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Ex-Ehefrau verzögert Zwangsversteigerung

| 04.11.2005 15:42 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Vor wenigen Tagen hat die Zwangsversteigerung meines hälftigen Hauses stattgefunden und kommende Woche müsste der Erwerber das Geld bei Gericht bezahlen. Wie sich nun herausstellt, wird der Erwerber das GEld nicht hinterlegen können. Seit mind. 2 Jahren wird von meiner Ex versucht, das Versteigerungsverfahren zu verhindern, die Gutachterin durfte nicht ins Haus, Interesenten durften das Haus nicht besichtigen usw. Trotzdem ist sie dem Versteigerungsverfahren beigetreten und hat das Haus ersteigert. FRAGE: Welche Schritte kann ich unternehmen, wenn der fällige Betrag nicht bezahlt werden kann und das Versteigerungsverfahren somit nichtig war. Es waren mind. 3 sehr interessierte Käufer beim Termin zugegen, so dass das Haus auf jeden Fall an eine Dritte Person durch die Versteigerung gegangen wäre. Außerdem wird vom Gericht/Versteigerungsstelle etwas unternommen, denn dieses Spiel kann sich erneut wiederholen. Die Zinsen bei der Bank wachsen durch die Verzögerungen immer weiter. Es ist seit 3 Jahren ein Fass ohne Boden, wenn man nach der Scheidung das gemeinsame Haus verlässt, kein weiteres Eigenkapital hat und auf den Erlös des Hauses angewiesen ist, da Sozialgeld auch keines bezahlt wird, so lange man ein halbes Haus besitzt. Wichtig sind die rechtlichen Folgen, deren ich mich bedinen kann, wenn das fast Vorhersehbare eintritt.

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Leider schreiben Sie nicht, ob es sich um eine Zwangsversteigerung durch einen Gläubiger handelt (naheliegend, da Sie nur von der Versteigerung Ihrer Haushälfte schreiben) oder um eine sog. Teilungsversteigerung zum Zwecke der Aufhebung der Grundstücksgemeinschaft (was ich nachfolgend allerdings unterstelle). Ebenso unterstelle ich, daß zugunsten Ihrer Ehefrau bereits ein bestandskräftiger Zuschlagsbeschluß vorliegt.

In diesem Fall kann gegen Ihre Ehefrau aus dem Zuschlagsbeschluß die Zwangsvollstreckung betrieben werden, notfalls durch nochmalige Versteigerung des Grundstrücks. Bei dem dann anzuberaumenden neuen Versteigerungstermin kann Ihre Ehefrau zwar wiederum mitbieten, muß dann aber, wenn Sie dies verlangen, für ihr Gebot Sicherheit in voller Höhe stellen, es sei denn, ihr steht eine Grundschuld oder Hypothek an dem Grundstück zur Verfügung. Damit dürfte sich die weitere Verzögerung des Verfahrens dann erübrigen.

Hinsichtlich einer strafrechtlichen Relevanz der Gebotsabgabe durch Ihre Ehefrau bin ich jedoch skeptisch. Ein Eingehungsbetrug dürfte hier wohl nur schwer nachweisbar sein.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben geholfen zu haben.
Mit freundlichen Grüßen
Udo Meisen
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 04.11.2005 | 18:36

Vielen Dank. Ich habe soeben erfahren, dass meine Ex den BEtrag für unser gemeinsames Objekt nicht aufbringen wird, so dass sie den Betrag nicht ans Gericht bezahlen wird. Nachdem dies von Anfang Absicht war und sie nunmehr das Haus weiter kostenlos bewohnen kann, frage ich an, ob es rechtliche Schritte gibt, die ich in die Wege leiten kann, damit sie nicht weiter diese Spielchen treiben kann. Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.11.2005 | 09:38

Wie bereits geschrieben bestehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten: entweder die Zwangsvollstreckung aus dem Zuschlagsbeschluss gegen Ihre Ex-Ehefrau oder aber die Weiterbetreibung des Versteigerungsverfahrens, in dem Sie, falls Ihre Ex-Frau wiederum mitbietet, Sicherheit in voller HÖhe verlangen können. In beiden Alternativen kann es Ihrer Exfrau unmöglich gemacht werden, dieses "Spielchen" weiter zu betreiben.

Mit freundlichen Grüßen
Udo Meisen
Rechtsanwalt


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