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Extrem verzögerte Rechnungsstellung


16.10.2006 11:39 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin P. Freisler



In 11/2004 begab ich mich in zahnärztliche Behandlung. Bis 2/2005 wurden insgesamt Leistungen über ca. 3000€ erbracht.

In 11/2005 war ich beim selben Zahnarzt wg. Zahnersatz in Behandlung. Der Heil- und Kostenplan sah damals eine Gesamtrechnung von ca. 6200€ bei einem Eigenanteil von ca 3300€ vor. Eine Rechnung habe ich noch nicht erhalten.

Zu den Leistungen zwischen 11/2004 und 2/2005 kam im August 2006 die Rechnung. Abzüglich der zwischenzeitlich geleisteten Beitragsrückerstattungen übernahm meine private KV hier ihre Leistungen, ich meinen Eigenanteil.

Bzgl. der Leistungen ab 11/2005 warte ich noch auf die Rechnung. Long Story short: Behandlung nicht erfolgreich, werde die Kronen auf eigene Kosten noch einmal machen lassen bzw. versuchen, via Gutachter einen Behandlungsfehler nachzuweisen.

Meine Frage ist eine andere: Meine berufliche und finanzielle Situation hat sich seit der Behandlung sehr geändert. Mit meinem Eigenanteil aus den Leistungen in der Zeit zwischen 11/2004 und 2/2005 sowie der Notwendigkeit, den danach bekommenen Zahnersatz nun neu machen lassen zu müssen und evtl. Gutachter zu zahlen, sind meine Möglichkeiten fast ausgeschöpft.

Fragen: Besteht bei einer derartigen (in meinen Augen bei diesen Rechnungshöhen) unverschämten Verzögerung der Rechnungsstellung die Möglichkeit, auch die Zahlung entsprechend zu verzögern, zu mindern oder in andere Zahlungsmodelle (bzgl. meines Eigenanteils), bspw. Ratenzahlung, zu wechseln? Bin ich da ausschliesslich auf den guten Willen des Zahnarztes angewiesen oder kann ich die noch ungeklärte Lage bzgl. eines evtl. Behandlungsfehlers mit in die Waagschale werfen? Wenn ich den Sachverhalt dem Zahnarzt schriftlich schildere, riskiere ich damit etwas bzgl. einer evtl. bevorstehenden Auseinandersetzung?

Danke für Information.

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),
aufgrund des von Ihnen dargelegten Sachverhaltes und vor dem Hintergrund Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Anfrage im Rahmen einer Erstberatung wie folgt:

Eine Verzögerung der Rechnungsstellung ist zunächst einmal aus Ihrer Sicht - auch wenn Sie dies derzeit anders beurteilen - positiv zu sehen, da Sie vor Erhalt der Rechnung nicht zu deren Ausgleich verpflichtet sind. Solange die Zahlungsansprüche des Zahnarztes noch nicht verjährt oder verwirkt sind, können Sie allein aufgrund der Verzögerung keine Rechte geltend machen. Allein aufgrund der Verzögerung können Sie daher nicht selbst verzögern bzw. mindern. Gleiches gilt auch für die eigenmächtige Bestimmung einer Ratenzahlung. Diese ist nur mit Einverständnis des Zahnarztes möglich. Ich gehe jedoch davon aus, dass er sich nach entsprechender Schilderung Ihrer nun verschlechterten finanziellen Möglichkeiten mit einer angemessenen Ratenzahlung einverstanden erklären wird.

Sollte Ihrem Zahnarzt ein Behandlungsfehler unterlaufen sein, d.h. die Behandlung entsprach nicht dem zahnärztlichen Standard, haben Sie gegen Ihn einen Anspruch auf Ersatz des durch diesen Behandlungsfehler verursachten Schadens. Im Rahmen des Schadensersatzes sind Sie so zu stellen, als ob das schädigende Ereignis nicht erfolgt wäre. Als Schadensersatzanspruch stehen Ihnen daher insbesondere die von Ihnen angesprochenen Behandlungskosten für die neuen Kronen sowie ggf. darüber hinaus, je nach Ihren konkreten Beschwerden, ein angemessenes Schmerzensgeld zu. Mit dem Schadensersatzanspruch können Sie ggf. aufrechnen.

Beachten Sie jedoch, dass Sie den Behandlungsfehler darzulegen und ggf. auch zu beweisen haben. Dazu können Sie sich, ggf. über einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens, an die zuständige Zahnärztekammer sowie an Ihre Krankenkasse wenden. Über die dort eingerichteten Institutionen können Sie kostengünstig an ein Gutachten kommen, mit dem der Behandlungsfehler nachgewiesen werden kann.

Sobald Sie dem Zahnarzt den Sachverhalt schriftlich schildern, beginnt spätestens die Verjährung Ihrer Ansprüche zu laufen, da Sie damit belegbar zu erkennen geben, dass Sie Kenntnis von den anspruchsbegründenen Tatsachen haben. Sollten Sie diese Kenntnis schon vorher gehabt haben, gilt selbstverständlich dieser frühere Termin. Hinsichtlich weiterer, möglicher Nachteile bei der von Ihnen angesprochenen Schilderung kommt es auf den tatsächlichen Inhalt Ihrer Schilderungen an und kann hier somit nicht abschließend beurteilt werden.

Ich rate Ihnen, aufgrund der Komplexität (zahn-)arzthaftungsrechtlicher Sachverhalte, frühzeitig einen Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Medizinrecht aufzusuchen, damit eine professionelle Geltendmachung Ihrer Ansprüche gegenüber dem Zahnarzt bzw. seiner Haftpflichtversicherung gewährleistet ist.

Ich hoffe, dass Ihre Fragen in meinen Ausführungen zufrieden stellend beantwortet wurden und Ihnen eine erste Orientierung gegeben werden konnte. Andernfalls darf ich Sie auf die Möglichkeit einer für Sie kostenlosen Nachfrage hinweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch bei der weiteren Geltendmachung Ihrer Ansprüche, ob gerichtlich oder bereits außergerichtlich, zur Verfügung.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen
Martin P. Freisler
- Rechtsanwalt -

www.ra-freisler.de
www.kanzlei-medizinrecht.de
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