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Erwerb Firmenwagen und Definition betriebliche Fahrten

| 20.06.2011 22:45 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren

Ich bräuchte eine Auskunft bzgl. meiner Einkommenssteuer und der Verbuchung eines Firmenwagens. Zuerst muss ich aber meine aktuelle Situation beschreiben.

Ich bin Österreicher und arbeite seit 5 Jahren in München als Unternehmensberater. Ich habe mich vor 3 Jahren selbstständig gemacht und arbeite als freiberuflicher Berater momentan in Frankfurt auf einem Projekt. Mein „Firmensitz" ist meine Wohnung in München (Hauptwohnsitz in Deutschland), da ich jedoch in Frankfurt nicht in Hotels wohnen will habe ich dort auch eine Wohnung gemietet. Mein Lebensmittelpunkt ist nach wie vor in Tirol (eigener Hausstand wird begründet, nicht bei den Eltern), dort habe ich ebenfalls eine Wohnung. Dies ermöglicht es mir meine Wohnung in München und die Fahrten nach Hause (einfache Strecke, maximal 42 Fahrten pro Jahr) als Werbungskosten geltend zu machen bzw. seit meiner Selbstständigkeit die Werbungskosten in die EÜR mit aufzunehmen. Die Wohnung in Frankfurt läuft als Betriebsaufwand in meine EÜR ein, wie es ein Hotel auch tun würde.

Ich plane mir ein Auto anzuschaffen das aus meiner Sicht quasi rein betrieblich genutzt wird, da
- Meine Fahrten von München nach Frankfurt keine Fahrten Wohnung-Arbeitsstätte darstellen (meine Wohnung in FFM ist ja nur eine Übernachtungsmöglichkeit um dort auf dem Projekt zu arbeiten beim Kunden).
- Meine Fahrten nach Tirol „Heimfahrten" zu meinem Lebensmittelpunkt sind und daher auch betriebliche Fahrten darstellen und keine geldwerten Vorteil

Das wäre also meine Sicht der Dinge. Sehen Sie dies auch so bzw. ist in meiner Ausführung irgendwo ein Hacken aus Ihrer Sicht? Ich würde in diesem Fall ein Fahrtenbuch führen da die beiden genannten Strecken mind. 90% der Kilometerleistung des Fahrzeuges ausmachen werden. Angenommen dies ist möglich, wie werden die Kosten für die 10% private Fahrten dann berechnet/verbucht?

Vorab schon vielen Dank für Ihre Auskunft!

Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte ihre Frage wie folgt:

Wenn Ihr Hauptwohnsitz in München ist, und Sie dort beschäftigt sind, dann ist dort Ihr Lebensmittelpunkt. Daher wird das mit Fahrten nach Tirol als Lebensmittelpunkt nicht funktionieren. Wenn Sie einen eigenen Hausstand in Tirol haben, können Sie die 42 Heimfahrten gem. § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG als doppelte Haushaltsführung geltend machen.

Die Wohnung in Frankfurt stellt keinen eigenen Hausstand dar. und wenn sie einen darstellte, könnte mach auch über ein dreifache Haushaltführung - die auch anerkannt ist- überlegen.

- Meine Fahrten nach Tirol „Heimfahrten" zu meinem Lebensmittelpunkt sind und daher auch betriebliche Fahrten darstellen und keine geldwerten Vorteil

Das stimmt so.

Angenommen dies ist möglich, wie werden die Kosten für die 10% private Fahrten dann berechnet/verbucht?

10% der Gesamtkosten für das KFZ wird herausgerechnet und als Privatentnahme/KFZ zzgl. USt als Einnahme verbucht.

Das war eine erste Einschätzung der Sach- und Rechtslage.

Nachfrage vom Fragesteller 21.06.2011 | 20:34

Sehr geehrter Herr Koca,

vielen Dank für Ihre Antwort, das hilft mir schonmal sehr weiter. Allerdings muss ich Sie in einer Kleinigkeit ein wenig korrigieren bzw. habe mich hier wohl zu undeutlich ausgedrückt, Sie schreiben:

"Wenn Ihr Hauptwohnsitz in München ist, und Sie dort beschäftigt sind, dann ist dort Ihr Lebensmittelpunkt."

