Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Fahren ohne Fahrerlaubnis und Unfallflucht?

| 26.09.2013 15:08 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Zusammenfassung: Besteht eine Strafbarkeit auch dann, wenn bei einem unerlaubten Entfernen vom Unfallort die Feststellungen nachträglich ermöglicht werden?

Fahren ohne Fahrerlaubnis + Unfallflucht

Zunächst möchte ich sagen, dass dies der Gipfel eines absoluten Pechtages war:

Ich bin Fußballtrainer und habe leider Gottes zurzeit keine Fahrerlaubnis. Daher fahre ich in der Regel mit meinem Co-Trainer zum Training und zu den Spielen. Gestern brauchte jedoch die Mutter meines Co-Trainers seinen Wagen. Daher haben wir den Wagen meines Vater genommen der im Urlaub ist. Das ist für in auch kein Problem, also haben wir es nicht geklaut. Nach dem Training fahren wir manchmal noch in die Stadt (wir leben auf dem Land). Daher wollte ich mich nach dem Training im Auto umziehen (Es ist ein abgelegener alter Fußballplatz ohne Kabine). Als ich mich umzog habe ich versehendlich die Handbremse gelöst und der Wagen überrollte rückwärts einen Maschendrahtzaun.
Mein Co-Trainer war zu diesem Zeitpunkt noch auf dem Platz und sammelte die Materialien ein etc.
Als ich ihn dazuholte haben wir dann versucht, den Wagen wieder flott zu kriegen. Da es aber bereits 22:30 war hat es einige Zeit gedauert bis wir realisierten dass dies nicht ging.
Ich rief dann den ADAC (da mein Vater dort Plus Mitglied ist und es sein Auto war). Und mein Co-Trainer ging zu Fuß nach Hause (der Weg war nicht weit wir benötigten das Auto jedoch für die Trainingsmaterialien, die auch im Auto waren).
An die Unfallstelle habe ich 3 Entschuldigungsbriefe gelassen (im nachhinein weiß ich, dass das nicht reicht).
Am nächsten Morgen nahm ich sofort Kontakt mit dem Katasteramt auf um den Eigentümer des Zaunes selbst ausfindig zu machen und den Schaden zu beheben.
Der Mitarbeiter beim Katasteramt fand mein Anliegen löblich und "versprach" sich im laufe eines Telefongesprächs mit dem Namen.
Leider hat der ADAC die Polizei informiert. Welche auch am nächsten Morgen bei mir vor der Tür standen (Sie standen vor der Tür NACHDEM ich nachweislich Kontakt mit dem Katasteramt aufgenommen habe)
Diese wirft mit nun unerlaubtes Entfernen vom Unfallort vor.
Auf die Frage nach meinem Führerschein konnte ich natürlich keinen vorlegen.
Ich erzählte Ihnen den Ablauf am vorigen Abend und daraufhin wollten Sie den Namen meines Co-Trainers haben. Ab diesem Punkt habe ich die Aussage verweigert, da ich meinen Co-Trainer nicht der Unfallflucht bezichtigen möchte.
Daraufhin wirft mir die Polizei nun auch Fahren ohne Fahrerlaubnis vor, da sie behauten ich hätte den Wagen zum Trainingsplatz gefahren und den Co-Trainer nur erfunden.
Ich habe die Aussage weiterhin verweigert und eine spätere Aussage angekündigt.
Den Besitzer den Grundstücks konnte ich bereits ausfindig machen, und auch er meint, dass dies eine Bagatellsache ist und man dafür nicht die Polizei benötigt.

Meine Fragen sind nun:
Kann mein Co-Trainer überhaupt für die Unfallflucht belangt werden, obwohl er zum Zeitpunkt des Unfalls nicht mal in der Nähe war?
Ist es noch Fahrerflucht, wenn ich noch vor Eintreffen der Polizei mit dem Geschädigten Kontakt aufnehme?
Kann ich für das Fahren ohne Fahrerlaubnis belangt werden obwohl ich nie am Steuer gesessen habe und entsprechend mich dort niemand gesehen hat?
Kann Mein Vater als Halter des Wagend für Irgendetwas belangt werden?

Ich hoffe auf eine Schnelle Rückmeldung


Einsatz editiert am 26.09.2013 15:20:11

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Kann mein Co-Trainer überhaupt für die Unfallflucht belangt werden, obwohl er zum Zeitpunkt des Unfalls nicht mal in der Nähe war?

Sofern Ihr Co-Trainer zum Zeitpunkt des Unfalls nicht in der Nähe war, kann er strafrechtlich nicht belangt werden. Sie schildern hierzu, dass Sie beide versucht hatten, das Fahrzeug wieder zum Laufen zu bringen und letztendlich der ADAC gerufen werden musste. Hier ist fraglich, ob man Ihren Co-Trainer als Unfallbeteiligten im Sinne des § 142 Abs. 5 StGB ansehen kann. Demnach ist Unfallbeteiligter „jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann." Aus meiner Sicht hat sich Ihr Co-Trainer nicht wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort strafbar gemacht, da er nicht zur Verursachung des Unfalls beigetragen hat.

Ist es noch Fahrerflucht, wenn ich noch vor Eintreffen der Polizei mit dem Geschädigten Kontakt aufnehme?

