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Fällt Erbschaft während der Ehe in Zugewinn?

| 22.09.2013 01:37 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Guten Abend,
mein Neffe fragt mich als Jurist um Rat, leider habe ich im Familien- bzw. Scheidungsrecht keinerlei Erfahrung.

Wie mir mein Neffe (47) aufgeregt berichtet, will sich seine Ehefrau (39) nach 16 Ehejahren (keine Kinder) scheiden lassen und habe auch schon eine Anwaltskanzlei beauftragt. Mein Neffe fragt mich deswegen um Rat, weil er sich nicht traut, einen Anwalt in der Stadt zu konsultieren, denn er weiß nicht, welche Kanzlei seine Ehefrau (vielleicht) bereits besucht hat. Möglicherweise wird ihm dann die Konsultation zum Nachteil ausgelegt. Ich habe ihm zwar gesagt, dass auch in dem befürchteten Fall einer Vertretung für die Ehefrau der Anwalt eine Verschwiegenheitspflicht hat und ihm direkt sagen müsste, wenn er bereits mandatiert wäre.

Nun zum Problempunk:
Seine Ehefrau ist seit einigen Monaten finanziell sehr verschwenderisch und hat ihm gegenüber geäußert, dass sie bei der anstehenden Scheidung Anspruch auf die Hälfte des gesamten Vermögens und -im Hinblick auf ihre derzeitigen monatlichen Ausgaben und den gehobenen Lebensstandard - wohl auch auf die Hälfte des Monatsgehalts meines Neffen hat. Sie selbst arbeitet seit 8 Jahren nicht mehr.

Da der Güterstand der Zugewinngemeinschaft (kein Ehevertrag) besteht, habe ich meinem Neffen geraten aufzulisten, welches Vermögen er bereits vor der Eheschließung hatte, da er sehr früh nach dem Studium eine sehr gut dotierte Anstellung als soft-ware-Spezialist erhalten hatte.Dies hat er getan, das ist belegbar.

Während der Ehe wurde eine Eigentumswohnung auf Kredit angeschafft und total abbezahlt. Beruflich ist mein Neffe seit einem Jahr selbständig und hat eine kleine Firma mit zwei studentischen Mitarbeitern und mäßiger wirtschaftlicher Entwicklung.

Vor drei Jahren sind mein Bruder und meine Schwägerin bei einem Autounfall ohne eigenes Verschulden tödlich verunglückt und er hat als einziger Sohn und alleiniger Erbe ein großes Mietshaus, ein Aktienpaket und eine höhere Summe der Lebensversicherung des Vaters geerbt.

Sollte das gesamte Vermögen tatsächlich - wie seine Ehefrau behauptet- bewertet und pekuniär halbiert werden, so befürchtet mein Neffe den finanziellen Ruin seiner Firma.

Sind seine Befürchtungen zutreffend?.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes im Rahmen einer ersten rechtlichen Einschätzung gerne nachfolgend beantworte.

Ihre Frage geht dahin, ob im Falle des Zugewinnausgleichs anlässlich einer Scheidung das Vermögen hälftig geteilt wird.

Dabei halten Sie bereits richtigerweise fest, dass der Zugewinn bei nachweisbarem Anfangsvermögen entsprechend geringer ausfällt.

Darüber hinaus trifft auch die Befürchtung, dass das gänzliche von Ihnen geschilderte vorhandene Vermögen geteilt wird, grundsätzlich nicht zu.

Gem. § 1374 II BGB wird „Vermögen, das ein Ehegatte nach Eintritt des Güterstands von Todes wegen oder mit Rücksicht auf ein künftiges Erbrecht, durch Schenkung oder als Ausstattung erwirbt," „nach Abzug der Verbindlichkeiten dem Anfangsvermögen hinzugerechnet, soweit es nicht den Umständen nach zu den Einkünften zu rechnen ist." Einzig unter dem Aspekt, dass die Erbschaft den Umständen nach als Einkünfte gewertet wird, würde sie also für den Zugewinn erhöhen. Dies müsste genauer untersucht werden, wird aber angesichts Ihrer Schilderung eher zu verneinen sein. Denn dies betrifft nur Erwerb, der zur Deckung des laufenden Lebensbedarfs zu bestimmt ist.

Insofern könnten Sie als Jurist sich auch noch weiter in die einschlägigen Kommentierungen des § 1374 II BGB einlesen. Ihr Neffe hingegen sollte angesichts der erheblichen wirtschaftlichen Bedeutung für ihn trotz dessen geschilderter Befürchtungen zeitnah einen im Familienrecht tätigen und spezialisierten Rechtsanwalt beauftragen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Ivo Glemser, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 22.09.2013 | 20:14

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