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Erwähnung Elternzeit bzw. korrekte Formulierung im Arbeitszeugnis?

16.11.2009 00:10 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin,
sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

im Rahmen der Erstellung meines Arbeitszeugnisses bitte ich um Beratung bzw. einen konkreten Formulierungsvorschlag zum Punkt „Beendigung des Arbeitsverhältnisses“.

Zum Sachverhalt: Mein Arbeitsverhältnis endete kürzlich durch einen Aufhebungsvertrag nach einer Beschäftigungszeit von vier Jahren, von denen ich die letzten zwei Jahre in Elternzeit war. Diesen Vertrag habe ich (leider) letztes Jahr unterschrieben, da mir in Aussicht gestellt wurde, dass mir nach Rückkehr aus der Elternzeit aufgrund des Wegfalls meines Arbeitsfeldes ohnehin umgehend gekündigt werden würde.

Zu meinen Fragen:
Die jetzige Formulierung seitens meines Arbeitgebers im Entwurf meines Arbeitszeugnisses lautet: "Zu unserem Bedauern endet das Arbeitsverhältnis nach Ablauf der Elternzeit."

1. Ist es korrekt bzw. ratsam die Elternzeit überhaupt im Arbeitszeugnis und v.a. in diesem Zusammenhang zu erwähnen?

2. Sollte zudem ein Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses angegeben werden?

3. Wenn ja, wie lautet eine korrekte Formulierung???
Wäre z.B für die zukünftige Weiterbewerbung vorteilhaft:
a) "Das Arbeitsverhältnis endet im beiderseitigen besten Einvernehmen (ggf. hier mit dem Zusatz: zum Ende der Elternzeit)" oder im Sinne von
b) "Das Arbeitsverhältnis müssen wir leider aufgrund betrieblicher Umstrukturierungsmaßnahmen im beiderseitigen besten Einvernehmen beenden. Wir bedauern diese Entwicklung sehr, da wir mit xx eine wertvolle und sehr engagierte Mitarbeiterin verlieren"?

4. Ist es nicht üblich das Datum der Beendigung des Arbeitsverhältnisses anzugeben? In meinem Fall ist dies ja ein "krummes" Datum, was meines Wissens eventuell einen negativen Eindruck hinterlassen könnte, sich jedoch wiederum durch eine Erwähnung der Elternzeit erklären würde.

Das Zeugnis wird übrigens eine gute bis sehr gute Beurteilung enthalten. Doch gerade die Formulierung bzw. der Grund der Arbeitsverhältnisbeendigung erscheint mir sehr wichtig für zukünftige Bewerbungen.

Vielen Dank für eine baldige Antwort und mit herzlichem Dank im Voraus!
16.11.2009 | 05:53

Antwort

von


(258)
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85232 Unterbachern
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Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

hiermit nehme ich zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen unter Berücksichtigung des dargestellten Sachverhaltes wie folgt Stellung:

zu 1) Grundsätzlich ist es nicht zulässig, die Elternzeit in das Arbeitszeugnis aufzunehmen, da dies nur die Leistung des Arbeitnehmers beurteilen soll. Eine Ausnahme besteht nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts Erfurt vom 10.05.2005 (AZ: 216/04) allerdings dann, wenn die Elternzeit einen erheblichen Teil der Betriebszugehörigkeit ausmacht, weil anderenfalls der Eindruck erweckt wird, dass die Beurteilung sich auf einen längeren Zeitraum erstreckt. Da ein Zeugnis unter anderem unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Zeugniswahrheit erstellt werden muss, ist dies durchaus nachvollziehbar. Eine klare Grenze ab wann dies in das Zeugnis aufgenommen werden soll, wurde von dem Gericht nicht gezogen. In der angegebenen Entscheidung soll wurde eine erwähnte Ausfallzeit von über zwei Drittel für zulässig erachtet. Nachdem in Ihrem Fall die Elternzeit die Hälfte der Beschäftigungszeit ausmacht, handelt es sich um einen Grenzfall. Meiner Ansicht nach wäre die Erwähnung zulässig, da die Hälfte durchaus als „erheblich“ angesehen werden kann. Dies wird Ihnen aber nicht zum Nachteil gereichen. Selbstverständlich können Sie den Arbeitgeber bitten, dies nicht zu erwähnen.

