Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Fälschung meines Studienauweises für kostenlose Bahnfahrten

03.03.2009 22:35 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,
heute habe ich ein Schreiben der Bundespolizeidirektion Koblenz erhalten, dass gegen mich polizeiliche Ermittlungen geführt werden. Die mir angelasteten Delikte sind Urkundenfälschung nach § 267 Abs. 1 StGB und Betrug nach § 263 Abs. 1 StGB. Ende Oktober bin ich in einem RMV-Zug gefahren und hatte keine gültige Fahrkarte, als mich der Schaffner kontrollierte. Als ich ihm meinen Personalausweis für die Aufnahme der persönlichen Daten gab, rutschte leider ein nicht mehr gültiger, aber von mir persönlich verlängerter Studentenausweis aus meinem Portemonaie. Der Schaffner forderte mich auf mir diesen Ausweis zu zeigen. Dabei fiel ihm auf, dass der Ausweis verfälscht war. Ich bezahlte die 40 Euro für mein Fahren ohne gültigen Fahrausweis. Den gefälschten Studentenausweis behielt der Schaffner ein und leitete ihn offensichtlich weiter. Seit dem Vorfall habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht, aus welchem Grund ich mit einem gefälschten Studentenausweis gefahren bin. Denn seit Februar des Jahres war ich bereits kein Student mehr. Als der Vorfall passierte hatte ich gerade eine Stelle als akademischer Berufsanfänger angetreten. Warum habe ich mir dies also "angetan"? Heute kann ich es mir nur so erklären, dass ich über die Jahre meines selbstfinanzierten Studiums eine regelrechte Sorge/Angst um meine finanzielle Existenz aufgebaut habe. Zu lange zu wenig finanzielle Mittel (für eine junge Familie). Ich habe mir noch nie etwas zu schulden kommen lassen und bin dementsprechend nicht vorbestraft. Nun bin ich natürlich schockiert, dass nach vier Monaten mich dieser Brief erreicht. Ich werde darin aufgefordert mich zum Sachverhalt zu äußern. Ich habe mich dazu entschieden, die mir zur Last gelegten Delikte zuzugeben und mich schriftlich zum Sachverhalt zu äußern. Meine Frage: Ist es sinnvoll, wenn ich mich jetzt noch bei dem Rhein-Main-Verkehrsverbund melde und mich in einem Schreiben für meine Tat entschuldige? Wie detailliert sollte meine schriftliche Stellungnahme im Anhörbogen ausfallen, damit es für mich günstig ausgeht? Mit welcher Strafe habe ich zu rechnen? Ist es möglich, dass ich dafür einen Eintrag in das polizeiliche Führungszeugnis erhalte? Gibt es die Möglichkeit, dass ich mich außergerichtlich mit dem Verkehrsverbund einigen kann? Herzlichen Dank für Ihre Bemühungen!

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich kann gut verstehen, dass Sie sich viele Gedanken machen und innerlich sehr aufgewühlt sind.

Ich rate Ihnen jedoch DRINGEND davon ab, sich auf den Anhörungsbogen oder sonst in irgendeiner Weise zu äußern. Ihre Situation ist weniger dramatisch, als Sie vielleicht annehmen – durch unbedachte Äußerungen können Sie sie allerdings schnell verschlechtern.

Der Ihnen vorgeworfene Betrug setzt voraus, dass Sie durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum bei anderen hervorrufen wollen um sich einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen. Dieses haben Sie aber nicht getan, denn Sie hatten bei Ihrer Fahrt im Oktober vergangenen Jahres nicht einen verbilligten Studentenfahrtausweis bei sich, sondern gar keine Fahrkarte! Sie haben also nicht versucht, einen Betrug zu begehen, erst recht haben Sie keinen begangen.

Die Ihnen vorgeworfene Urkundenfälschung setzt nicht nur voraus, dass Sie eine „eine echte Urkunde verfälscht oder eine unechte oder verfälschte Urkunde gebraucht“ haben, sondern dass Sie beabsichtigten diese „zur Täuschung im Rechtsverkehr“ einzusetzen. Wenn dieses Ihre Absicht gewesen wäre, hätten Sie, so vermute ich, eine verbilligte Fahrkarte erworben.

Die Betrugsabsicht ebenso wie die Absicht der Täuschung im Rechtsverkehr mit der falschen Urkunde muss Ihnen nachgewiesen werden; ebenso muss Ihnen nachgewiesen werden, dass Sie den Studentenausweis verfälscht haben. Ich nehme an, dies wird kaum gelingen.

Rechnen Sie damit, dass, wenn Sie sich weder gegenüber der Polizei noch gegenüber der Staatsanwaltschaft äußern, auf schriftlichem Weg ein Strafbefehl mit einer nach Tagessätzen (entsprechend Ihrem Einkommen) bemessenen Geldstrafe ergehen wird. Ich rate Ihnen gegen diesen Einspruch einzulegen und spätestens dann eine/n Rechtsanwältin/-anwalt zu beauftragen. Mit einer guten Verteidigung halte ich auch einen Freispruch für nicht unwahrscheinlich – sofern Sie sich strikt daran halten, nichts, aber auch gar nichts zu sagen.

Es hilft Ihnen auch nichts, sich in irgendeiner Weise mit dem RMV auseinander zusetzen. Das ist keine zivilrechtliche Angelegenheit, die sich außergerichtlich beilegen ließe. Urkundenfälschung ist ein Offizialdelikt und wird von Amts wegen verfolgt. Keine Entschuldigung und keine Zahlung wird die Staatsanwaltschaft davon abhalten, diese Angelegenheit zu verfolgen.

Wenn es zu einem (rechtskräftigen) Strafbefehl kommt, dann wird dieser ins Bundeszentralregister eingetragen wie ein Urteil. Ins Führungszeugnis aufgenommen werden aber nur Geldstrafen über 90 Tagessätzen und Freiheitsstrafen über drei Monate.

Aber daran würde ich zunächst einmal nicht denken. Ihre Lage ist weniger dramatisch als Sie für Sie jetzt erscheinen mag. Behalten Sie ruhig Blut!

Ich hoffe, dass meine Auskünfte Ihnen ein erste Orientierung in der Sache ermöglichen. Bitte berücksichtigen Sie, dass dies auf der Grundlage der von Ihnen gegeben Informationen beruht. Abweichungen, die Ihnen geringfügig erscheinen mögen, können schon zu erheblich unterschiedlichen Bewertungen in der Angelegenheit führen

Gerne können Sie mich in dieser Angelegenheit auch beauftragen. Dank Email, Fax und Telefon stellt auch die Vertretung über die Entfernung kein Problem dar – zu einer eventuellen Verhandlung würde ich gegebenenfalls selbst erscheinen.

Abschließend darf ich Sie auf die Möglichkeit der Nachfrage verweisen.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68649 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Herr Dr. Hoffmeyer konnte mir klar direkt und deutlich meine Frage beantworten und mir auch Tipps für weitere Schritte geben. Sehr nett und empfehlenswert ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnell und kompetent ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Auch wenn mir die Antwort vom Ergebnis nicht gefällt wurde sie schnell und kompetent beantwortet. ...
FRAGESTELLER