Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erwerb einer Ferienimmobilie in Deutschland

14.06.2008 13:28 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich lebe seit 1998 in Shanghai und verfüge seit 1999 über keinen Wohnsitz mehr in Deutschland. Ich würde sehr gern eine Ferienimmobilie (Ferienbunglaow mit Gartengrundstück, Aufenthalt in D. weniger als 180 Tage im Jahr) im Land Brandenburg erwerben. Ich interessiere mich dafür, ob und welche steuerlichen Konsequenzen (Besteuerung, Versteuerung etc.)zusätzlich zu den üblichen laufenden Kosten (Grundsteuer etc.) da auf mich zukämen. Welche Informationen könnten Sie mir dazu übermitteln?

Mit bestem Dank

Ein Ratsuchender

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

zunächst vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben gerne beantworte.
Bitte beachten Sie, dass durch das Weglassen oder Hinzufügen von Sachverhaltsangaben Ihrerseits die rechtliche Beurteilung anders ausfallen kann, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums grundsätzlich immer nur eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellen kann.

Hinsichtlich Ihrer Fragestellung ist bei einem Erwerb einer Grundstückimmobilie selbstverständlich an die Grunderwerbssteuer zu denken, die grundsätzlich gemäß §11 Abs.1 GrErStG 3,5% des Wertes der Gegenleistung iSv. §8 Abs.1 GrErStG beträgt. Dies entspricht im groben dem Kaufpreis, was jedoch so nicht verallgemeinert werden kann, wie §9 GrErbStG zeigt.

Hinsichtlich der Umsatzsteuer ist anzumerken, dass Umsätze die unter das Grunderwerbsteuergesetz fallen, von der Umsatzsteuer nach § 4 UStG: Steuerbefreiungen bei Lieferungen und sonstigen Leistungen befreit sind, wobei hiervon Ausnahmen möglich sind.

Soweit Ihrerseits beabsichtigt ist, die Immobilie zu vermieten, wäre selbstverständlich auch an Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung gemäß § 21 EStG bzw. Einkünfte aus Gewerbebetrieb gemäß § 15 EStG: Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu denken. Hierbei ist zwar von Bedeutung, dass Sie weniger als 180 Tage in Deutschland sind, gemäß § 1 EStG: Steuerpflicht wären Sie jedoch beschränkt Steuerpflichtig.

Inwieweit bei den oben genannten Ausführungen möglicherwese Steuerbefreiungen zu Ihren Gunsten greifen, kann diesseits nicht abschließend beantwortet werden, da der von Ihnen angegebene Sachverhalt insoweit hierauf keine Rückschlüsse zulässt.

Abschliessend hoffe ich Ihnen zu Ihrer Zufriedenheit behilflich gewesen sein zu können und stehe Ihnen im Rahmen der kostenlosen Rückfragefunktion selbstverständlich weiterhin gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Holger Roosen
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 15.06.2008 | 05:24

Sehr geehrter Herr Roosen,

haben Sie vielen Dank für die rasche Antwort. So wie ich Sie verstehe, fällt also nur die Grunderwerbssteuer beim Kauf an (selbstverständlich ggf. zuzüglich Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, beschränkte Steuerpflicht, falls irgendwann einmal vermietet werden sollte). Einmalige Nachfrage: Welche "wohnsitzrechlichen" Konsequenzen hätte der Kauf (keine Folgen (?) da Zweitwohnsitz ja nicht möglich, da Erstwohnsitz nicht in D., allerdings gäbe es ja sicherlich eine Eintragung ins Grundbuch)?

Beste Grüße

Ihr

Ratsuchender

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 16.06.2008 | 08:18

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

hinsichtlich Ihrer Nachfrage möchte ich mich zunächst bei Ihnen entschuldigen, dass ich mich offensichtlich durch den Begriff der "Ferienimmobilie" habe verwirren lassen.

Die wohnsitzrechtlichen Konsequenzen können in Ihrem Fall von erheblicher Bedeutung in steuerrechtlicher Hinsicht sein, da hierdurch bei ihnen die unbeschränkte Steuerpflicht gemäß § 1 EStG: Steuerpflicht begründet werden könnte, verbunden mit der Folge, dass Sie Ihr gesamtes Welteinkommen einkommensteuerrechtlich in Deutschland versteuern müssten.

