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Exmatrikulation wegen 'endgültig nicht bestandener Prüfung'

15.02.2014 20:54 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Hallo,

ich studiere im 3. Semester Wirtschaftswissenschaften und heute Morgen habe ich ein Schreiben meiner Universität mit dem Inhalt "Exmatrikulation wegen nicht bestandener Prüfung" erhalten. Es handelt sich hierbei um eine Finanzmathematik-Prüfung, die ich im letzten Semester nicht bestanden habe. Falls man eine Prüfung (wie in meinem Fall) nicht besteht wird man automatisch für die nächste Prüfung angemeldet. In Fächern wie Mathematik gibt es hierbei zwei verschiedene Kurse. Zum einen einen "Crashkurs", dessen Prüfung kurz vor Weihnachten statt gefunden hat und zum anderen einen "Normalkurs" bei dem die Prüfung regulär am Semesterende, also im Februar stattfand. Bei der Prüfungsanmeldung bin ich davon ausgegangen, dass ich ganz normal für die "Normalkurs-Prüfung" angemeldet werde, was leider nicht der Fall war. Ich wurde für den Crashkurs angemeldet und bin somit natürlich nicht zur Prüfung erschienen. Kurz vor der Normalkurs-Prüfung ist mir dies erst aufgefallen, woraufhin ich mit meinem Matheprofessor gesprochen habe und dieser meinte, dass es für ihn "kein Problem darstellen würde, falls ich doch noch die normale Prüfung mitschreiben würde und ich solle mich einfach an das Prüfungsamt wenden". Das hat leider nicht geklappt, da das Prüfungsamt die nächsten Tage bis zu der Klausur geschlossen hatte. Mein nächster Fehler war, dass ich durch vielerlei Fehlinformationen davon ausgegangen bin, dass man bei zwei Klausuren der Assessmentprüfung *einen "Joker" hat und diese ausnahmsweise zweimal wiederholen darf. Dem ist aber nicht so. Deswegen würde ich gerne wissen, ob ich Chancen hab die Exmatrikulation anzufechten (durch persönliche Gespräche, Überzeugungsarbeit, ein nachträgliches Attest für die Prüfung..) bzw. ob ich einen Antrag auf Härtefall stellen könnte.

Hier ein Auszug aus der Prüfungsordnung meiner Universität:

§ 28
Wiederholung von Prüfungen
(1) 1Mit Ausnahme der Assessmentprüfung* sowie der Bachelorarbeit kann jede nicht bestandene Modulprüfung zweimal wiederholt werden. 2Die Wiederholung ist auf die nicht bestandene Prüfungs- oder Studienleistung beschränkt. 3Die Prüfungen der Assessmentprüfung können nur einmal wiederholt werden. 4Die Wiederholungsprü- fung muss zum nächsten Termin, spätestens mit Ablauf des auf das Prüfungssemes- ter folgenden Semesters abgelegt werden. 5Die Frist zur Wiederholung wird durch Exmatrikulation und Beurlaubung nicht unterbrochen. 6Die Studierenden gelten bei Nichtbestehen einer Prüfung zum nächsten Wiederholungsversuch als angemeldet. 7Bei Versäumung der Wiederholung oder der Wiederholungsfrist gilt die Prüfung als endgültig nicht bestanden, sofern der Prüfungsausschuss der Studierenden oder
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dem Studierenden nicht wegen besonderer, nicht selbst zu vertretender Gründe eine Nachfrist gewährt. 8Die Regeln über Mutterschutz und Elternzeit (§ 7 Abs. 2) finden Anwendung.

Vielen Dank!

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage folgt Stellung:


1.

Um es gleich vorweg zu sagen: Aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung sehe ich keine Möglichkeit, die Exmatrikulation mit Erfolg anzufechten. Anfechtung bedeutet im Ergebnis, dass Sie einen Rechtsanspruch auf die Aufhebung der Exmatrikulation haben.

Sie schreiben selbst, dass Ihnen mehrere Fehler unterlaufen seien, die Ihnen anzulasten sind. Offensichtlich, und das entnehme ich Ihrer Sachverhaltsschilderung, haben Sie sich nicht mit der notwendigen Sorgfalt über das Procedere der Prüfungen informiert

Deshalb ist ein Rechtsanspruch, weshalb Ihnen zwingend eine Wiederholung der Prüfung eingeräumt werden müsse, nicht erkennbar.


2.

Sie zitieren den § 28 der Prüfungsordnung Ihrer Universität

Dort heißt es, dass jede Prüfung zweimal wiederholt werden könne, mit Ausnahme der Assessmentprüfung. D.h., auf § 28 der Prüfungsordnung können Sie keinen Anspruch auf die Aufhebung der Exmatrikulation stützen.


3.

Ob Sie einen Antrag auf Aufhebung der Exmatrikulation aufgrund eines Härtefalls mit Erfolg stellen können, kann man anhand des Sachverhalts nicht erkennen. In Ihrer Sachverhaltsschilderung sprechen Sie nicht von ungewöhnlichen Umständen, vielmehr sagen Sie, dass es letztlich Ihr Fehler sei, dass Sie hinsichtlich der Wiederholbarkeit der Prüfung von falschen Voraussetzungen ausgegangen seien.

Ein nachträgliches Attest vorzulegen sollten Sie gar nicht erst in Erwägung ziehen. Dass ein solches Verhalten unrechtmäßig ist, braucht man sicherlich nicht näher zu erläutern

Ich bedaure, dass ich Ihnen hier keine günstigere Mitteilung machen kann.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

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