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Exmatrikulation anfechten


| 12.08.2007 13:53 |
Preis: ***,00 € |

Verwaltungsrecht


Beantwortet von



Hallo,
ich habe im letzten Versuch einen Schein nicht bestanden, den ich benötige um zum Examen in meinem Studiengang zugelassen zu werden. Bis auf einen weitern habe ich alle anderen Scheine schon und für den fehlenden bestehen noch mehrere Wiederholungsmöglichkeiten. Es handelt sich also lediglich um dieses 1 Fach, weswegen ich jetzt exmatrikuliert wurde und 1 Monat Zeit habe beim Verwaltungsgericht Widerspruch einzulegen.
Allerdings befand ich mich zum Zeitpunkt der letzten Prüfungsteilnahme in einer psychischen Zwangssituation wegen Mobbings. Ich befinde mich mittlerweile deswegen in Therapie und habe ein ärztliches Attest, dass nicht nur belegt, dass ich zum Zeitpunkt der Prüfung prüfungsunfähig war sondern auch, dass ich wegen der Traumatisierung nicht in der Lage war, das selbst erkennen zu können.
Meine Frage ist jetzt, ob damit ein Widerspruch beim Verwaltungsgericht Chancen hat. Denn würde der letzte Versuch anuliert werden, gäbe es keinen Grund für die Exmatrikulation. Zumal ich ich ja jetzt mit den Problemen auseinandersetzte und deswegen eine gute Prognose habe. Wenn ja, würde ich den ganzen Prozess gern mit rechtlicher Begleitung machen, weiß aber nicht, wie ich einen passenden Anwalt in der Umgebung finde.
Mit freundlichem Gruß
12.08.2007 | 19:17

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

grundsätzlich kann das Vorliegen einer psychischen Erkrankung nach einer Prüfung durchaus zu einer Anfechtbarkeit der Prüfung führen.

Die Rechtsprechung ist jedoch hinsichtlich der Darlegung und den zeitlichen Umständen sehr kritisch und stellt hohe Anforderungen. Grundsätzlich gehört es zu den Obliegenheiten des Prüflings auf eine vorliegende Krankheit noch während des Prüfungsverfahrens hinzuweisen. War die Erkrankung während des Prüfungsverfahrens zwar vorliegend, aber noch unbekannt, so muss sie jedoch unverzüglich nach dem Prüfungsverfahren angezeigt werden, wobei die Verwaltungsgerichte sehr kritisch mit entsprechenden ärztlichen Bescheinigungen sind. Es muss klar und nachvollziehbar belegt sein, dass die Krankheit die maßgebliche Ursache für das Scheitern in der Prüfung ist. Hier kommt es sehr stark auf den jeweiligen Einzelfall an und der Erfolg eines solchen Verfahrens hängt auch stark von den medizinischen Gutachten ab.

In Ihrem Fall sollten Sie innerhalb der Monatsfrist Klage (nicht Widerspruch) beim Verwaltungsgericht einlegen, gleichzeitig ist auch die Einleitung eines parallelen einstweiligen Rechtsschutzverfahrens ratsam, da das Klageverfahren im Hinblick auf eine angestrebte schnelle Lösung des Problems allein zu lange dauern dürfte.

Möchten Sie einen Anwalt hinzuziehen, was empfehlenswert ist, sollte es ein Kollege sein, der auf Verwaltungsrecht und insbesondere auf Hochschul- oder Prüfungsrecht spezialisiert ist.

Mit freundlichen Grüßen

Eckart Johlige, Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 12.08.2007 | 21:05

Zunächst vielen Dank für die schnelle Antwort.
Zur Klarstellung würde ich gern etwas genauer werden.
Zum Zeitpunkt der Prüfung bestand bereits die psychische Erkrankung (Panikstörung/Depression/Traumatisierung).
Wenn ich also ein Attest vorlege, das belegt, dass diese Erkrankung sowohl der Grund für mein Scheitern war (Ursache war Mobbing seitens jemand der ebenfalls an der selben Universität ist) - es ebenfalls belegt, dass ich selbst aufgrund der Zwangssituation (hätte Prüfung bestehen müssen um die Stadt verlassen zu können) das nicht einsehen konnte und mich deswegen vorzeitig von der Prüfung abmelden konnte, habe ich eine Chance, dass die Prüfung nicht gewertet wird?
Ich selbst habe erst erkannt, wie stark ich von der sozialen Situation beeinflusst bin, als ich psychologische (und auf ihr Anraten hin auch ärztliche) Hilfe gesucht habe. Dies habe ich natürlich erst nach der Prüfung getan, da ich mit bestandener Prüfung ja den Studienort hätte wechseln können. Wäre das mir vorher bewusst gewesen, hätte ich nicht an der Prüfung teilgenommen sondern erst eine Therpie gemacht und mich dann wieder dem Studium gewidmet.

Bezüglich rechtlicher Unterstützung: Ich habe 2 Rechtsanwälte die auf ihre Beschreibung zutreffen in der Nähe gefunden. Ist es ratsam, beiden meinen Fall darzulegen?
Was ist ein Rechtsschutzverfahren bzw. dessen Zweck? (Gibt es dazu eine Website?)

Vielen Dank im Vorraus!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.08.2007 | 00:34

Ob die von Ihnen beschriebenen Erkrankungen tatsächlich zu einer Wiederholung der Prüfung führen können, muss im Rahmen des Verfahrens seitens der Mediziner und des juristischen Beistands sicherlich gut begründet werden. Das OVG Münster hat in einer Entscheidung vom 16.02.2004, Aktenzeichen: 14 A 3057/03, ausgeführt, dass z. B. Angststörungen vor dem Examen zum allgemeinen Lebensrisiko gehören würden. Ob Ihre Erkrankung z. B. in Form einer Dauererkrankung eine andere Bewertung rechtfertigt, obliegt einer medizinischen Einschätzung und der freien Würdigung des Gericht. Eine Chance besteht gleichwohl, es wird aber sicherlich nicht einfach.

Der Zweck eines einstweiligen Rechtsschutzverfahrens (Eilverfahren) liegt darin, schnell zu einer Entscheidung zu kommen, da Klageverfahren vor dem Verwaltungsgericht mitunter mehr als zwei Jahre dauern können, was vor dem Hintergrund eines Studiums sicherlich unzumutbar wäre.

Sie können Ihr Problem natürlich beiden Kollegen schildern, müssen dann aber auch damit rechnen, dass beide Ihnen hierfür Kosten berechnen werden. Sie sollten sich deshalb vorher über die Kosten einer Beratung informieren.





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