Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ex-Freund schließt Stromvertrag auf meinen Namen ab

7. August 2022 15:09 |
Preis: 40,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von


17:42

Mein Ex-Freund und ich wohnen getrennt, jedoch bin ich erst heute (07.08.2022) endgültig ausgezogen.
Am 01.08.2022 erhielt ich eine Auftragsbestätigung eines Stromvertragsvermittlers, dass ich einen Stromvertrag in der noch gemeinsamen Wohnung mit meinem Ex-Freund abgeschlossen hätte. Meine kompletten Daten sowie meine Mail-Adresse waren angegeben. Diese Mail war im Spam-Ordner gelandet. Am 02.08.2022 erhielt ich dann eine Auftragsbestätigung von Vattenfall mit denselben Daten, Belieferungsbeginn am 01.01.2023, also erst wenn ich ganz sicher schon ausgezogen wäre.
Daher rief ich dort an, widerrief den Vertrag und konfrontierte persönlich meinen Ex-Freund in der noch gemeinsamen Wohnung damit, der alles abstritt. Jedoch hörte ich kurz danach, dass er zu seinem anwesenden Freund sagte, dass er bei Stromvergleich.de alle seine Daten angeben musste. Also hatte er nachweislich Kontakt, jedoch habe ich dies nicht schriftlich, sondern nur zufällig mitangehört.
Nach erneuter Konfrontation stritt er wieder alles ab.
Nun beschuldigt er mich, dass ich ihn des Computerbetrugs beschuldigen würde, denn immerhin wären alle Daten inkl. Mail-Adresse ja im Auftrag angegeben.
Ich bin mir sicher, dass er mir einfach nur schaden möchte, denn er ist aus persönlichen Gründen sehr, sehr wütend auf mich.
Auch wenn der Auftrag nun widerrufen ist, möchte ich gern wissen, ob man IP-Adresse und MAC-Adresse seines Handys, über das er ausschließlich kommuniziert, nicht über eine polizeiliche Anzeige einfordern kann und wie hier die gesetzlichen Fristen zur Datenlöschung sind.
Wir beide haben in der letzten Woche das häusliche WLAN genutzt, so dass es ja problematisch werden könnte. Jedoch war ich zum Auftragserteilungszeitpunkt mit meiner Chefin (also Zeugin) im Büro auswärts, also nicht in der noch gemeinsamen Wohnung. Dort war ich nur am 02.08.2022 zum Zusammenpacken meiner restlichen Sachen, sonst nicht, und umso weniger am 01.08.2022.

Wenn er vorsätzlich den Betrug vorgenommen hat, müsste sich dies doch nachprüfen lassen, so dass ich ihn zumindest anzeigen könnte.
Ist das korrekt?

7. August 2022 | 16:27

Antwort

von


(533)
August-Bebel-Str. 13
33602 Bielefeld
Tel: 0521/9 67 47 40
Web: http://www.kanzlei-alpers.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrte Ratsuchende,

Vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworte:

Natürlich liegt es auf der Hand, dass Ihr Ex-Freund Ihre Daten angegeben hat. Allerdings stellt sich die Frage, wenn er hier auf Ihre Kosten einen Stromvertrag abschließen wollte, ohne Sie zu informieren, weshalb er hierfür Ihre E-Mail-Adresse angegeben hat. Damit lag es ja auf der Hand (abgesehen von der Spam- Problematik), dass Sie die Information über die Beantragung erhalten und den Vertrag in jedem Fall problemlos widerrufen konnten.

Tatsächlich befürchte ich im Ergebnis, dass ein Strafantrag hier nicht viel Aufklärung bringen und ein Verfahren eingestellt werden würde.

Nach dem Scheitern der sog Vorratsdatenspeicherung ist die Speicherung
von Verkehrsdaten über das Ende der Sitzung hinaus nur bei Notwendigkeit zulässig, vgl. § 9 TTDSG. Hier wird allgemein davon ausgegangen, dass jedenfalls eine längere Speicherung als 7 Tage unzulässig ist. Von Ausnahmen abgesehen dauert es nach einer Anzeige regelmäßig Wochen, bis eine Anfrage beim Provider erfolgt, so dass die Daten dann längst gelöscht sind.

