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Exfreund wirft mir nach Anzeige Vergewaltigung vor

| 05.05.2013 21:14 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Hallo,

es geht um meinen (alkohol- und tablettenabhängigen) Ex-Freund. Wir waren von April 2010 bis Weihnachten 2012 zusammen. Beide sind wir 29.
Kennengelernt haben wir uns bei einer Erwachsenenqualifikation, nach drei Monaten bin ich zu ihm und seinen Eltern gezogen, mit denen ich einen Mietvertrag über das geschwisterliche, leerstehende Zimmer hatte.

Die gesamte Beziehung hat er mich verbal misshandelt, mich von der Außenwelt isoliert und mir all die Dinge genommen, die mir wichtig waren. Er wollte nicht, dass ich in dem Männerberuf arbeite, in dem ich die Qualifikation gemacht habe und war immer bei jedem Mann (egal ob berühmt von einer Band oder nur Arbeitskollege) extrem eifersüchtig, sodass ich mir am Ende nicht mal mehr getraut habe, mit jemandem zu reden oder jemanden anzusehen. Er hat mich ganz klein gemacht und fast gebrochen. Weihnachten habe ich dann die Notbremse gezogen, doch er denkt, er hätte Schluss gemacht.

Nun kommt er aber mit der Trennung nicht klar und ist der Meinung, dass wenn er mich nicht haben kann, darf es niemand und ich dürfte nicht glücklich werden. Zuerst drohte er mir nur telefonisch, dass er mich fertigmachen und mein Leben zerstören würde. Ich weiß, dass die Aufnahmen, die ich davon angefertigt habe, juristisch nicht zählen.
Anfang März schrieb er mir dann eine Abschiedsmail und wollte sich danach angeblich nicht mehr melden. In dieser schreibt er unter anderem, dass es ihm leid tue, dass er mich immer so fertig gemacht hat und so extrem eifersüchtig war, neben unzähligen Liebesbekundungen.
Einen Monat war Ruhe bis auf zwei SMS, die dann noch kamen. Anfang April schrieb er mir dann, dass ich Schlampe schon bald seine Rache zu spüren bekomme, ich verrecken soll, er mich nicht in Frieden lassen wird, dass er mir das Leben zur Hölle machen wird, dass ich sterben werde, eine Schlampe und Hure sei, usw.
Dann ging der Telefonterror erneut los, dieses Mal mit Morddrohungen. Ich habe ihm gesagt, dass ich es aufzeichne und er meinte, es sei ihm egal und ich solle es doch machen. Zählt das dann vor Gericht?
Ich bin zur Polizei und forderte eine einstweilige Verfügung. Zwei Tage später eröffnete er unter meinem Namen ein Facebook-Profil und veröffentlichte Bilder mit mir, meiner Mutter und meiner besten Freundin. Er schickte meinen Arbeitskollegen Anfragen und schrieb ihnen, ich hätte mir dieses zweite Profil zugelegt, weil ich meinen Exfreund betrogen hätte und er mir so aber nicht hinterher spionieren könnte. Ich also wieder zur Polizei und eine Anzeige wegen Kunsturheberrechtsverletzung gemacht. Fünf Tage später hatte er erstmal die Verfügung, dass er mich nicht kontaktieren darf und sich weder mir noch Wohnung noch Arbeit auf 50m nähern darf.
Demnächst muss ich bei der Polizei dann eine Zeugenaussage über meinen Fall machen.
Vor ein paar Tagen schrieb er Bekannten über Facebook, bei denen er sich über ein Jahr nicht gemeldet hatte, dass er mich anzeigen wird wegen Körperverletzung mit Sachbeschädigung, Freiheitsberaubung und Vergewaltigung.
Zum Punkt Körperverletzung mit Sachbeschädigung: Ich habe in einer früheren Beziehung schon körperliche Gewalt erfahren. Nun ergab sich die Situation, dass ich im Bett von x lag. Er rastete wegen einer Kleinigkeit plötzlich völlig aus, stürmte mit erhobener Hand auf mich zu mit dem Satz "Du kleine unbedeutende Fotze" und da hab ich ihm eine geklatscht, weil ich dachte, dass er mich gleich körperlich angreift. Irgendwann kam es nochmal dazu, als er auf seinem Drehstuhl saß. Hinter ihm war der Schreibtisch mit Laptop und einer großen Büchse Bier. Er bedrohte mich wieder genauso und ich habe ihm nochmal eine geklatscht. Da hat er sich mit dem Laptop gedreht, sodass das Bier umkippte und drüberlief. War natürlich kaputt. Er hatte aber mal ne Versicherung abgeschlossen und bekam innerhalb von zwei Wochen Ersatz. Außerdem fiel seine Brille runter, die er seit der 7. Klasse hatte und die an einer Seite schon kaputt war. Die andere Seite ging auch kaputt. Und ich habe leider sein Ohr getroffen, sodass es einen großen blauen Fleck hatte. Davon existiert ein Foto, dass ich gemacht und ihm per Whatsapp geschickt hatte. Angeblich hatte er Nasenbluten, aber davon hab ich nie was gesehen.
Zum Punkt Freiheitsberaubung: Immer, wenn ich ihn zur Rede stellen wollte, warum er mich so behandelt, verließ er sein Kinderzimmer. Seine Eltern waren an dem Tag - so wie jeden Tag - zu Hause. Damit er nicht schon wieder gehen konnte, schloss ich ihn und mich in seinem Kinderzimmer für fünf Minuten ein. Aber eine Aussprache gabs trotzdem nicht. Hab danach wieder aufgeschlossen. Das war alles.
Zum Punkt Vergewaltigung: Leider musste ich diese Erfahrung früher machen. Ab und zu, wenn mich etwas getriggert hat, so wie mein Ex mit seinem Alkoholkonsum, bekam ich einen Flash und handelte so wie früher. Da musste ich auch immer "ran". Ex meinte, ich hätte ihn in einem Flash vergewaltigt. Aber ich weiß, dass das nicht stimmt. Er ist größer und stärker als ich, kann mich mit Leichtigkeit festhalten und seine Eltern waren immer im Haus. Nur kann ich mich nicht erinnern, was in einem Flash passiert. Meine körperliche Kraft bleibt gleich, seine Eltern sind nicht schwerhörig. Von dem her eine dreiste Anschuldigung. Aber was soll ich bei der Polizei sagen, sollte er es anzeigen?
Er ist schon polizeilich zweimal registriert. Einmal entweder wegen illegalem Download oder eingeschlagener Scheibe und einmal, weil er sich umbringen wollte (da kannten wir uns aber noch nicht), allen Leuten bei Facebook und meinvz einen Abschiedsbrief schrieb und irgendwer die Polizei rief, die ihn eingewiesen hatten, weil er stark alkoholisiert war und sich am Bein eine riesige Schnittwunde zugefügt hatte, die genäht werden musste.