Soweit Sie anmerken, dass ein Zweitwohnsitz nicht möglich sei, ist auszuführen, dass es iSd. § 1 EStG: Steuerpflicht hierauf nicht ankommt. Die unbeschränkte Steuerpflicht gemäß § 1 EStG: Steuerpflicht liegt vor, wenn eine natürliche Person im Inland einen Wohnsitz iSd. § 8 AO: Wohnsitz innehat "oder" ihren gewöhnlichen Aufenthalt iSd. § 9 AO: Gewöhnlicher Aufenthalt .

Gemäß § 8 AO: Wohnsitz hat jemand einen Wohnsitz dort, wo er eine Wohnung unter Umständen inne hat, die darauf schließen lassen, dass er die Wohnung beibehalten und benutzen wird. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, ist auch ein entgegenstehender Wille Ihrerseits unbeachtlich.

Wohnung im Sinne des § 8 AO: Wohnsitz sind Räumlichkeiten, die zum Wohnen auf Dauer geeignet sind, wobei Größe und Ausstattung der Wohnung, Möblierung mit eigenen und fremden Möbeln ohne Bedeutung ist. Innehaben der Wohnung bedeutet, daß der Steuerpflichtige die Verfügungsbefugnis über die Räume ausübt.

Entsprechend sind auch als Wohnungen iSd. § 8 AO: Wohnsitz anzusehen, auf Dauer gemietete möblierte Zimmer, auf Dauer gemietete Hotel- und Pensionswohnungen, Barackenunterkünfte, Wochend- und "Ferienhäuser". Umgekehrt sind keine Wohnungen iSd. § 8 AO: Wohnsitz die bloße Übernachtungsmöglichkeit bei Bekannten und Verwandten, wie auch die nur für ungewisse Fälle (Notfälle, Durchreise ua.) zur Benutzung bereitstehenden Räumlichkeiten.

Hinsichtlich der Innehabung auf Beibehaltung und Nutzung durch den Inhaber wird auf die äußeren Umstände abgestellt, wofür schon die Nutzung durch Familienangehörigen ausreicht. Auf eine Absicht kommt es dabei nicht an.

Ein Wohnsitz iSd. § 8 AO: Wohnsitz setzt nicht voraus, dass der Steuerpflichtige von dort seiner täglichen Arbeit nachgeht. Auch ist nicht erforderlich, dass der Steuerpflichtige sich eine gewisse Mindestanzahl von Tagen im Jahr in der Wohnung aufhält.

Kein Wohnsitz wird allerdings begründet, wenn die Wohnung nur für ganz kurze Zeit beschafft wird.

In Ihrem Fall dürfte jedoch die Begründung eines Wohnsitzes möglicherweise bejaht werden, so dass es auf die Frage des gewöhnlichen Aufenthalts schon nicht mehr ankommt, was zur Folge hätte das Ihrerseits eine unbeschränkte Steuerpflicht gemäß § 1 EStG: Steuerpflicht ausgelöst würde. Ob dies letztlich für Sie möglicherweise mit Anchteielen oder Vorteilen verbunden ist, kann ohne nähere Angaben diesseits nicht beantwortet werden.

Abschließend möchte ich noch Ihre Frage hinsichtlich dem Grundbuch ergänzend beantworten, als im Grundbuch lediglich die Eigentumsverhältnisse sowie etwaige Rechte und Lasten des Grundstücks erfasst werden. Selbstverständlich wird jedoch der Vorgang selbst bereits durch die Anzeigepflicht der Gerichte, Behörden und Notare gegenüber den Finanzbehörden gemäß §18 GrEStG bekannt, so dass die zuvor aufgeführte Problematik sehr schnell an Bedeutung gewinnen könnte.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und hoffe auch, dass ich Ihnen zu Ihrer Zufriedenheit behilflich gewesen.

Mit freundlichen Grüßen


Holger Roosen
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 14.06.2008 | 15:20

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

meine Anwort möchte hinsichtlich der Grunderwerbsteuer dahingehend konkretisieren, als der Kaufpreis die Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Steuerhöhe ist und infolgedessen 3,5% des Kaufpreises anfallen und nicht wie von mir missverständlich forumliert.

Mit freundlichen Grüßen


Holger Roosen
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 81137 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Wie immer, sehr schnell, kompetent und sachlich. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Gute Beratung, gerne wieder, vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
sehr verständlich, ausführlich und, was am meisten zählt, mit wohlmeinender Lebenserfahrung. Gerne wieder! ...
FRAGESTELLER