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Fälschung eines Semestertickets-Konsequenzen?


10.04.2007 15:32 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich,26 jahre alt, bin am 7.4.2007 mit einem falschen Semesterticket im RE-Zug erwischt worden.
Der Zugbegleiter hat meine Daten aufgenommen, eine 40-Euro Zahlungsaufforderung erteilt und mein gefälschter Semesterticket eingezogen- als Beweisstück wie er sagte.

ich bin so schockiert gewesen,dass ich da gar nicht nachfragte, was auf mich evt. noch zukommen könnte.

Ich habe mein Studium am 20.3.2007 beendet( also vor 3 Wochen) und mein Freund bat mir an(hört sich natürlich blöd und naiv an, den gefälschten Semesterticket machen zu lassen. Er kennt sich damit gut aus und ich muss auch sagen,dass ich mir über den Ausmaß der Konsequenzen ÜBERHAUPT nicht bewusst war. ich kenne mich damit kaum aus,habe weder Drucker noch ein Scanner.

Also seit dem 1.3.2007 hatte ich auch diesen Ticket,allerdings nicht von meiner alten FH, sondern von einem anderen Uni mit meiner alten Matrikelnummer.

Nun bin ich erschischt worden und Zugbegleiter fügte in meiner Zahlungsaufforderung als Bemerkung bei:" das als Semesterticker vorgezeigte Stück Papier ist eine "Fälschung"!!!"

Ich überlege, welche Strafe auf mich zukommt. Ich kann natürlich mit dem Glück rechnen, dass ich "vergessen" werde-aber ich glaube eher nicht....

Einer meiner Überlegungen wäre zur Polizei zu gehen und mich selbst zu stellen. Die Situation schildern( vor 3 Wochen noch Student, schwierige finazielle Situation, Ostern, viel gefeiert und Sonstiges...)...Werde ich durch die Selbststellung vielleicht mildernder bestraft?

Ich muß noch hinzufügen,dass ich am 10/2005 eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 20,- Euro erhalten habe. Und zwar wegen "unerlaubten Entfernen vom Unfallort und fahrlässiger Körperverletzung, Vergehen nach §§ 142 Abs. 1 Nr. 1, 229,230,44, 53 StGB. ich war zwar unschuldig(das kann ich offen und ehrlich sagen)-konnte es aber nicht beweisen,weil die Zeugen eine Falschaussage gegen mich( Freunde der Unfallverursacherin gewesen)getan haben.

Jetzt weiß ich nicht, wie es bei mir weitergehen kann. Ich weiß, dass ich ein DUMMES Fehler getan habe, das mir wirklich leid tut und das ich zutiefsst bereue!!

Ich bin selbstverständlich bereit im Fall einer Anzeige, Geldstrafe zu zahlen, mich beunruhigt aber mehr,ob ich jetzt in Verbindung mit dem anderen Fall von 2005 vorbestraft werden kann.

Welchen Rat können Sie mir bezüglich meiner Situation geben? Mit welchen Folgen kann ich rechnen?Ist die Stellung bei Polizei sinnvoll?

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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Fragen möchte ich anhand der von Ihnen mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Zum Thema "Bin ich vorbestaft?/mit welchen Folgen kann ich rechnen?" möchte ich Ihnen folgendes sagen:

Vorbestraft im umgangssprachlichen Sinn ist man nach einer Verurteilung zu einer Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen oder mehr als drei Monaten Freiheitsstrafe.
"Umgangsprachlich" deswegen, weil eine Strafe bis 90 Tagessätzen nicht im Führungszeugnis eingetragen wird und daher bspw. ein künftiger Arbeitgeber hiervon keine Kenntnis erhält.

Alle Straftaten werden dagegen in das Bundeszentralregister eingetragen, unabhängig von der Art der Straftat oder der Höhe der Strafe. Im juristischen Sinne sind Sie daher bereits jetzt wegen der Verurteilung aus 2005 vorbestraft.