Der Tatbestand ist auch dann erfüllt, da – wie Sie schon richtig erkannt haben – es nicht ausreichend ist, Zettel zu hinterlassen. Grundsätzlich muss der Unfallbeteiligte nämlich zugunsten des Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und die Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und die Angabe, dass er an dem Unfall beteiligt war, ermöglichen. Liegt die Situation so, dass niemand vor Ort ist, der diese Feststellungen ermöglicht, muss eine angemessene Zeit gewartet werden. Nachts gegen 22:30 Uhr kann man von Ihnen erwarten, dass Sie die Polizei rufen, wenn keine feststellungsbereite Person vor Ort ist. Eine Bestrafung erfolgt auch dann, wenn die Feststellungen nicht unverzüglich nachträglich (nach Ablauf der Wartezeit) ermöglicht werden. Hierzu genügt es, den Geschädigten oder die nächste Polizeidienststelle zu informieren. Die Strafe wird gemildert, wenn die Feststellungen innerhalb von 24 Stunden nach dem Unfall ermöglicht werden, es sich um einen Unfall außerhalb des fließenden Verkehrs handelt und kein bedeutender Sachschaden vorliegt. Die Grenze wird bei etwa 1.300 € gezogen. Unter Umständen kann auch ganz von einer Strafe abgesehen werden, § 142 Abs. 4 StGB.

Kann ich für das Fahren ohne Fahrerlaubnis belangt werden obwohl ich nie am Steuer gesessen habe und entsprechend mich dort niemand gesehen hat?

Allein, dass der Unfall mit Ihrem Fahrzeug verursacht wurde, beweist noch nicht, dass Sie am Steuer gesessen haben. Der Tatbestand des Fahrens ohne Fahrerlaubnis nach § 21 StVG ist nur erfüllt, wenn ein Kfz geführt wird, obwohl die hierzu erforderliche Fahrerlaubnis nicht besteht. Dabei stellt nicht jede Betätigung von technischen Einrichtungen des Fahrzeugs - wie z. B. das Anlassen des Motors - ein Führen des Fahrzeugs dar. Vielmehr muss das Kfz in Bewegung gesetzt werden, was durch das Lösen der Handbremse allerdings der Fall ist. Man wird Ihnen hier wohl kein vorsätzliches Handeln vorwerfen können. Ob fahrlässiges Handeln in Betracht kommt, ist eine Frage des Einzelfalls und kann erst nach Akteneinsicht beurteilt werden.

Kann Mein Vater als Halter des Wagend für Irgendetwas belangt werden?

Strafrechtlich kann man Ihren Vater wohl kaum belangen, sofern er davon ausgehen durfte, dass das Fahrzeug nicht von Ihnen geführt werden wird, auch wenn Sie die Erlaubnis hatten, dieses abzuholen. Zivilrechtlich kann er als Halter für den entstandenen Sachschaden aber in Anspruch genommen werden.

Ich empfehle Ihnen, einen auf Verkehrsrecht spezialisierten Kollegen zu beauftragen, der zunächst Akteneinsicht nimmt. Erst dann ist es ratsam, weitere Einlassungen zur Sache zu machen.


Abschließend weise ich Sie noch auf folgendes hin:
Diese Plattform dient lediglich zur ersten rechtlichen Orientierung und kann eine ausführliche Rechtsberatung nicht ersetzen. Es ist nur eine überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems aufgrund Ihrer Angaben zum Sachverhalt möglich. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Angaben zum Sachverhalt kann sich eine abweichende rechtliche Bewertung ergeben.


Nachfrage vom Fragesteller 26.09.2013 | 19:24

Sehr geehrte Frau Deinzer,

vielen Dank für ihre Rasche Antwort.
Die Polizei behaupten derzeitig ich hätte den Wagen zum Parkplatz gefahren und nicht mein Co-Trainer, da ich bislang keine Angaben zu ihm gemacht habe.
Solange es nicht zwingend erforderlich ist würde ich dies auch gerne beibehalten, da er aus anderen Gründen nicht gerne die Polizei bei sich vor der Haustüre hat.
Die Frage ist nun ob ich durch die Unerstellung der Polizei den Wagen gefahren zu haben belangt werden kann, ohne das man mir das absichtliche Führen eines Kfz`s (die Fahrt zum Parkplatz) nachweisen kann oder ob ich meinen Co-Trainer als entlastungszeugen dafür benötige.

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.09.2013 | 08:45

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Die Fahrt des Wagens zum Parkplatz durch Ihren Co-Trainer ist nicht strafbar. Es gibt daher keinen ersichtlichen Grund, warum Sie diesen nicht als Entlastungszeugen benennen sollten. Anderenfalls könnte man Ihnen durchaus das Führen eines Kfz unterstellen, wobei aber weitere Ermittlungen notwendig sind, z.B. die Spurenauswertung auf dem Fahrersitz. Sie sollten über einen Rechtsanwalt Akteneinsicht nehmen und erst danach weitere Einlassungen zur Sache machen. Alles, was Sie vor Akteneinsicht sagen, könnte nachteilig sein, weil nicht bekannt ist, wie weit die Ermittlungen der Polizei bereits sind.

Mit freundlichen Grüßen

Marion Deinzer
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 29.09.2013 | 07:24

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 29.09.2013 4/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70152 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Die Antwort und die Argumentation des Anwaltes hat mir gut gefallen. Ich denke, dass ich ihn mit einem Mandat beauftragen werde. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und kompetente Antwort. So gut, dass ich mit dem Anwalt meine Rechte in der Angelegenheit durchsetzen lassen werde. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Endlich mal ein Anwalt der eine eigene Meinung hat und nicht nur mit Allgemeinplätzen rumdruckst! ...
FRAGESTELLER