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Ersttäter bei Ladendiebstahl


19.06.2006 15:23 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Markus Timm



X,28, noch Studentin, ab September Referendarin (alleinerziehend, 2 Kinder)wurde beim Diebstahl einer Hose (35€)erwischt. Alles zugegeben.
Allerdings: X wollte noch 2 Hosen und T-shirts klauen, konnte aber diese vor Verlassen des Kaufhauses noch aus dem Rucksack werfen.
Der Vorfall (1Hose!) wurde aufgenommen, ohne Polizei und ohne offizielles Formular. X ging nach Hause und wurde kurz darauf angerufen, sie möge doch bitte nochmal ins Kaufhaus kommen, da nun das offizielle Formular gefunden wurde. X folgte der Bitte.
Natürlich war kein Formular da. Die Verkäuferinnen verlangten von X auch die gefundenen anderen beiden Hosen (85€)zu bezahlen, bei denen die Diebstahlsicherung entfernt war, obwohl X zu diesem Zeitpunkt keinen Rucksack mehr dabei hatte, in dem bzw. aus dem sie etwas hätte rauswerfen können. Wurde also nicht beobachtet. Sie hat aber das Gespräch der Verkäuferinnen hören können, als sie das Kaufhaus nochmals betrat:" Wir sagen einfach wir hätten sie gesehen, als sie (X) die Sachen rausgeworfen hat"...
Da sie wohl unter Schock oder sowas stand, bezahlte sie auch diese Hosen, und gestand wohl auf diese Art. Jedoch muß man festhalten, daß X hierzu keine Unterschrift leistete. Es wurde lediglich eine Notiz von der Verkäuferin gemacht.
Im Endeffekt ist der Fall ja schon böswillig, da X ja auch versucht hat, die Verkäuferinnen zu täuschen, indem sie die Waren noch vor Verlassen entfernt hat. Trotzdem aber bezahlt hat....

Die Verkäuferinnen hätten, wenn Sie X gesehen hätten als sie die restlichen Waren entfernte, sofort eingreifen müssen. So bestätigt sich doch, daß sie X nicht beobachten konnten und diese ja dann nach Huase ging und im "Bericht" die Rede von einer Hose ist.

Ist es also rechtens, wenn die VErkäuferinnen das Geld für die "beschädigten weiteren zwei Hosen beim zweiten "Besuch" von X verlangten? Zumal dies ja nicht offiziell protokolliert, d.h. ohne Unterschrift von X aufgezeichnet wurde?
Soll X einen Anwalt einschalten?
Sie ist Ersttäterin und hat ein Entschuldigungsschreiben an den Geschäftsführer geschrieben.
Welche Strafe hat sie zu erwarten, wenn man von 3 Hosen im Wert von 120€ ausgeht?
Welche Auswirkungen auf die Beamtenlaufbahn werden sich ergeben?
Wird das Jugendamt informiert (so auf die Art: Mutter zweier Kinder Diebin...)?

Danke im Voraus!!!

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt summarisch beantworten will:

1. Ist es also rechtens, wenn die VErkäuferinnen das Geld für die "beschädigten weiteren zwei Hosen beim zweiten "Besuch" von X verlangten? Zumal dies ja nicht offiziell protokolliert, d.h. ohne Unterschrift von X aufgezeichnet wurde?

Sollte X die Hosen beschädigt haben, ist sie zum Schadensersatz verpflichtet. Vor Gericht zählt nur, was beweisbar ist. Gegen X werden zwei Verkäuferinnen und eine Notiz stehen, sowie möglicherweise der Zahlungseingang von 85,00 EUR. Wenn es also hart auf hart kommt, sehe ich wenig Chance für X, an die 85,00 EUR zu kommen.

2. Soll X einen Anwalt einschalten?
Ja! Nur ein Anwalt kann im Fall eines Ermittlungsverfahrens Akteneinsicht erhalten und das Verfahren dementsprechend günstig beeinflussen. Mit der Beauftragung kannX aber warten, bis sie eine Vorladung als Beschuldigte erhält. Erst dann ist nämlich sicher, dass die Tat auch zur Anzeige gebracht wurde.

3. Welche Strafe hat sie zu erwarten, wenn man von 3 Hosen im Wert von 120€ ausgeht?

Es ist von einer Geldstrafe (möglicherweise durch Strafbefehl – also ohne mündliche Verhandlung – auszugehen). Die Höhe ist abhängig von dem Einkommen von X und kann in Raten gezahlt werden. Eine Eintragung in das Führungszeugnis wird nicht erfolgen (erst ab 90 Tagessätzen [TS]; zu erwarten ca. 30 TS).

4. Welche Auswirkungen auf die Beamtenlaufbahn werden sich ergeben?
Wird das Jugendamt informiert (so auf die Art: Mutter zweier Kinder Diebin...)?

Zwar verfügen Behörden über andere Möglichkeiten, in der strafrechtlichen Vergangenheit von Anwärtern zu suchen. Insbesondere beim (BAföG-) Subventionsbetrug reagierten Dienstherren von Lehramtsanwärtern abweisend. Dies ist bei X nicht gegeben, so dass sie mit keinen Einschnitten zu rechnen hat

Da Jugendamt wird grds. nicht in Kenntnis gesetzt.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Auskunft weiter geholfen zu haben. Selbstverständlich stehe ich Ihnen im Rahmen der Nachfragefunktion und auch zur weiteren Vertretung zur Verfügung.

Mit freundlichem Gruß

M. Timm
-Rechtsanwalt-
www.peukerttimm.de

Nachfrage vom Fragesteller 19.06.2006 | 16:06

Vielen Dank für die schnelle informative Antwort!
Eins noch: X wurde nun telefonisch gebeten, heute nochmals ins Kaufhaus zu kommen und nun endlich dieses Diebstahlformular auszufüllen und noch eine Unterschrift zu leisten (vermutlich wegen den 2 Hosen, die ja bisher nicht offiziell aufgenommen wurden...)
Wenn ich richtig verstanden habe, soll X auf alle Fälle gestehen 3 Hosen statt einer geklaut zu haben bzw klauen hätte wollen(diese hat sie ja anschließend bezahlt)und demnach ihre Unterschrift darunter setzten?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.06.2006 | 16:36

Grundsätzlich muss ich von einem Geständnis jeglicher Art abraten: Hierzu ist X nicht verpflichtet. Möglicherweise kann hier ein solches Vorgehen zu einer schnellen und unproblematischen Abwicklung führen. Zumal das Vorverhalten von X im Widerspruch zur dem späteren Leugnen stehen würde.

Sollten X einen Anwalt beauftragen wollen, so könnte X den Geschädigten hierauf und ebenso darauf hinweisen, dass sie nach erfolgter Rücksprache auf die Angelegenheit zurückkommen werde.

Hinweis: Das Verhalten von X stellt den Tatbestand des Diebstahls in Tateinheit mit versuchtem Diebstahl dar. Dies ist unabhängig von der Tatsache, dass die Ware später bezahlt wurde.

Mit freundlichen Grüßen

RA Timm

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