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Erwerbsminderungsrente nach Krankengeldbezug


| 20.03.2006 18:33 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht



Ich bin seit April 2005 wegen einer Krebserkrankung (Pankreas) krank geschrieben und beziehe Krankengeld. Zur Zeit läuft eine Chemotherapie, die noch bis Mitte des Jahres andauern soll.

Die KK hat mich schriftlich aufgefordert, bis 31.03.06 Reha-Antrag zu stellen. Wenn ich jetzt Reha antrete, läuft die Chemo danach ja noch weiter, also kann ich nicht als geheilt entlassen werden und müsste Erwerbsminderungsrente beantragen (bin erst 34), ich würde aber gern nach Abschluss der Chemo oder sogar schon eher wieder arbeiten gehen, evtl. zeitweise und die Rentenzahlung so lange wie möglich rauszögern bzw. Krankengeldbezug bis zum Ablauf des Bezugszeitraumes ausschöpfen.

Wie verhalte ich mich gegenüber der Krankenkasse richtig. Muss ich der schriftlichen Aufforderung widersprechen oder den Reha-Antrag stellen?
Sehr geehter Fragesteller,

Der Aufforderung der KK zur Reha-Antragstellung ist Folge zu leisten.

Die Reha dient der Erhaltung und Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit. Eine Reha-Maßnahme bedeutet nicht zwangsläufig die Verpflichtung zu einer Rentenantragsstellung. Gerade diese soll dadurch, soweit möglich, vermieden werden.
Sicher ist es sinnvoll, den Zeitpunkt der Reha in Absprache mit der KK nach Beendigung der Chemotherapie zu legen.

Ich wünsche Ihnen einen guten Heilerfolg.

Mit freundlichen Grüßen
Ralf-Carsten Bonkowski

Nachfrage vom Fragesteller 20.03.2006 | 21:11

das heißt also, dass die Krankenkasse sich durchaus auf einen späteren Reha-Antrag einlassen müsste/könnte? Bin ich an die Frist 30.03.06 (mit Androhung von Krankengeldentzug) nicht gebunden? Soweit allerdings nach einer eventuellen Reha-Maßnahme die Arbeitsfähigkeit nicht wieder hergestellt ist, bedeutet dies doch zwangsläufig Rente?
Nach welchem SGB (§§) richtet sich das ganze?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.03.2006 | 14:37

Sehr geehrter Fragesteller,

der Antrag ist innerhalb der gesetzten Frist (10 Wochen) zu stellen, § 51 I SGB V. Bei Nichtantragstellung binnen Fristsetzung entfällt der Krankengeldanspruch, § 51 III SGB V.

Die Antragstellung ist nicht gleichzusetzen mit dem Reha-Beginn. Dies sind zwei unterschiedliche Dinge. Der Reha-Beginn richtet sich danach, wann dies medizinisch sinnvoll ist. Wenn Sie der Krankenkasse eine Stellungnahme des Arztes, der die Chemotherapie bei Ihnen durchführt, vorlegen, wonach dieser eine Reha erst nach Ablauf der Chemotherapie für medizinisch sinnvoll erachtet, wird sich die Krankenkasse nach meiner Erfahrung danach richten.

Die Verpflichtung zur Rentenantragstellung nach der Reha besteht nicht automatisch, wenn Sie als noch weiter arbeitsunfähig krank aus der Reha entlassen werden. Entscheidend ist die medizinische Einschätzung, ob bei noch weiterer Behandlung die Arbeitsfähigkeit wiederhergestellt werden wird.

Rente wegen Erwerbsminderung erhält, wer unter anderem die Voraussetzung erfüllt, wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit (das heißt, mehr als sechs Monate) außer Stande zu sein, unter den üblichen Bedingungen des Arbeitsmarktes erwerbstätig zu sein, § 43 SGB VI. Einer solchen eventuellen Einschätzung der Reha-Einrichtung können Sie durch Atteste Ihrer Ärzte entgegentreten. Bei einer eventuellen Aufforderung der Krankenkasse zur Rentenantragstellung empfehle ich Ihnen Widerspruch und Klage zu erheben und entsprechende ärztliche Stellungnahmen, die von der Wiederherstellung Ihrer Arbeitsfähigkeit innerhalb von mindestens sechs Monaten ausgehen, vorzulegen.

Mit freundlichen Grüßen
Ralf-Carsten Bonkowski

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