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Fachhochschulausbildung- nachträgliche Anforderung Abiturzeugnis

| 19.06.2008 18:45 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Miriam Helmerich


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe mich an einer Fachhochschule beworben und auch den erforderlichen Nachweis über meine Fachhochschulreife erbracht. In meinem Fall ist es eine Bescheinigung, ausgesetellt von der zuständigen behördlichen Stelle,über die Gleichwertigkeit meines Zeugnisses mit der Fachhochschulreife.

ich habe in der ehem. DDR meine Schulzeit und meine Ausbildung erlebt.
In meiner aktuellen Bewerbung um ein Studium an einer Fachhochschule habe ich, auf Anraten meiner Bewerbungsberaterin, angegeben, einen Abitur- Abschluss zu haben.

Das stimmt so nicht.

Die Fachhochschule bittet mich nun, mein Abiturzeugnis (laut Lebenslauf) rein formell nachzusenden.

Bin ich dazu verpflichtet? Ich möchte dieses Studium sehr gern beginnen.
Bisher habe ich selbstständig gearbeitet. Zeugnisse und Nachweise waren nicht erforderlich. Aus diesem Grund war es auch schwer genug, entsprechende aktuelle "Bescheinigungen" jetzt nach 24 Jahren (seit Ende der Schul- und Ausbildungszeit)zu erhalten. Aber ich habe es geschafft.

Wie ist meine rechtliche Situation?

Kann ich auch sagen, ich habe mein Abiturzeugnis nicht mehr? Deshalb die aktuelle Bescheinigung?

Herlichen Dank für Ihre Hilfe

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes nunmehr wie folgt beantworten möchte:

Zunächst möchte ich den von Ihnen geschilderten Sachverhalt kurz zusammenfassen, um etwaige Mißverständnisse auszuräumen: Sie haben sich bei einer Fachhochschule für die Aufnahme eines dortigen Studiums beworben. Hierfür reichten Sie eine Bescheinigung ein, die bestätigt, dass der von Ihnen in der ehemaligen DDR erworbene Abschluss mit einem Fachabitur vergleichbar ist. Des Weiteren gaben Sie jedoch im Rahmen Ihres Lebenslaufes an, dass Sie auch die allgemeine Hochschulreife (Abitur) erworben haben, was letztlich nicht den Tatsachen entspricht. Nunmehr wurden Sie von der Fachhochschule aufgefordert, das Abiturzeugnis vorzulegen.

Wenn Sie einen Nachweis haben, der bestätigt, dass der von Ihnen erworbene Abschluss vergleichbar eines Fachabiturs ist, dürften Sie die Zulassungsvoraussetzungen für das dortige Studium erfüllen und die nicht erworbene allgemeine Hochschulreife ist für die Aufnahme des Studiums ohne Belang. In diesem Fall würde ich Ihnen anraten, Kontakt zu der Fachhochschule aufzunehmen und zu erläutern, dass die Angabe auf einem „Versehen“/Mißverständnis Ihrerseits beruhte und Sie tatsächlich kein Abiturzeugnis haben. Letztlich hätten Sie nichts zu befürchten, wenn Sie tatsächlich den vergleichbaren Fachabiturabschluss haben und damit die Zulassungsvoraussetzungen erfüllen. Die Angabe des nicht vorhandenen Abiturzeugnisses hätte Ihnen dementsprechend keinen Vorteil gebracht (da nicht Zulassungsvoraussetzung), so dass Ihnen der Zugang nach erster Einschätzung nach nicht verwehrt werden dürfte.

Eine Verpflichtung zur Vorlage trifft Sie dann, wenn der entsprechende Abschluss Zulassungsvoraussetzung für das Studium ist. Aufgrund Ihrer Angaben gehe ich hiervon zunächst nicht aus. Dennoch dürfte dies wohl für die Universität merkwürdig erscheinen, wenn Sie dieser Aufforderung nicht nachkommen bzw. die Übersendung verweigern. Dementsprechend würde ich Ihnen eher zu der oben genannten Vorgehensweise raten.

Wenn Sie tatsächlich keine allgemeine Hochschulreife haben, würde ich öffentlichen Stellen gegenüber auch nicht erklären, dass Sie das bloße Papier nicht mehr haben. Letztlich ist dies schlicht das Vorspiegeln einer falschen Tatsache.

Sollte ich Sie jedoch mißverstanden haben und Sie haben auch den vergleichbaren Fachabiturabschluss tatsächlich nicht, würde ich Ihnen umso mehr anraten, die Karten offenzulegen. In diesem Fall würden Sie die Zulassungsvoraussetzungen für das Studium nicht erfüllen. Sollte dies im späteren Verlauf, aus welchen Gründen auch immer, in Erfahrung gebracht werden, hätten Sie die vergangene Zeit unter Umständen umsonst studiert. Sämtliche Prüfungen bzw. Abschlüsse könnten Ihnen, je nach Universität und Verordnung, aberkannt werden.

Für den Fall, dass meine Sachverhaltszusammenfassung und Auslegung unzutreffend war, machen Sie bitte von der kostenlosen Nachfragefunktion Gebrauch.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste Orientierung geben konnte. Im Rahmen dieses Forums kann stets nur eine erste Einschätzung des Sachverhalts erfolgen.

Abschliessend möchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass durch das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben die rechtliche Beurteilung des Sachverhalts anders ausfallen kann. Im Falle von Unklarheiten machen Sie bitte ebenfalls von der kostenlosen Nachfragefunktion Gebrauch.

Mit freundlichen Grüßen

Miriam Helmerich
Rechtsanwältin

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