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Fäschung der Unterschrift


29.09.2007 13:53 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Tanja Stiller



Ich habe meiner Ex-Frau einen Brief durch Einschreiben mit Rückschein zukommen lassen wollen. Dem Briefträger öffnete bei Zustellung der "Freund". Wohl auf die Frage wer er den sei muß er geantwortet haben: Der Ehemann. Daher das Kreuz auf dem Rückschein: Zugestellt an Ehepartner. Wie heißen sie? Also trug der Briefträger unten den Namen ein: meinen Namen, also den Absender. Und er unterschrieb mit meinem Nachnahmen.
Ist das Urkundenfälschung? Oder? Was kann ich gegen diesen Typen unternehmen? Mit welchem Strafmaß hat er ggf. für welchen Tatbestand zu rechnen?

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Zuerst möchte ich Sie daraufhin weisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall die Beratung durch eine Kollegin/ einen Kollegen vor Ort ersetzen kann.
Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann nämlich die rechtliche Beurteilung komplett anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Ihre Frage beantworte ich aufgrund, der von Ihnen erhaltenen Angaben und eingesetzten Betrag wie folgt:

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, hat sich der „ Freund“ Ihrer Exfrau dem Postboten gegenüber als Ehemann Ihrer Ehefrau ausgegeben und mit Ihrem Nachnamen unterschrieben.

Durch dieses Verhalten könnte sich der „ Freund“ einer Urkundenfälschung gemäß § 267 Abs.1 Alt.1 StGB strafbar gemacht haben.

Nach § 267 Abs.1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu 5 JAHREN oder mit GELDSTRAFE bestraft, wer zur Täuschung im Rechtsverkehr eine UNECHTE URKUNDE HERSTELLT, eine echte Urkunde verfälscht oder eine echte oder verfälschte Urkunde gebraucht.

Unter Urkunde ist jede verkörperte menschliche Gedankenerklärung zu verstehen, die geeignet und bestimmt ist, im Rechtsverkehr Beweis zu erbringen und ihren Aussteller erkennen lässt.

Als Tathandlung kommt hier das HERSTELLEN EINER UNECHTEN URKUNDE in Betracht.
Bei dieser Alternative stellt der Täter eine neue Urkunde her und täuscht über die Person des Ausstellers.
Da der „Freund“ mit Ihrem Nachnamen unterschrieben hat, hat er über die Identität des Ausstellers getäuscht.
Erkennbarer Aussteller waren Sie und tatsächlicher Aussteller der „ Freund“.
Es liegt somit eine Identitätstäuschung vor.
Mit der Unterschrift hat der „ Freund“ nämlich gegenüber dem Postboten erklärt, dass er Sie sei.

Hätte der „ Freund“ mit seinem eigenen Namen unterschrieben und lediglich wahrheitswidrig erklärt, er sei der Ehemann Ihrer Exfrau, so läge KEINE Urkundenfälschung vor.
Dies wäre dann eine schriftliche Lüge, die aber nicht als unechte Urkunde betrachtet wird und somit nicht den Tatbestand der Urkundenfälschung erfüllt.

Sie können bei der Polizei Strafanzeige gegen den „ Freund“ erstatten.

Welche Strafe der „ Freund“ zu erwarten hat, hängt von verschiedenen Faktoren wie z.B. Vorstrafen etc. ab und kann also im Rahmen dieses Forums nicht beurteilt werden.


Ich hoffe, dass ich Ihnen eine erste rechtliche Orientierung bieten konnte und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin Tanja Stiller

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