Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Fälligkeit Steuer beim Verkauf von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft


07.01.2007 22:33 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Ich habe privat gehaltene Anteile an einer Kapitalgesellschaft verkauft. Der Kaufvertrag wurde noch im Jahr 2006 gemacht, das Geld ist jedoch erst im Jahr 2007 gezahlt worden.

In welchem Jahr muss ich es versteuern?
Sehr geehrter Ratsuchender,

die von Ihnen aufgeworfene Frage beantworte ich Ihnen wie folgt:

Sind Sie oder waren Sie in den letzten 5 Jahren zu mindestens 1 % (bis 2001: 10 %) am Grundkapital einer Kapitalgesellschaft (AG, GmbH) beteiligt, gehört der Gewinn aus der Veräußerung der Aktien bzw. GmbH-Anteile zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb (§ 17 EStG).
Die Versteuerung als Einkünfte aus Gewerbebetrieb gilt allerdings nur, wenn Sie die Beteiligung mindestens 12 Monate besessen haben. Erfolgt die Veräußerung hingegen innerhalb von 12 Monaten, handelt es sich um ein privates Veräußerungsgeschäft, sodass der Veräußerungsgewinn als Spekulationsgewinn nach § 23 EStG zu versteuern ist. Hier hat aufgrund gesetzlicher Regelung ausnahmsweise § 23 EStG Vorrang vor § 17 EStG (§ 23 Abs. 2 Satz 2 EStG).
Konsequenz dieser Zuordnung zu den Spekulationsgeschäften ist, dass Verluste aus dem Verkauf der Beteiligung innerhalb von 12 Monaten nicht mit anderen Einkünften, sondern nur mit Spekulationsgewinnen verrechnet werden dürfen. Durch die gesetzliche Festlegung ist damit ein BFH-Urteil überholt, das dem § 17 EStG Vorrang vor § 23 EStG eingeräumt hatte (BFH-Urteil vom 4.1 1.1992, BStBl. 1993 II S. 292).

Gewinne aus der Veräußerung einer Beteiligung von mindestens 1 % am Gesellschaftskapital einer Kapitalgesellschaft im Sinne des § 17 EStG nach Ablauf von 12 Monaten sind ab 2002 nach dem Halbeinkünfteverfahren nur noch zur Hälfte einkommensteuerpflichtig (nach § 3 Nr. 40c EStG).
Auch bei Verkauf innerhalb von 12 Monaten ist der Gewinn nur zur Hälfte steuerpflichtig, hier allerdings als Spekulationsgewinn (nach § 3 Nr. 40j EStG). Deshalb werden diese Gewinne weder nach der Fünftelregelung noch mit dem halben Steuersatz besteuert.

Der Kaufvertrag wurde im Jahre 2006 erstellt. Da Sie den Gewinn aus der Veräußerung aber erst im Jahre 2007 erhalten haben, ist dieses Kalenderjahr auch maßgebend für die Besteuerung, dies ergibt sich aus § 2 Absatz 7 EStG.

Ich hoffe, dass Ihre Frage in meinen Ausführungen zufriedenstellend beantwortet wurde.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen


Klaus Walden

Nachfrage vom Fragesteller 08.01.2007 | 10:20

Vielen Dank!

Es wäre nett, wenn Sie mir noch eine Nachfrage beantworten könnten: Welcher Zeitpunkt ist denn für den Startzeitpunkt der Beteiligung entscheidend? Kaufvertrag, Zahlung oder Eintrag der Anteile?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.01.2007 | 12:10

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Nachfrage kann ich wie folgt beantworten:

Bei den Kapitalgesellschaften ist ein Mitgliederwechsel möglich, ohne daß dies die Gesellschaft erfährt (vgl. § 68 II 1 AktG; § 15 III GmbHG). Das erfordert einen Schutz der Gesellschaft vor den Unsicherheiten eines Gesellschafterwechsels, aber auch der Beteiligten eines Wechsels in ihrer Stellung gegenüber der Gesellschaft.
Die Gesellschaft ist im Falle der Veräußerung eines Geschäftsanteils sowohl im eigenen Interesse als auch zum Schutz von Veräußerer und Erwerber berechtigt und verpflichtet, ungeachtet der möglicherweise abweichenden materiellen Rechtslage jeden, der sich ihr gegenüber einmal als Gesellschafter ausgewiesen hat, als solchen zu behandeln, bis ihr der Übergang des Anteils auf einen anderen angemeldet und nachgewiesen worden ist.
Veräußerer und/oder der Erwerber können den Zeitpunkt auch vertraglich festlegen, mit dem gegenüber der Gesellschaft der Gesellschafterwechsel wirksam werden soll. Prüfen Sie bitte daher, was vertraglich vereinbart worden ist.

Bis zur Anmeldung behält der den Geschäftsanteil veräußernde Gesellschafter der Gesellschaft gegenüber das Recht, weiterhin seine Mitgliedschaftsrechte ausüben zu können (BGH, NJW 1960, 628).

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Walden

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER