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Erwerbserminderung und Künstlerische Arbeit

| 30.03.2020 18:27 |
Preis: 25,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von


Hallo verehrte Anwälte (wie heißt die weibliche Form? :D Anwältinnen? ),

ich beziehe nach 4. Kapitel des SGBXII (12) Erwerbserminderungs (kurz EM) Geld,
(daher bitte ich zu entschuldigen, das ich nur 25€ anbiete, ich könnte auch für 15€ einen Alwalt evtl. bekommen mit "Schein", aber wegen Corona wohl nicht so Zeitnah).

Da ich wegen meiner Krankheit (daher auch die EM), viel Zuhause bin und die Zeit habe, habe ich für mich entdeckt, dass ich Spaß habe Bilder zu gestalten.
Ich habe nun von Seiten wie Patreon gehört, wo ich nun meine Bildchen für Fans anbiete für 5-20€ je nachdem wie viel sie mir geben wollen (größere "Mitgliedschaften" geben dann Rechte wie privates Chatten oder Wunschbilder; sogenannte comissions).

Nun ist die Frage, wie ist das mit meiner EM, wie viel Geld darf ich da durch meine Fans annehmen und wie hat das Einfluss auf meine EM?

Muss ich dafür nun ein Gewerbeschein haben?
Und darf ich mich als Künstler/Freiberufler dann bezeichnen, auch trotz EM?

Achja, da ich Anfang März damit Anfing, und dieser nun rum ist und ich nicht wusste ob sich das überhaupt wer anschaut, habe ich natürlich auch nicht direkt ein Gewerbe angemeldet, ich hoffe ich kriege deswegen kein Ärger...


Und eine doch recht wichtige Frage für mich ;)....
MUSS ich meine Kunst vorlegen, muss ein Schneider beim Finanzamt seine Schuhe, Pullover etc. vorlegen?
Wenn ich kp. "Nackedeibilder" mit Furrys (ne Art Tierfetisch, wo sich Erwachsene Tierkostüme anziehen; ganz stumpf erklärt) mache oder sonst irgendwas, was man nicht jedem zeigen will, was weiß ich BDSM oder ADBL Zeug. Muss ich so was dann denen zeigen? Weil... naja falls ja, gestehe ich würde ich das nicht wollen :/

Achja, die Gelder kommen aus dem Ausland, außerhalb der EU, falls das noch Einfluss hat, auch nicht in € oder $.

Danke fürs lesen, bleibt Gesund und ich hoffe Ihr könnt mir helfen.
02.04.2020 | 13:04

Antwort

von


(84)
Zweinaundorferstrasse 1
04318 Leipzig
Tel: 01778640758
Tel: 034197475372
Web: http://www.kanzlei-vicky-neubert.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Es ist auch neben dem Bezug einer Rente wegen voller Erwerbsminderung ein Hinzuverdienst möglich. Grundvoraussetzung für einen Hinzuverdienst ist jedoch, dass die ausgeübte Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit dem Grundanspruch nicht entgegensteht! Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn Sie die Rente wegen voller Erwerbsminderung aufgrund eines unter dreistündigen Leistungsvermögens erhalten und wenigstens drei Stunden täglich arbeiten. Erhalten Sie die Rente wegen voller Erwerbsminderung aufgrund eines 3- bis unter 6-stündigen Leistungsvermögens in Verbindung mit einem verschlossenen Teilzeitarbeitsmarkt (Arbeitsmarktrente) wäre auch das Anlass zur Prüfung für den Träger.

Bei Aufnahme der selbständigen Tätigkeit wird der Rentenversicherungsträger prüfen, ob unter Berücksichtigung dieser Tätigkeit weiterhin eine Erwerbsminderung vorliegt. Solange die ausgeübte Tätigkeit die vorliegende volle Erwerbsminderung nicht beseitigt, besteht der Rentenanspruch fort.

Sie sind verpflichtet, die Aufnahme der Tätigkeit sowie das voraussichtlich daraus erzielte Einkommen Ihrem Rentenversicherungsträger zu melden. Bei einem Einkommen bis zur kalenderjährlichen Hinzuverdienstgrenze von aktuell 6.300 Euro kommt es nicht zu einer Kürzung der Rente.

