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Fachrichtungswechsel nach 4. Semester weiterhin Bafög?

11.10.2012 11:15 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin 31 Jahre alt und studiere zur Zeit Mathe/Bio auf Lehramt an einer Präsenzuniund komme ins 5. Semester.
Ich würde gern wechseln in soziale Arbeit, was auch noch möglich wäre.

Vor dem Studium erwarb ich die allgemeine Hochschulreife an einem Kolleg für Erwachsenenbildung.
Als ich vor 2 Jahren mit dem Studium begonnen habe, hatte ich ein Kind im Alter von 2 Jahren. Zum Ende des ersten Semesters wurde ich erneut schwanger. Habe jetzt also zwei Kinder 4 und 1 Jahr alt.
Im zweiten Semester ist ein Praktikum an der Schule vorgesehen. Dieses konnte ich auf Grund von Mutterschutz nicht absolvieren. Das Modul wird immer nur im SS angeboten. Nun hatte ich dieses Praktikum und stellte fest das Lehrer sein nicht meins ist. Obwohl ich vorher jahrelang Nachhilfe gegeben habe, aber dieses ist leider was komplett anderes. Diesen Einblick konnte ich aber erst im 4. Semester erlangen.

Bisher erhielt ich elternunabhängiges Bafög.

Nun meine Frage kann ich noch wechseln und weiter Bafög erhalten? Da ich auf Grund der Schwangerschaft nicht alle Prüfungen belegen konnte wurde ich ins 3. Semester eingestuft, kein Urlaubssemester dazwischen.

Nun meine Frage habe ich trotzdem einen Anspruch auf Bafög? Gibt es eine Sonderregelung für Studierende mit Kind, weil in der Regel der Fachwechsel ja nur bis zum 3. Semester erfolgen kann. Aber ich hatte damals einfach noch nicht den kompletten Einblick.

Über eine aussagekräftige Antwort auf die ich mich notfalls auch beziehen kann würde ich mich sehr freuen. Denn ein Studium ist bei mir sehr von der Bafög-Förderung abhängig.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


§ 7 BaföG sagt dazu:

(3) Hat der Auszubildende

aus wichtigem Grund oder
aus unabweisbarem Grund

die Ausbildung abgebrochen oder die Fachrichtung gewechselt, so wird Ausbildungsförderung für eine andere Ausbildung geleistet;

Maßgeblich ist also, ob bei Ihnen ein wichtiger Grund vorliegt.

Die Frage ist daher, weshalb Sie wechseln wollen oder müssen.

Gern erörtern wir dies in der Nachfrage.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Ulrike J. Schwerin, Rechtsanwältin

Rückfrage vom Fragesteller 11.10.2012 | 14:11

Sehr geehrte Frau Anwältin,
es gibt mehrere Gründe warum ich wechseln möchte. Zum einen wird das Mathematikstudium zur Zeit für mich immer schwerer. Ich habe mich mit der zeitlichen Einteilung von Kindern Haushalt und Studium total überschätzt. Natürlich ist jedes Studium zeitaufwendig, dieses Zeitfenster habe ich mir auch eingerichtet, jedoch hängt in der MAthematik viel vom Verständnis ab und selbst wenn ich im Abitur noch die 1 in Mathe hatte und auch sehr gerne Nachhilfe erteilt habe, so ist der Stoff an der Uni doch ein anderer. Ich schaffe es einfach nicht den Vorlesungsstoff in der Mathematik neben meinem Leben mit den Kindern zu verarbeiten. In der Biologie sieht das anders aus. Ohne es abwertend zu meinen, aber hier ist es mit dem Verständnis nicht so schwierig für mich.

Dazu kommt, dass ich im Sommer diesen Jahres ein Praktikum absolviert habe und so mal den direkten Einblick in den Schulalltag erhalten habe. Es liegt mir nicht, die Arbeit mit den Kindern/ Jugendlichen ja, aber dieses ständig präsent sein für Kollegen, Eltern, Schüler und Fachschaft, das schaffe ich nicht. Einen Job in dem ich den ganzen Tag präsent sein muss, halte ich nicht durch, man wird immer beobachtet, muss immer alles korrekt machen. Auf Grund meiner jahrellangen Erfahrung als Nachhilfelehrer dachte ich, das packst du schon, Wissen vermitteln macht dir ja Spaß. Allerdings ist es was anderes wenn dich auf einmal 20 Augenpaare anschauen und ich dann für ihre solide Grundausbildung zuständig bist. Da bedeutet es nicht nur fachlich versiert zu sein, man muss soviel an sozialer Organisation übernehmen. Erfolgt dann kein guter Unterricht, leiden darunter die Schüler und bei meiner Einstellung wahrscheinlich auch ich. Ich hatte vorher leider nicht die Chance bzw. Möglichkeit auf Grund der Geburt meines Kindes dieses Praktikun früher zu absolvieren. Zum Ende des zweiten Semester am 25.9 habe ich mein zweites Kind bekommen, so das ich zu Begin des dritten Semesters noch im Mutterschutz war und bei dem Kleinen zu Hause bleiben musste.

Vor 10 Jahren habe ich eine Drogentherapie gemacht und habe seit dem auch ein ziemlich bodenständiges Leben geführt, aber im Moment habe ich das Gefühl das der sogenannte "Suchtdruck" mich wieder ereilt und das nach über 10 Jahren, kein schönes Gefühl.

Gibt es denn überhaupt die Möglichkeit einen wechsel auf Grund von wichtigem Grund nach dem 4. Semester, in den Bafögtexten wird immer das 3. Semester erwähnt.

Wäre meine Schilderung nicht ein Fall für einen unabweisbaren Grund, ich war mir vorher über die Auswirkung des Lehrerberufs nicht so im klaren und habe diesen Einblick erst jetzt durch das Praktikum gewonnen.
Ich möchte wirklich gern weiter studieren und auch im sozialen Bereich bleiben, denn die Arbeit mit Menschen liegt mir sehr, doch benötige ich dazu die finanzielle Unterstützung.

Vielen Dank das sie sich dieser Problematik annehmen.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 11.10.2012 | 14:23

Werter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage darf ich wie folgt ausführen:

Im Einklang mit § 7 stehen diese Gründe leider nicht.

Allein die Tatsache, dass man sich verschätzt hat sowohl mit der Schwere der Materie als auch dem Haushalt rechtfertigen keinen Studienwechsel.

Allenfalls über den Irrtum bei der Wahl der Fachrichtung kann man noch argumentieren. Es ist aber nicht garantiert, dass das Bafög-Amt dies auch anerkennt.

Mit freundlichen Grüßen

U.J. Schwerin
Rechtsanwältin

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