Dazu kommt dann noch, dass es sich hier um eine Tat aufgrund einer gescheiterten Beziehung handelt bei der die Staatsanwaltschaft meist kein gesteigertes Interesse zeigt, sich einzumischen.

Zusammengefasst können Sie einen Strafantrag stellen in der Hoffnung, dass Ihr Ex-Freund ein Anhörungsschreiben bekommt und sich davon beeindrucken lässt und er künftig solchen Unsinn lässt. Sie dürfen sich aber keine ernsthafte Hoffnung machen, dass die Tat tatsächlich intensiv verfolgt wird. Einfordern können Sie übrigens gar nichts, sondern nur Strafantrag gegen Unbekannt bzw. Ihren Ex-Freund stellen. Ab dann ermitteln Polizei und Staasanwaltschaft.

Leider kann ich Ihnen hier jedenfalls keine ernsthafte Hoffnung machen, dass ein Strafantrag ein entsprechendes Ergebnis bringen wird.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Arnd-Martin Alpers

Rückfrage vom Fragesteller 7. August 2022 | 17:22

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

meine Sorge ist, wenn ich keine Anzeige gegen meinen Ex-Freund erstatte, dass er in den nächsten Monaten aufgrund der kurzen Speicherzeit von Daten von 7 Tagen erneut ein paar Verträge mit meinen Daten abschließt, um mir zumindest kurzfristig zu schaden oder Ärger einzuhandeln.
Würde ich jetzt zu Beginn keine Anzeige erstatten und danach einen Strafantrag stellen, auch wenn dieser wegen unzureichendem Interesse der Staatsanwaltschaft nicht weiter verfolgt wird, dann könnte er weiter in dieser Hinsicht machen.
Sollte er dennoch aufgrund eines Strafantrags, der dann zurückgewiesen wird, es noch einmal versuchen, müsste die Staatsanwaltschaft doch schon einmal genauer hinsehen, denn es würden sich ja so die ominösen Fälle häufen.
Oder ist das eine falsche Schlussfolgerung?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 7. August 2022 | 17:42

Sehr geehrte Ratsuchende,

ich verstehe Ihre Sorge und hatte deswegen ja auch darauf hingewiesen, dass der Strafantrag ggf. auch einen gewissen Abschreckungseffekt hat, wenn Ihr Ex-Partner ein Anhörungsschreiben bekommt.

Und es kann natürlich tatsächlich einen gewissen Effekt haben, wenn Ihr Ex weitere Verträge abschließt und bereits ein Verfahren lief, wobei ich mir davon auch nicht zuviel versprechen würde.

Zusammengefasst schadet einen Anzeige letztlich nicht, sofern Sie sich von dieser selbst eben kein besonderer Ergebnis erwarten. Weshalb Ihr Ex einen Vertrag unter Angabe Ihrer E-Mail-Adresse abschließt, wenn Sie doch davon nichts mitbekommen sollen, hinterlässt mich allerdings immer noch ratlos.

Mit freundlichen Grüßen

Arnd-Martin Alpers
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

(533)

August-Bebel-Str. 13
33602 Bielefeld
Tel: 0521/9 67 47 40
Web: http://www.kanzlei-alpers.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Mietrecht, Verkehrsrecht, Internet und Computerrecht, Vertragsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 97471 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Antwort erfolgte, obwohl es Sonntag war innerhalb von zwei Stunden, war inhaltlich exakt und im Umfang kompakt, dabei freundlich, es wurde weitere Begleitung in der Sache angeboten. Die Beratung hat mich umfänglich zufriedengestellt. ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr kompetente und freundliche Antwort. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super schnelle, sehr ausführliche Antwort inkl. dem Aufzeigen der Paragrafen. Es gab aber auch eine Info wie weiter vorgegangen werden kann. ...
FRAGESTELLER