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Erwachsenenadoption: Einwilligung von leiblichem Vater?


28.02.2007 08:06 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Mein Ehemann möchte meine volljährigen Kinder adoptieren.
Wir sind seit September 06 verheiratet, allerdings seit 15 Jahren zusammen.
Mein Mann lebt seit 2003 in Deutschland,er ist aus einem EU-Land.
Den Antrag auf Erwachsenenadoption nach minderjährigen Recht haben wir beim Notar gestellt.
Wir sind davon ausgegangen, dass bei einer Erwachsenenadoption der leibliche Vater nicht befragt wird. Nun möchte der Richter die Adresse des leiblichen Vaters haben.
Wir haben nur eine Adresse von 2002 vom Abschlussbericht des Jugendamtes.Die aktuelle Anschrift ist nicht bekannt.
Der Richter fordert noch von meinem Mann und meinen Kindern eine kurze Stellungnahme
Ist es ratsam hier das Verhältnis des leiblichen Vaters zu seinen Kindern ausführlicher zu beschreiben. Er hat sich seit 19Jahren nicht um seine Kinder gekümmert und auch keinen
Unterhalt gezahlt. Er hat Alkohol und Drogenprobleme.
Kann es sein , dass er seine Einwilligung geben muss ?
Zwischen meinem Ehemann besteht seit 15 Jahren ein Vater-Kindverhältnis.
Wie verhalten wir uns am Besten.





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Sehr geehrte Ratsuchende,


Die Annahme eines Volljährigen als Kind mit den Wirkungen der Minderjährigenannahme wird immer dann zu rechtfertigen sein, wenn zwischen dem Annehmenden und dem Anzunehmenden – wie hier – bereits ein langjähriges Eltern-Kind-Verhältnis besteht (vgl. § 1767 Abs. 1 BGB) und das Kind bereits als Minderjähriger in die Familie des Annehmenden aufgenommen wurde (§ 1772 Abs. 1 Satz 1 lit. B BGB).

Für die Beantragung der Volljährigenadoption ist die Einwilligung der Eltern bzw. des Vaters (§ 1747 BGB) gemäß § 1768 Abs. 1 Satz 2 BGB nicht erforderlich.

Da Sie aber auch solche Wirkungen der Minderjährigenannahme herbeiführen wollen, die in die bestehenden Verwandtschaftsverhältnisse eingreifen, müssen gemäß § 1772 Abs. 1 Satz 2 BGB eventuell entgegenstehende überwiegende Interessen der leiblichen Eltern geprüft werden.
Es ist Sache des Gerichts, zu diesem Zweck den Wohnort des Vaters ausfindig zu machen.
Sollte dies nicht gelingen, muss die Aufforderung zur Stellungnahme notfalls per öffentlicher Zustellung (§ 185 ZPO) erfolgen.


Ich hoffe, Ihnen eine erst rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 01.03.2007 | 09:19

Herzlichen Dank für Ihre Antwort.
Hinsichtlich des leiblichen Vaters bin ich wohl nicht richtig vom Notar informiert gewesen.
So wie ich Sie verstanden habe wird vom Gericht lediglich eine Stellungnahme ,ich nehme an in Schriftform, vom leiblichen Vater gefordert. Ich habe Sie so verstanden , dass es hier nicht um eine Einwilligung geht?
Muß der leibliche Vater auch ein polizeiliches Führungszeugnis und ein Ärztliches Attest vorlegen., da es ja auch von meinem Mann und meinen Kindern verlangt wird.?
Wie wirkt sich die Tatsache, dass er sich nicht um seine Kinder gekümmert hat auf die eventuell entgegenstehenden überwiegende Interessen der leiblichen Eltern aus.
Wäre ein Vorab- Gespräch mit dem Richter ratsam?
Da der leibliche Vater unberechenbar ist, kann ich nicht abschätzen, was für Reaktionen auf uns zu kommen.
Gibt es eine Möglichkeit auf Grund der Tatsachen ,diese Stellungnahme zu ersetzen.





Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.03.2007 | 18:17

Sehr geehrte Ratsuchende,

in der Tat muss der leibliche Vater hier nicht zustimmen, da es sich (nur) um eine Erwachsenenadoption handelt. Da hier aber die Wirkungen der Annahme Minderjähriger beantragt wurde, mit weitreichenden Folgen, wie des Übergangs erbrechtlicher Ansprüche, müssen die leiblichen Eltern beteiligt werden, deren Rechte ja unmittelbar betroffen werden, also auch der Vater, der sich 19 Jahre lang nicht um die Kinder gekümmert hat.

Der leibliche Vater muss weder ein polizeiliches Führungszeugnis noch ein ärztliches Attest nicht vorlegen, wie Sie. In Ihrem Fall ging es ja um die Feststellung der Eignung als Adoptiveltern, die im Hinblick auf den Vater nicht ausschlaggebend ist.

In jedem Fall dürfte ein Gespräch mit dem Richter sinnvoll sein. Dieser kann Ihnen auch mitteilen, wie er in der Sache weiter zu verfahren beabsichtigt, ob er z.B. eine öffentliche Zustellung in Erwägung zieht.

Die Ersetzung der Stellungnahme ist im Gesetz nicht vorgesehen, nur die Ersetzung einer (hier nicht erforderlichen) Zustimmung, § 1748. Das Gericht ist jedoch befugt, kraft eigener Sachentscheidung das Entgegenstehen überwiegender Interessen der leiblichen Eltern nach Aktenlage zu verneinen, wenn eine Stellungnahme nicht erreicht werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

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