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Erwachsenen-Adoption, Ausländerrecht

| 17.10.2014 11:07 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Guten Tag!
Ich habe vor 2 Jahren etwa eine Verpflichtungserklärung für einen 29-jährigen türkischen Studenten unterschrieben und freiwillig sehr viel mehr für ihn bezahlt, so dass er sein Masterstudium abschließen konnte und zusätzlich seine Frau mit Kind in Russland versorgen konnte. Nun haben seine Bewerbungen abschließend keinen Erfolg gebracht. Die Verpflichtungszeit läuft jetzt ab und er muss daher Deutschland am 1. Januar verlassen.
Er könnte aber wahrscheinlich in der Schweiz einen Job erhalten. Kann ich ihn adoptieren, damit er von Deutschland aus in die Schweiz fahren kann und er mich wie ich auch ihn weiter besuchen kann?
Er hat zwar in der Türkei Vater und Mutter, aber braucht mich ( 73 Jahre alt ) weiter als Bezugsperson und möchte sich später auch um mich kümmern, da ich alleinstehend bin.

Ist diese Erwachsenen-Adoption möglich und wie viel Formularkosten etc. würden dabei etwa auf mich zukommen? ( sicher türkische, schweizerische und deutsche ...)

Dank im voraus und freundliche Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Eine Adoption ist bei Erwachsenen wie folgt möglich (Annahme von volljährigen Personen, §§ 1767 ff. Bürgerliches Gesetzbuch - BGB):

Ein Volljähriger kann als Kind angenommen werden, wenn die Annahme sittlich gerechtfertigt ist; dies ist insbesondere anzunehmen, wenn zwischen dem Annehmenden und dem Anzunehmenden ein Eltern-Kind-Verhältnis bereits entstanden ist.

Für die Annahme Volljähriger gelten die Vorschriften über die Annahme Minderjähriger sinngemäß, soweit sich aus den Vorschriften §§ 1768 ff. BGB nichts anderes ergibt.

Die Annahme eines Volljährigen wird auf Antrag des Annehmenden und des Anzunehmenden vom Familiengericht ausgesprochen.

Ausschlaggebend für die Begründetheit eines Adoptionsantrages ist also demnach die „sittliche Rechtfertigung" - letztlich ein sehr unbestimmter Rechtsbegriff.
Sie ist dann gegeben, wenn

- ein Eltern-Kind-Verhältnis bereits besteht oder
- mit dem Entstehen einen Eltern-Kind-Verhältnisses im Anschluss an die Adoption zu rechnen ist.

Auch wenn insoweit die Voraussetzungen vorliegen, kann die Annahme an den berechtigten Interessen vorhandener Familienangehöriger/Ehegatten scheitern.

Diese Voraussetzung ist also nicht zu unterschätzen.

Die Einzelheiten sind leider sehr komplex und sollte meines Erachtens nach nur mit einem Anwalt, insbesondere einem Fachanwalt für Familienrecht, angegangen werden.

Denn letztlich ist zu berücksichtigen, dass dadurch der Aufenthalt in Deutschland beziehungsweise der Schweiz gesichert werden soll.

Am besten wäre es also, wenn derjenige Anwalt auch derartige ausländerrechtliche Fallgestaltungen bearbeitet.

Insbesondere sollte sich der Anwalt nicht zuletzt auch im türkischen Recht auskennen, da hier unter Umständen Sorgerechtsentscheidungen notwendig sein werden, um einen Aufenthalt in Deutschland/der Schweiz zu gewährleisten.

Nichtsdestotrotz halte ich eine Adoption hier durchaus für möglich, auch wenn der Weg dahin etwas langwierig und kompliziert sein wird, aber mit einem guten Anwalt und einem gut dargelegten Antrag sollte man dieses durchaus erreichen können.

Sobald dann eine Aufenthaltserlaubnis etc. in Betracht kommt, wäre auch eine Arbeitslosigkeit in der Schweiz aller Voraussicht nach möglich.

Die Kosten kann ich nur grob schätzen, dürften aber mehrere 1.000,- € mit Sicherheit betragen, wobei die Anwaltskosten ebenfalls noch mehrere 1.000,- € betragen würden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 17.10.2014 | 15:41

Der junge Türke lässt noch nachfragen, ob es für das ganze eine Rolle spielt, dass er schon 6 Jahre in Deutschland lebt und studiert hat.


mfg

der dankbare Fragesteller

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.10.2014 | 20:24

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Bewertung und Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Ja, das spielt eine (gute) Rolle für die Adoption und den weiteren Aufenthalt und sein Recht dazu.

Sie sollten dieses im Adoptions- und Aufenthaltsverfahren unbedingt erwähnen.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 17.10.2014 | 13:55

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FRAGESTELLER 17.10.2014 5/5,0