Im Ergebnis sollte sich somit nichts ändern, wenn Sie die o.g. Hinzuverdienstgrenze einhalten und täglich weniger als drei Stunden tätig sind.
Die feststehende Hinzuverdienstgrenze beträgt wie gesagt 6 300 Euro im Kalenderjahr, also jeweils vom 1. Januar bis zum 31. Dezember eines Jahres.
Bsp:
M. bezieht eine Rente wegen voller Erwerbsminderung. Sie verdient von Januar bis August monatlich 500 Euro, das sind im Jahr 4 000 Euro. Die jährliche Hinzuverdienstgrenze von 6 300 Euro ist eingehalten, die Rente wird nicht gekürzt. Ihr Hinzuverdienst wird einmal jährlich mit
der Hinzuverdienstgrenze verglichen.
Überschreiten Sie mit Ihrem Verdienst die jährliche Hinzuverdienstgrenze, wird der
über der Grenze liegende Betrag durch zwölf geteilt. Davon werden 40 Prozent auf die Rente angerechnet.
Beispiel:
V. bezieht eine Rente wegen voller Erwerbsminderung in Höhe von 950 Euro
monatlich. Daneben übt er noch eine Beschäftigung aus. Mit einem Jahresverdienst von 6 900 Euro
aus dieser Beschäftigung überschreitet er die jährliche Hinzuverdienstgrenze von 6 300 Euro um 600 Euro. Die 600 Euro werden nun in einen monatlichen Betrag umgerechnet. Ein Zwölftel von 600 Euro
sind 50 Euro. Von diesen 50 Euro werden 40 Prozent, also 20 Euro, auf die Rente
angerechnet. Die Monatsrente vermindert sich also um 20 Euro auf einen Betrag von 930 Euro.

Zur Sache mit der Kunst:

Die Abgrenzung zwischen freiberuflicher Tätigkeit und Gewerbebetrieb ist leider schwierig. Das ausschlaggebende Entscheidungskriterium ist die geistige, schöpferische Arbeit, die bei einer freiberuflichen Tätigkeit im Vordergrund steht.
Nach § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG gehören insbesondere zu der freiberuflichen Tätigkeit
die selbstständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit, die selbstständige Berufstätigkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte, Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten, Handelschemiker, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratende Volks- und Betriebswirte, vereidigten Buchprüfer (vereidigten Bücherrevisoren), Steuerbevollmächtigten, Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer, Lotsen (sog. Katalogberufe) und den Katalogberufen ähnliche Berufe.

Damit sind Sie als Künstler Freiberufler und haben keine Gewerbe anzumelden. Das entbindet Sie aber nicht von der Pflicht dem Finanzamt diese Tätigkeit zu melden!

Alles Gute und viel Gesundheit für Sie!!!

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Vicky Neubert


Rechtsanwältin Vicky Neubert, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 02.04.2020 | 13:12

Hallo Vicky Neubert,

ich beziehe aber keien Rente von der Rentenkasse, sondern Geld vom Landkreis (was ungefähr die Höhe von hartz4 entspricht).
Meine Tätigkeit ist natürlich mehr als 3 Stunden, manchmal arbeite ich bis morgens um 4, also 12+ Std kommen schon dabei raus, dies ist aber halt alles Homeoffice, was ich natürlich nicht so jedem auf die Nase binden muss ;)
Und 12Std am PC sind für mich anders als 8Std. durch ein Lager zu laufen.

Leider wurde nicht darauf eingegangen, ob ich meine Kunstarbeit auch dem Amt vorzeigen muss (auch um eine Einstufung als Freiberufler zu erhalten).

Mir lag bisher immer vor,d as man nebend er Erwersberminderung nur 150€ im Monat dazuverdienen darf, evtl. haben Sie mit der Rente da etwas verwechselt, meine Erwerbserminderung ist glaube ich nicht das selbe wie wenn es von der Rentenkasse kommt. (welche mich ablehnt, da ich auf dem "normalen" Arbeitsmarkt nicht genug Arbeitszeit erbracht habe; aufgrund von Krankheit).

Dennoch schonmal vielen Dank fürs antworten.

Gruß
Kunstbanausin

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.04.2020 | 14:09

Tatsächlich bin ich von der "normalen Erwerbsminderungsrente" ausgegangen und habe Ihnen diese Regelungen näher gebracht. Das tut mir leid. Aber jetzt zu Ihren Fragen:

Nun ist die Frage, wie ist das mit meiner EM, wie viel Geld darf ich da durch meine Fans annehmen und wie hat das Einfluss auf meine EM?

