | 17:51

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