Durch das Fälschen des Fahrausweises kommen als Straftaten insbesondere das sog. Erschleichen von Leistungen nach § 265a Strafgesetzbuch bzw. die sog. Urkundenfälschung nach § 267 StGB in Betracht. Bei beiden Straftaten handelt es sich um sog. Vergehen (im Gegensatz zu schwerer wiegenden sog. Verbrechen). Sollte Strafanzeige gestellt werden, die Polizei bzw. Staatsanwaltschaft in diese Richtung ermitteln und letztlich ein Verfahren vor Gericht eröffnet und Ihre Schuld festgestellt werden, wäre mit einer (geringen) Geldstrafe zu rechnen, welche deutlich unterhalb der Höhe von 90 Tagessätzen liegen dürfte.
Vorbestraft (im umgangssprachlichen Sinn) wären Sie daher nach wie vor nicht, Ihr Führungszeugnis bliebe also "sauber".

Von einer Selbstanzeige bei der Polizei möchte ich Ihnen abraten. Sofern Strafanzeige gestellt wird und die Polizei im Rahmen ihrer Ermittlungen auf Sie zukommt, können Sie sich immer noch geständig und kooperativ verhalten, was Ihnen, sollte es zu einer gerichtlichen Verhandlung kommen, auch positiv angerechnet würde. Eine Selbstanzeige brächte Ihnen demgegenüber keinen sicheren Vorteil.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick verschaffen. Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 10.04.2007 | 17:12

Sehr geehrter Herr Mauritz,

ich bedanke mich ganz herzlich für ihre schnelle, kompetente und teilweise ermunternde Antwort!

Eine Kleinigkeit möchte ich allerdings noch ansprechen- Sie sagen ,im Fall einer Strafanzeige, wäre mit einer (geringen) Geldstrafe zu rechnen, welche deutlich unterhalb der Höhe von 90 Tagessätzen liegen dürfte.
Auch in meinem Fall, obwohl ich bereits im 2005 schon mal aufällig geworden bin ( 30 Tagessätze...) Wird man aufgrund der Tatsache, dass ich schon mal eine Geldstrafe zahlte und das noch nicht vor mehr als 3 Jahren, mich nicht deswegen härter verurteilen und evt. doch noch durch die Fälschung+Fall von 2005 ins Führungszeugnis aufnehmen?

P.S. Ich habe gesehen, dass Sie in Düsseldorf arbeiten, da wohne ich nämlich auch.Kann ich mich im Fall einer Anzeige an Sie wenden und Sie ggf. beantragen, mein Fall zu führen?
Ich würde sehr gerne erfahren, wie Ihre Honorarkosten in meinem Fall wären?habe zwar eine Rehtschutzversicherung, wird aber wohl in meinem Fall nichts nützen....

Vielen Dank nochmal!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.04.2007 | 18:19

Sehr geehrte Fragestellerin,

Eine genaue Bewertung der evtl. Strafzumessung ohne Kenntnis aller Umstände der Tat ist an dieser Stelle ohne nähere Kenntnis aller Tatumstände zwar nur schwer möglich.
Es mag Sie jedoch beruhigen, dass Sie nicht "einschlägig" vorbestraft sind, d.h. die Straftat, wegen derer Sie bereits verurteilt wurden, war eine vollkommen andere als die, die Ihnen jetzt möglicherweise zur Last gelegt werden wird.
Daher wird die bestehende Verurteilung aller Wahrscheinlichkeit nach nicht strafschärfend gewertet, zumal es sich nur um einen einzigen Fall handelt und man daher davon ausgehen darf, dass Ihrer Person keine besonders große kriminelle Energie innewohnt.

Sofern es tatsächlich zu einem Ermittlungsverfahren gegen Sie kommt, können Sie mich gerne mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen beauftragen. Über die zu erwartenden Kosten sollten wir dann im persönlichen Gespräch eine individuelle Lösung finden. Ihre Rechtsschutzversicherung dürfte Ihnen allerdings tatsächlich nicht weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz
Rechtsanwalt

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