In der Beziehung ging er erneut in die Tagesklinik, trank und verletzte sich. Ich leide auch unter SVV, aber ich weiß, dass er es macht, weil er es geil findet. Im Gegensatz zu mir.
Allerdings wirft er mir vor, dass ich daran schuld bin, dass er wieder eine Therapie machen musste.

Meine Frage ist nun, was mich bei Gericht erwartet mit seiner Gegenanzeige bezüglich Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Vergewaltigung zu meiner Anzeige wegen Beleidigung, Nötigung, Bedrohung und Kunsturheberrechtsverletzung? Sein Stalking und Hausfriedensbruch (ich hatte im Haus seiner Eltern ein Zimmer gemietet, also hatte ich mit ihnen einen Mietvertrag und er hat sich, als ich nicht da war, an meinen Sachen zu schaffen gemacht) habe ich ja noch nicht mal mit angegeben. Ich will nicht der Täter sein, da ich das Opfer bin. Er verwendet Dinge, die mir früher passiert sind (nein, diese habe ich nie angezeigt), gegen mich, als ob ich das getan hätte. Ich verstehe einfach nicht, wie jemand so moralisch verwerflich und psychisch krank sein kann.
Es ist einfach nur Kräfte raubend.

Auf was für einen Zeitraum muss ich mich einstellen, bis das alles vorbei ist? Und welche Strafen erwarten mich im Falle einer Gegenanzeige?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Ich darf den Ausführungen den generellen Rat vorwegschicken, sich durch einen auf Opferrecht spezialisierten Anwalt vertreten oder beraten zu lassen. Nur ein Anwalt kann Akteneinsicht in Strafverfahren erlangen und Sie so verlässlich beraten. Zudem bieten auch Opferschutzverbände wie der Weiße Ring Beratungsmöglichkeiten. Da Sie Opfer und nicht Täter sind, sollten Sie sich Hilfe suchen, die Sie professionell beraten.

Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten.

A) Frage: Verwertbarkeit Ihres Telefonmitschnitts:

Der Telefonmittschnitt dürfte als Beweismittel zugelassen werden.

