Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Fahren mit gefälschter Versicherungsplakette!


21.02.2006 15:33 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth



Sehr geehrte/r Anwalt/in !
ich habe seit ca 3 Wochen keinen Versicherungsschutz für mein Auto, die Plakette wurde entwertet und der Wagen somit zwangsstillgelegt. Die ganze Zeit hatte ich kaum Probleme ohne Auto, was nebenbei am 1. wieder angemeldet werden soll, doch Gestern Abend, fand ich niemanden der mich zum Supermarkt fahren konnte, ich hatte auch nur noch wenig Geld im Haus gerade genug für den Einkauf, und konnte mir kein Taxi leisten. Es war schon halb 8 abends und dunkel, mir fiel ein das ich noch solche "wappenbildchen" die meine Kinder aus dem Internet abgemalt hatten, ich glaube das war mal für die Schule,irgendwo in der einer Schublade hatte. Dummerweise dachte ich das für den Weg ca 3 Kilometer, das sicher "ausreichen würde" und das wohl keiner merken würde, wenn ich in einer halben Stunde zurück wäre. Ich klebte dieses gemalte Bildchen auf und fuhr los, meine Tochter sammelte ich unten auf der Strasse ein, sie kam vom spielen und war fast "erfroren". Beim Supermarkt angekommen, blieb meine Tochter im Auto, sie wollte Musik hören. Ich kam so ungefähr nach einer viertelstunde aus dem Markt und sah schon die Polizei neben meinem Auto parken. Meine Tochter sah mich ganz erschrocken an, und als ich am Wagen ankam und mich die Polizisten ansprachen, war mir natürlich sofort klar warum. Die Polizisten wollten eigentlich nur noch selbst schnell was einkaufen und ihnen war der Wagen wegen der lauten Musik aufgefallen und dann eben das Nummernschild auch!
Der Markt befindet sich kurz hinter der Grenze von einem anderen Bundesland, ca1 km, die Polizisten kamen aus meinem und mussten jetzt auch noch Verstärkung aus dem anderen Bundesland holen aus der nächsten Stadt. Ohje, ich kann ihnen sagen ich war froh das so gut wie keine Leute mehr ausser uns auf dem Parkplatz waren. Nun bekam ich meine Rechte aufgesagt und eine Anzeige wegen Urkundenfälschung und Fahren ohne Zulassung usw. Den wagen musste ich stehen lassen. Ich habe ihn mittlerweile auf mein Grundstück abschleppen lassen.

Nun meine Frage: Welche Strafen habe ich zu erwarten, was kann ich tun?
Dummerweise bin ich schon einmal vor Jahren ohne Plakette erwischt worden.
Und was noch hinzu kommt, was meine größte Sorge ist, ich hatte vor 2 Wochen eine Verhandlung . Ich bekomme seit ca. 12 Jahren Methadon, und musste mir illegal auf den schwarzen Markt welches nachkaufen und wurde erwischt. Auf jeden Fall bekam ich 1/2 jahr auf 3 Jahre Bewährung, + eine Geldstrafe!
Nun habe ich Angst , das man die Bewährung wiederrufen könnte. Wie sieht das aus? Die eine Tat hat doch mit der anderen nichts zu tun, oder?

Ich hoffe ich habe nicht zu wirr geschrieben und Sie können mir antworten, wichtig ist mir zu wissen ob die Bewährung wiederrufen wird,welche Strafe ich sonst zu erwarten habe und ob ich mit einem Anwalt etwas erreichen kann?
Vielen Dank für Ihre Mühe




Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage möchte ich wie folgt beantworten:

Durch Ihren Ausflug haben Sie eine Urkundenfälschung nach § 267 StGB und eine Tat nach § 6 I PflVG (Pflichtversicherungsgesetz)begangen. Ich gehe davon aus, dass Sie nicht unter dem Einfluss alkoholischer oder anderer berauschender Mittel gestanden haben.

Wer ein Fahrzeug auf öffentlichen Wegen oder Plätzen gebraucht oder den Gebrauch gestattet, obwohl für das Fahrzeug der nach § 1 erforderliche Haftpflichtversicherungsvertrag nicht oder nicht mehr besteht, wird nach § 6 I PflVG mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. Nach § 6 III PflVG kann das Fahrzeug eingezogen werden, wenn die Tat vorsätzlich begangen wurde und das Fahrzeug dem Täter oder Teilnehmer zur Zeit der Entscheidung gehört.

Sie müssen zunächst mit einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe rechnen, das Sie einschlägig vorbestraft sind und die Taten während einer laufenden Bewährungszeit begangen haben. Erschwerend kommt hinzu, dass Sie vor zwei Wochen zu einer Freiheitsstrafe mit Bewährung verurteilt worden sind und somit die Warnfunktion dieser Verhandlung nicht beachtet haben.
Das wird bei den Strafverfolgungsbehörde in besonderer Weise als straferschwerend angesehen.

Ob Ihnen nunmehr nochmals die Vollstreckung der neu abzuurteilden Straftat zur Bewährung ausgesetzt wird, hängt nach § 56 StGB davon ab, ob Ihnen eine günstige Prognose gestellt werden kann.
Die Progose ist dann günstig, wenn auch ohne Vollstreckung der Freiheitsstrafe zu erwarten ist, dass Sie sich in Zukunft und nicht nur während der Bewährungszeit, nicht mehr strafbar machen. Es muss eine Wahrscheinlichkeit straffreier Führung in der Zukunft bestehen.
Die Straftaten während der Bewährungszeit zeigen, dass die frühere günstige Prognose falsch war, deshalb kann eine erneute günstige Prognose nur unter besonderen Umständen richtig sein.
Freiheitsstrafen von mehr als zwei Jahren dürfen nicht zur Bewährung ausgesetzt werden.

Ich halte es daher für möglich, dass Sie mit einer kurzen Freiheitsstrafe zur Einwirkung auf Sie in einer Größenordnung zwischen zwei und sechs Monaten rechnen müssen.
Dabei erscheint es fraglich, ob Sie nochmals eine Bewährung bekommen werden.

Der Widerruf einer Strafaussetzung kommt immer dann in Betracht, wenn der Verurteilte in der Bewährungszeit eine Straftat begeht und dadurch zeigt, dass die Erwartung, die der Strafaussetzung zugrunde lag, sich nicht erfüllt hat (§ 56 I Nr. 1 StGB).
Vom Widerruf kann aber abgesehen werden, wenn es ausreicht, weitere Auflagen oder Weisungen zu erteilen, namentlich den Verurteilten einem Bewährungshelfer zu unterstellen oder die Bewährungs- oder Unterstellungszeit zu verlängern (§ 56 II StGB).

Vor diesem Hintergrund ist bei Ihnen mehr als angebracht, dass Sie sich die Dienste eines Strafverteidigers sichern, um effektiv verteidigt zu werden.

Sie können daher gerne mit mir in Kontakt zu treten, um weitere Einzelheiten zu besprechen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.


Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt -


info@kanzlei-roth.de
www.kanzlei-roth.de



FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER