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Exorbitante Heiznebenkosten

07.12.2010 11:05 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Guten Tag,


Vergangenes Jahr sind wir, als wir unsere Nebenkostenabrechnung erhalten haben fast in Ohnmacht gefallen. Wir haben herausgefunden, dass die extrem hohe Nachzahlung vor allem durch eklatant hohe Heizkosten zustande kommt. Da wir zu dem Zeitpunkt relativ frisch zugezogen waren, und uns auf unsere Nachfrage der Vermieter zugesichert hatte, dass der hohe Betrag aus einem langen kalten Winter resultiert und durch die Tatsache, dass Heizkosten merklich gestiegen seien. Zudem versicherte der Vermieter, dass andere Mieter auch schon angerufen und sich beschwert hatten, aber alles rechtens sei, schließlich sind ja elektronische Zähler eingebaut, an denen man ablesen kann welche Menge an Warmwasser zum Heizen verbraucht wurde. Zähneknirschend hatten wir den Betrag damals überwiesen gehabt, danach folgte selbstverständlich auch noch eine Nebenkostenhöhung (wegen der hohen Rückzahlung, um selbiges im nächsten Jahr zu verhindern).

Um aus dem Geschehenem Konsequenzen zu ziehen, haben wir die Heizkörper runtergedreht, sind danach nur noch mit dickem Pulli durch die Wohnung gelaufen und frieren oft an Händen und Füssen. Es muss, der Vollständigkeit halber erwähnt werden, dass es besonders auf der Ostseite der Wohnung (große Fensterflächen und zwei Balkontüren) und im Türeingangsbereich extrem zieht. Diese Türen sind überhaupt nicht abgedichtet. Dies hat natürlich eine jämmerliche Energiebilanz zur Folge. Ich denke, dass wir im Ostbereich der Wohnung den Innen und Außenbereich zu gleichen Teilen heizen.

Vor kurzem haben wir dieses Jahr, pünktlich unsere neue Nebenkostenabrechnung gekriegt. Wieder sollen wir einen, extrem hohen Betrag an Heizkosten zurückzahlen (obwohl die Nebenkosten wie erwähnt, letztes Jahr „angepasst" wurden). Durch das vergangene Jahr sensibilisiert, sind wir mit anderen Mietparteien, die die gleiche Mietfläche oder mehr bewohnen, in Kontakt getreten, und alle haben uns versichert, das sie nachvollziehbare und geringe Nachzahlungen haben bzw. noch etwas herauskriegen würden. Teilweise gibt es Rückzahlungen in Höhe unserer Nachzahlung. Darauf hin haben wir erneut unseren Vermieter kontaktiert, der uns in einem Schreiben wiederum versichert, das die Höhe unseres Verbrauches plausibel erscheint, wir zwar über dem Durchschnitt liegen, aber es gäbe einige Mieter die mehr bezahlen.

Zwei Tage nachdem wir bei der Hausverwaltung schriftliche Bedenken geäußert haben, kam auch gleich die NEUE Nebenkostenerhöhung, die ab Januar 2011 monatlich fällig ist.


Unsere Fragen:

Da wir weder exzessiv geheizt haben, noch ständig die Fenster offen haben, wundern wir uns sehr über die hohen Heiznebenkosten. Ist das Fehlen einer entsprechenden Isolierung womöglich als Mangel an der Wohnung zu sehen? Mit solchen Kosten haben wir nicht gerechnet, dann hätten wir die Wohnung nicht genommen.

Sollte man die Nebenkostenabrechnung von einem Mieterschutzbund überprüfen lassen?

Es könnte auch sein, dass mit den, vor zwei Jahren eingebauten elektronischen Zählern etwas nicht in Ordnung ist. Kann man den Vermieter zwingen die Geräte überprüfen zu lassen, bzw. kann man dies von einem unabhängigen Eichamt prüfen lassen (natürlich mit Wissen des Vermieters)?

Kann ich vom Vermieter verlangen, dass die undichten Türen abgedichtet werden, um Heizkosten zu sparen, und den kalten Zug in der Wohnung zu eliminieren?

Kann ich vom Vermieter die Heizkostenabrechnungen der anderen Mietsparteien anfordern die anscheinend höheren Verbrauch haben als wir?

Gibt es beim Streit mit dem Vermieter überhaupt eine Erfolgschance, da die Beweislast der Fehlerhaftigkeit der Heiznebenkostenrechnung wohl uns Mietern obliegt. An den Werten der eichpflichtigen Heizkostenzähler wird man wohl nicht rütteln können, oder?


Vielen Dank im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen
Michael Szavits







07.12.2010 | 11:43

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

ich möchte Ihre Fragen wie folgt beantworten:

Eine Mangelhaftigkeit der Wohnung liegt vor, wenn die Wohnung nicht ordnungsgemäß abgedichtet ist und ein ständiger Zuzug von Außen in die Wohnung eindringt (AG Braunschweig: Urteil vom 09.08.1996 - 118 C 1837/96).

Auch ist eine nachträgliche Mietminderung noch möglich wegen der Mängel an der Dichtigkeit(Bundesgerichtshof, Urteil vom 16.07.2003, Az.: VIII ZR 274/02).

Sie können auf jeden Fall den Vermieter dazu auffordern, den Mangel zu beheben und die Türen abzudichten.

Die Nebenkostenabrechnung kann einerseits vom Mietschutzbund oder auch von meiner Kanzlei überprüft werden.

Auch haben Sie jederzeit die Möglichkeit die Geräte überprüfen zu lassen. Dies können Sie entweder selbst tun (durch einen Sachverständigen) oder aber im Wege eines gerichtlichen Verfahrens, wo es dann auch zur Frage über die Genauigkeit dieser Zähler kommt und mit Hilfe eines Sachverständigen geprüft wird, ob die Zählung korrekt gewesen ist.

Die Mietkostenabrechnung der anderen Mietparteien können Sie jedoch aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht anfordern. Hier sind Sie auf die Hilfe und Bereitschaft der Mitmieter angewiesen.

Die Erfolgschance hängt davon ab, ob bewiesen werden kann, dass die Geräte nicht ordnungsgemäß funktionierten. Das Ergebnis kann nur schlecht vorhergesehen werden. Das Risiko sollte aber dann in Kauf genommen werden, wenn die Heizkosten ein Vielfaches die Werte vergleichbarer Wohnungen übersteigen und Sie auch sicher sind, dass Sie nicht viel geheizt haben und die Ursache nicht an den undichten Türen liegt.

Es gibt in dieser Hinsicht sicherlich ein gewisses Prozessrisiko, was ich Ihnen auch nicht abnehmen kann. Um dieses Risiko zu minimieren, sollten Sie zunächst einmal vergleichbare Heizkostenabrechnungen der Mitmieter einholen und diese Ihrer Wohnung zu Grunde legen.



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