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Europäische Gebrauchtwagengarantie


28.03.2007 09:16 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Am 12.06.2006 habe ich bei einem Händler einen 18 Monate alten VW-Golf mit 55.000 km gekauft. Bis zum heutigen Tag bin ich lediglich 4000 km gefahren, der km-Stand ist nun 59.000. Nach wenigen Monaten hörte ich ein Heulen im Motor, welches mit der Zeit stärker wurde.
Vom 03.12.2006 bis Mitte März war ich im Ausland, der Wagen stand in der Garage.
Nach meiner Rückkehr fuhr ich mit dem Fahrzeug zum Händler. Dort wurde festgestellt, dass der Turbolader defekt ist. Die Kosten belaufen sich auf ca. 1500 Euro. (Teilekosten übernimmt VW).
Die europäische Garantiefrist ist ein Jahr. Ein Schaden an einem Turbolader kann nicht kurzfristig entstehen.
Der Händler möchte aber nichts bezahlen, da nach 6 Monaten die Beweislastumkehr erfolgt, d.h. ich muss nun nachweisen das der Schaden schon vor dem 12.12.2006 entstand.
Ich könnte den Nachweis erbringen mit den Stempeln in meinem Reisepass sowie Zeugenaussagen, dass das Fahrzeug seit dem 03.12.2006 nicht mehr bewegt wurde.
Wie stehen meine Chancen vor Gericht ?

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

I. Es kommt auf die Vorschrift des § 476 BGB an:

BGB § 476 Beweislastumkehr
Zeigt sich innerhalb von sechs Monaten seit Gefahrübergang ein Sachmangel, so wird
vermutet, dass die Sache bereits bei Gefahrübergang mangelhaft war, es sei denn,
diese Vermutung ist mit der Art der Sache oder des Mangels unvereinbar.

Der Zeitraum der für Sie günstige Beweislastumkehr ist danach beschränkt auf sechs Monate seit Gefahrübergang (Übergabe des Autos, vgl. § 446 BGB). Die Frist wäre danach am 12.12.2006 abgelaufen.

II. Meiner Einschätzung nach spielt es hier grds. keine Rolle, ob Sie den Wagen seit dem 03.12.2006 nicht mehr bewegt haben. Die gesetzliche Regelung (Frist) erscheint (leider) eindeutig.

Die Regelung bedeutet für Sie jedoch nicht, dass Sie keine Ansprüche gegen den Verkäufer haben. Vielmehr müssen Sie nunmehr beweisen, dass die Sache bei Gefahrübergang (Übergabe) bereits mangelhaft gewesen ist. Insoweit müsste ein Sachverständiger beauftragt werden. Bestätigt sich der für Sie günstige Umstand, dass die Sache bereits bei Gefahrübergang mangelhaft gewesen ist, hat der Verkäufer auch die Kosten des Sachverständigen zu übernehmen.
Ferner ist der Verkäufer darauf hinzuweisen, dass es ausreicht, dass die Ursache für den Mangel bereits bei Übergabe vorlag; der Mangel selbst braucht so noch nicht aufgetreten sein.
Mit dieser Argumentation sollten Sie versuchen, weiteren Druck auf den Verkäufer auszuüben.

III. Eine vergleichsweise Regelung, was die Reparaturkosten angeht, halte ich deshalb nach allem für sinnvoll.
Ihre Chancen vor Gericht ließen sich erst nach Einholung eines Sachverständigengutachtens realistisch einschätzen. Ggf. können Sie ein (vorgeschaltetes) gerichtliches selbständiges Beweisverfahren durchführen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt
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