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Fahr- und Werbungskosten im Einkommensteuerbescheid

| 15.03.2012 19:56 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Guten Tag!

Ich bin verheiratet, meine Frau und ich sind voll berufstätig und lohnsteuerpflichtig.

In unserem Einkommensteuerbescheid wurden bei meinem doppelten Wohnsitz (aus beruflichen Gründen) die Familienheimfahrten und die Werbungskosten (Bewerbungen, Fahrten zu Vorstellungsgesprächen u. a.) nicht anerkannt. Begründung:

"... wurden nicht anerkannt, da Sie die Fahrten nicht angetreten haben können, weil Sie krank waren."

Ich war nahezu das gesamte Jahr über arbeitsunfähig. Aber was hat das eine mit dem anderen zu tun? Ich leide an Depressionen und bin tatsächlich heimgefahren. Zudem habe ich mich natürlich auch als Kranker beworben, weil ich ohne Krankheit arbeitslos wäre. Eine Depression schließt nicht aus, dass ich von heute auf morgen einen Arbeitsversuch starte. Ebenso schließt eine Depression nicht aus, dass ich mich ins Auto setze und zu meiner Familie fahre. Dies natürlich auch aus gesundheitsfördernden Gründen.

Eine Begründung für die Nichtanerkennung der weiteren Werbungskosten (Bewerbungen, Vorstellungsgespräche usw.) fehlt ganz.

Die Mietkosten des doppelten Haushalts wurden hingegen anerkannt. (Man hätte noch argumentieren können: Warum doppelter Haushalt, wenn ich krank bin? Jener wurde aber vor der Erkrankung begründet.)

Lohnt sich ein Einspruch?
Bin ich gezwungen, dem Finanzamt gegenüber meine Diagnosen zu offenbaren?
Bin ich als Kranker unabhängig der Diagnose fahruntauglich? Oder habe ich gar kein Recht auf Familienheimfahrten, die steuerlich abzusetzen wären? Darf ich mich als Kranker nicht bewerben, zumindest die Kosten dafür nicht absetzen? Immerhin unterlag das Krankengeld ja auch dem Progressionsvorbehalt.

Vielen Dank für Ihre Antwort.


-- Einsatz geändert am 15.03.2012 20:23:08

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:
Sie sind gegenüber dem Finanzamt nicht verpflichtet die Diagnose bzw. Ihre Krankheit preiszugeben.


Die Nichtanerkennung der Kosten resultiert daraus, dass Sie bei Krankheit zb auch keine Fahrtkosten Wohnung-Arbeitsstätte ansetzen können, weil Sie de facto nicht zur Arbeit fahren. Falls Sie also nichtsdestotrotz Familienheimfahrten geltend machen, geht das Finanzamt richtigerweise davon aus, dass diese privat veranlasst sind. Die Aufwendungen im Zusammenhang mit der doppelten Haushaltsführung setzt voraus, dass Sie tatsächlich arbeiten. Ob Sie fahrtüchtig sind oder nicht, spielt hierfür keine Rolle.
Die Bewerbungskosten und die Fahrten zu den Vorstellungsgesprächen sind hingegen vollumfänglich absetzbar.
Im Ergebnis sollten Sie diesbezüglich Einspruch einlegen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 15.03.2012 | 22:25

Guten Tag, Herr Hermes,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Die Familienheimfahrten sind privater Natur, schreiben Sie. Das ist korrekt, trifft aber stets zu. Gemäß Steuerrecht habe ich wöchentlich Anspruch auf 1 Heimfahrt. Muss ich tatsächlich in Arbeit sein, um das Recht auf Heimfahrt zu haben? Die Kosten für die Strecke Zweitwohnsitz - Arbeitsstätte habe ich gegenüber dem Finanzamt nicht erwähnt, weil ich ja nicht arbeitete. Das ist logisch. Aber als Kranker darf ich meine Familie nicht besuchen? Krankengeld ist nur eine Lohnersatzleistung. Das Arbeitsverhältnis und damit der Grund für den doppelten Haushalt besteht doch.

Sie schreiben, dass die Aufwendungen im Zusammenhang mit der doppelten Haushaltsführung voraussetzen, dass ich tatsächlich arbeite. Ich tat dies nicht, dennoch wurde mir ja die Miete ersetzt. Das widerspricht sich. Der doppelte Haushalt wurde anerkannt und steuerlich berücksichtigt. Aber eben nur zum Teil. Miete ja, Heimfahrten nicht? Wo ist dort die Logik? Wieso nicht komplett?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 17.03.2012 | 09:47

Eine Logik steckt da tatsächlich
nicht da hinter. Aber nur weil Sie krank sind, werden Sie sicherlich nicht die Wohnung an Ihrem Arbeitsort kündigen und somit sind die Kosten für die Wohnung "zwangsläufig" anfallende Kosten. Mit privater Natur meine ich, dass Sie ja gar nicht an Ihren berufsbedingten Nebenwohnsitz anreisen müssten, da Sie nicht arbeiten (können) und somit auch keine steuerlich absetzbare Familienheimfahrten haben. Die Anreise und Rückreise zu dem berufsbedingten Nebenwohnsitz sind im Fall der Krankheit sind privat veranlasste Aufwendungen. Kosten, welche privater Natur sind, dienen zur Abgrenzung der Kosten welche beruflicher Natur sind wie Werbungskosten zu denen auch Kosten der doppelten Haushaltsführung gehören.

Bewertung des Fragestellers 17.03.2012 | 09:50

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