Für den Mitschnitt des Telefongesprächs kommt ein Beweisverwertungsverbot in Betracht. Das würde bedeuten, dass dieses Beweismittel in einem Strafverfahren nicht verwendet werden dürfte, um die Schuld Ihres Freundes zu bewerten.
Nach Ihrer Schilderung dürfte jedoch aus zwei Gründen kein solches Beweisverwertungsverbot vorliegen:

Zum einen haben Sie Ihrem Freund gesagt, dass Sie das Gespräch mitschneiden. Somit handelte es sich um keinen heimlichen Telefonmittschnitt. Solche heimlichen Mittschnitte sind in der Regel unverwertbar. Zudem dürfte die Interessenabwägung zwischen Ihrem Interesse an der Beendigung des Stalking Terrors und dem Ihres Exfreundes an der Vertraulichkeit des Wortes zu Ihren Gunsten ausfallen. Dies spricht ebenfalls für eine Verwertbarkeit.

B) Aufgrund der Anschuldigungen Ihres Freundes wird, sofern er tatsächlich Anzeigen gegen Sie erstattet ein Ermittlungsverfahren wegen der vorgeworfenen Straftaten gegen Sie aufgenommen. Dieses wird durch die Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft untersucht. Sollte es dazu kommen sind folgende Punkte für Sie wichtig:

1) Ihre Anzeige gegen Ihren Freund und die Anzeige Ihres Freundes gegen Sie sind rechtlich zwei völlig unabhängige Verfahren, die nicht miteinander verbunden werden. Sie werden also nicht zusammen vor Gericht verhandelt, wenn es denn überhaupt zu einer Anklage kommt.

2) In dem Verfahren, in dem Sie die Beschuldigte einer Straftat sind, sollten Sie zunächst keine Aussage gegenüber der Polizei machen. Sie sind nicht verpflichtet einer diesbezüglichen Vorladung zu folgen. Sie sollten durch einen Anwalt Akteneinsicht beantragen.

3) Zu den Ihnen vorgeworfenen Straftaten:

Bezüglich einer Vergewaltigung durch Sie besteht kein hinreichender Tatverdacht. Es erscheint unwahrscheinlich, dass eine körperlich unterlegene Frau einen stärkeren Mann vergewaltigen kann. Auch dürfte die Tat nicht beweisbar sein, da Sie vermutlich eine Zeit zurück liegt und hier Aussage gegen Aussage stehen wird.

Ob überhaupt eine Körperverletzung vorliegt, ist nach Ihren Schilderungen mehr als fraglich. Zwar können auch Ohrfeigen oder Backpfeifen („eine geklatscht") eine Körperverletzung sein, aber diese wäre in Ihrem Fall wohl durch eine Notwehr Lage (§ 32 StGB) gerechtfertigt. Zumindest haben Sie geglaubt, dass eine Notwehrlage bestehen würde. Dies kann ein zur Straflosigkeit führender Irrtum sein.

Auch die Sachbeschädigung wäre aufgrund dieser Situation straflos, weil sie nicht vorsätzlich die Sache beschädigt haben. Eine fahrlässige Sachbeschädigung ist nicht strafbar.

Nach Ihrer Schilderung bestehen also gute Chancen, dass alle Vorwürfe Ihres Ex Freundes gar nicht erst zur Anklage führen.

Nach Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens werden Sie angehört. Eine entsprechende Einlassungen sollten Sie aber erst nach der Akteneinsicht durch einen Verteidiger abgeben.

Hier wird dann doch die gesamte Situation gewürdigt werden und es wird eine Rolle Spielen, dass Ihr Ex Freund unglaubwürdig ist. Die Vorwürfe stehen schließlich im Zusammenhang mit den gegen Ihren Ex Freund laufenden Verfahren und sollen somit wohl nur ablenken.

Auf was für einen Zeitraum muss ich mich einstellen, bis das alles vorbei ist?

Diese Frage ist seriöser Weise nicht zu beantworten. Sie werden mit keiner schnellen Entscheidung rechnen können. Bezüglich der Anzeigen gegen Sie werden Ermittlungen aufgenommen, diese werden sich auf jeden Fall Wochen, wenn nicht Monate hinziehen. Auch hier können Sie aber durch eine anwaltliche Vertretung ggf. Einfluss auf das Verfahren nehmen.

Und welche Strafen erwarten mich im Falle einer Gegenanzeige?

Strafen erwarten Sie nur, wenn sie verurteilt werden. Das ist sehr unwahrscheinlich.

Für die Körperverletzung und die Sachbeschädigung werden in der Regel Geldstrafen ausgesprochen. Lediglich die Vergewaltigung wäre ein Straftatbestand, der mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft wird (§ 177 StGB).

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Christopher Volke, Rechtsanwalt
Mit freundlichen Grüßen


Christopher Volke
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 07.05.2013 | 00:20

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