Zu 2) Grundsätzlich wird der Grund der Beendigung schon in das Arbeitszeugnis aufgenommen. Am vorteilhaftesten ist es für den Arbeitnehmer, wenn die Beendigung aus betriebsbedingten Gründen erfolgte. Dabei ist aber der Grundsatz der Zeugniswahrheit zu beachten. In Ihrem Fall kann man dies aber derart formulieren, wenn dies entsprechend auch im Aufhebungsvertrag erwähnt wird.

Zu 3) Hier wäre die zweite Formulierung unter b) sicherlich vorteilhafter, wobei es ausreicht, wenn das Zeugnis als Beendigungsgrund betriebliche Gründe nennt. Ein Bedauern sollte im Abschluss des Zeugnisses immer erwähnt werden, verbunden mit besten Wünschen für die berufliche Zukunft. Also: „Wir Bedauern ihren/seinen Fortgang außerordentlich und sind ihr/ihm für seinen ebenso engagierten wie erfolgreichen Einsatz für unser Unternehmen dankbar. Für ihre/seine berufliche Zukunft wünschen wir ihm weiterhin viel Erfolg.“

Zu 4) Das Datum sollte schon angegeben werden, ist auch unter der Berücksichtigung der Elternzeit eindeutig bestimmbar bzw. sollte auch im Aufhebungsvertrag erwähnt worden sein.
Selbstverständlich ist ein Zeugnis bzw. die Beurteilung wichtig für die weitere berufliche Zukunft. Da es eine so genannte „Zeugnissprache“ gibt, bei der vermeintlich positiv klingende Formulierungen eine negative Beurteilung bedeuten, rate ich Ihnen dringend das das Zeugnis von einem Rechtsanwalt prüfen zu lassen. Sollten Sie diesbezüglich meine Hilfe benötigen, setzen Sie sich bitte direkt unter den oben angegebenen Kontaktdaten mit mir in Verbindung.

Abschließend möchte ich Sie noch auf Folgendes hinweisen: Bei der vorliegenden Antwort, welche ausschließlich auf Ihren Angaben basiert, handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Einblick in die Rechtslage verschafft haben zu können und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Astrid Hein
Rechtsanwältin


Nachfrage vom Fragesteller 18.11.2009 | 15:17

Vielen Dank für Ihre Ausführungen.
Um noch mal auf meine 1. Frage zurückzukommen: ist es in diesem Fall denn nun ratsam die Elternzeit zu erwähnen oder sollte ich um Streichung bitten?

Und verstehe ich Ihre Antwort zu 2. richtig, dass die Formulierung "im beiderseitigen Einvernehmen" besser ganz weggelassen werden soll?
Mit freundlichem Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.11.2009 | 05:19

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

hiermit nehme ich Ihrer Nachfrage wie folgt Stellung:

zu 1) Ja, ich halte es für besser, wenn dies nicht erwähnt wird, weil ein neuer Arbeitgeber dann sieht, dass sich die Beurteilung in dem Zeugnis auf einen längeren Zeitraum bezieht und somit zuverlässiger ist. Wenn der Arbeitgeber mit der Streichung einverstanden ist, würde ich diese auch vornehmen. Ob ein Anspruch hierauf besteht, also Sie eine Streichung verlangen können, wenn der Arbeitgeber damit nicht einverstanden ist, halte ich angesichts der einschlägigen Rechtsprechung für fraglich.

Zu 2) Ja, ich würde die Formulierung „in beiderseitigem Einvernehmen“ herauslassen. Dies klingt zwar zunächst positiv, dass Sie sich – letztendlich – einvernehmlich getrennt haben, schließt aber nicht aus, dass es vorher Ihrerseits Anlass gab das Arbeitsverhältnis zu beenden. Bei einer Beendigung aus betriebsbedingten Gründen ist dies ausgeschlossen. Wie bereits erwähnt ist aber hier der Grundsatz der Zeugniswahrheit zu beachten.

Ich hoffe Ihnen nun weitergeholfen zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen


Astrid Hein
Rechtsanwältin


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