Das stimmt so nicht aus meiner Sicht. Der Lebensmittelpunkt definiert sich nicht durch den Hauptwohnsitz oder Beschäftigungsort, sondern durch ich zitiere:

"Bei Arbeitnehmern befindet sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen an dem Wohnort, zu dem die engeren persönlichen Beziehungen bestehen. Die persönlichen Beziehungen können ihren Ausdruck besonders in Bindungen an Personen, z.B. Eltern, Verlobte, Freundes- und Bekanntenkreis, finden, aber auch in Vereinszugehörigkeiten und anderen Aktivitäten. Sucht der Arbeitnehmer diese Wohnung im Durchschnitt mindestens zweimal monatlich auf, ist davon auszugehen, daß sich dort der Mittelpunkt seiner Lebensinteressen befindet."

Dies ist bei mir Tirol und wird vom Finanzamt München schon seit mehreren Jahren so anerkannt. Deshalb die erste Frage- ändert sich dadurch etwas an Ihrer Einschätzung bzgl. meines Falles?

Nun aber meine viel wichtigere Verständnisfrage zu Ihrer Antwort. Sie schreiben:

"Wenn Sie einen eigenen Hausstand in Tirol haben, können Sie die 42 Heimfahrten gem. § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG als doppelte Haushaltsführung geltend machen." (dies habe ich bisher über mein Privatauto so gemacht, d.h. 42 * Kilometer * 0,3 Euro)

Weiters bestätigen Sie mir, dass die Heimfahrten nach Tirol betriebliche Fahrten wären. Nun meine Frage:
Wenn ich einen Firmenwagen kaufe und die Fahrten mittels einem Fahrtenbuchs pflege, kann ich dann alle tatsächlichen durchgeführten Fahrten nach Tirol als betriebliche Fahrten eintragen (hin und retour) oder darf ich in das Fahrtenbuch ebenfalls nur maximal 42 mal die einfache Strecke als eine Heimfahrt (und damit betriebliche Fahrt) deklarieren? Was wäre dann mit den anderen Fahrten, sind diese geldwerter Vorteil und damit Privatfahrten?
Dies hat ja eine entscheidenden Einfluss zu wieviel Prozent mein Firmenwagen betrieblich genutzt wird und ist daher für meine Entscheidung essentiell.

Vorab schon vielen Dank für Ihre Einschätzung!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.06.2011 | 21:41

Danke für die Nachfrage,


Sie haben aber bisher nicht gesagt, dass Sie die Eltern dort besuchen, sondern, dass Sie eine eigene Wohnung haben. Deswegen habe ich so verstanden. Wenn das schon vom FA anerkannt ist, sollte man dies nicht weiter problematisieren.

"Wenn Sie einen eigenen Hausstand in Tirol haben, können Sie die 42 Heimfahrten gem. § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG als doppelte Haushaltsführung geltend machen." (dies habe ich bisher über mein Privatauto so gemacht, d.h. 42 * Kilometer * 0,3 Euro)

42 x Entfernungskilometer x 0,30 € ist schon richtig.

Die Rückfahrten sind meines Erachtens auch betrieblich veranlasst, gem. $ 4 Abs. 4 EStG. Das Ihnen nur eine Entfernungspauschale als doppelte Haushaltsführung bezahlt wird, hat damit nichts zu tun. DAs ist eien Pauschale, die nicht den betrieblichen Zusammenhang der Rückfahrt aus Tirol nach München unterbricht. Ob der Fahrzeug betrieblich eingesetzt wird oder privat, richtet sich nicht der Höhe der Entfernungspauschale, sondern nach der betrieblichen Veranlassung. Gem. § 9 Abs. 2 EStG sind sämtliche Aufwendungen abgegolten, die durch die Fahrten entstehen. Unter diesen Aufwendungen sind Benzingeld oder Wagenaufwendungen gemeint. Die Veranlassung der Rückfahrt durch Betrieb zur Einstufung des Wagens als Privat - oder Geschäftswagen kann nicht abgegolten werden. Das ist überhaupt keine Einwendung. Das hat damit nicht zu tun.

Ergänzung vom Anwalt 20.06.2011 | 23:54

Betriebsfahrten sind die Fahrten, die durch den Betrieb veranlasst sind.Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte oder Familienheimfahrten werden der betrieblichen Nutzung zugerechnet.



Bewertung des Fragestellers 21.06.2011 | 21:57

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"Ich bin mir nicht 100% sicher bzgl. der Antwort meiner Nachfrage, doch wenn ich den Anwalt richtig verstehe sind die Heimfahrten betriebliche Fahrten und unabhängig von der doppelten Haushaltführung. Mein Schluss ist somit dass ich die 42*Kilometer*0,3 weiterhin gelten machen kann und auch die Fahrten als betrieblich in das Fahrtenbuch eintragen kann.
Vielen Dank für Ihre Hilfe!"
Stellungnahme vom Anwalt:
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