Die Regelungen zum anrechnungsfreien Hinzuverdienst sind bei der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung im Wesentlichen in § 82 SGB XII geregelt. Wie beim Hartz IV ist bei der Berechnung des anrechnungsfreien Hinzuverdienstes das Bruttoeinkommen heranzuziehen.

Es bleiben 30 vom Hundert des Einkommens unberücksichtigt – höchstens jedoch 50 vom Hundert der Regelbedarfsstufe 1, § 82 Abs. 3 S. 1 SGB XII.

Beispiel:
A erzielt neben seiner geringen gesetzlichen Rente ein Einkommen in Höhe von 100,00 €.
A darf 35,00 € des von ihm erzielten Hinzuverdienstes aus selbständiger Tätigkeit behalten (30 vom Hundert des Einkommens).

Weiteres Beispiel mit Kappungsgrenze:
A erzielt neben seiner gesetzlichen Rente ein Bruttoeinkommen in Höhe von 800,00 €.
Bruttoeinkommen aus Erwerbstätigkeit 800,00 €
Nettoeinkommen 640,00 €
A darf 212,00 € aus dem Hinzuverdienst behalten
(30 vom Hundert des Einkommens, gekappt bei 212,00 € = 1/2 Der Regelbedarf umfasst gemäß § 20 Abs. 1 SGB II Ernährung, Kleidung, Körperpflege, Hausrat, Haushaltsenergie sowie die persönlichen Bedürfnisse des täglichen Lebens.)
Der Regelbedarf ist mit dem Gesetz zur Ermittlung der Regelbedarfe nach § 28 SGB XII (Regelbedarf-Ermittlungsgesetz – RBEG) festgesetzt worden.

Bedeutet also für Sie dass Sie 30 vom Hundert Ihrer Einkünfte nicht angerechnet bekommen, alles andere wird auf Ihre EM angerechnet, davon haben Sie also dann ggf. nicht so viel.

Muss ich dafür nun ein Gewerbeschein haben?
Nein.
Und darf ich mich als Künstler/Freiberufler dann bezeichnen, auch trotz EM?
Ja.

Leider wurde nicht darauf eingegangen, ob ich meine Kunstarbeit auch dem Amt vorzeigen muss (auch um eine Einstufung als Freiberufler zu erhalten).

Ich hatte bereits angegeben, dass Sie die Tätigkeit dem FA melden müssen. Sie müssen das natürlich auch dem LK melden.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 02.04.2020 | 19:23

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Alles leider etwas schwer zu verstehen und ich habe das Gefühl das meine Fragen nicht so ganz verstanden wurden :(
Ich fragte z.B. ob meine "Kunst" gezeigt werden MUSS, es wurde darauf nur gesagt ich muss meine Tätigkeit melden, ja klar natürlich... aber muss ich auch die Ergebnisse meiner Arbeit dort vorzeigen. Muss jemand der "Pornos" dreht, diese auch dem Finanzamt vorspielen oder reicht es anzugeben, dass man in der Filmbranche tätig ist mit Aktmodells oder so.
Naja, schade.
Manchmal sind einfache Antworten besser als Anwaltssprache und Paragraphen :/

Für mich war es eigentlich nur ein Geldverlust, wirklich schlauer fühle ich mich nicht."
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 02.04.2020
3,2/5,0

Alles leider etwas schwer zu verstehen und ich habe das Gefühl das meine Fragen nicht so ganz verstanden wurden :(
Ich fragte z.B. ob meine "Kunst" gezeigt werden MUSS, es wurde darauf nur gesagt ich muss meine Tätigkeit melden, ja klar natürlich... aber muss ich auch die Ergebnisse meiner Arbeit dort vorzeigen. Muss jemand der "Pornos" dreht, diese auch dem Finanzamt vorspielen oder reicht es anzugeben, dass man in der Filmbranche tätig ist mit Aktmodells oder so.
Naja, schade.
Manchmal sind einfache Antworten besser als Anwaltssprache und Paragraphen :/

Für mich war es eigentlich nur ein Geldverlust, wirklich schlauer fühle ich mich nicht.


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