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Erstellung eines Nachlassverzeichnisses

08.06.2014 18:19 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Folgender Sachverhalt:

Mein Mann ist im Januar 2014 verstorben und hat mich zur Alleinerbin eingesetzt. Wir lebten in Zugewinngemeinschaft und bezogen beide Rente. Er hat zwei Kinder aus erster Ehe, die pflichtteilsberechtigt sind. Ich habe die Aufforderung erhalten, ein Nachlassverzeichnis zu erstellen, damit ersichtlich ist, wie hoch ihr Pflichtteil ist.


1. Ich habe bereits Schmuck und eine Golfausrüstung an die Söhne gegeben. Wie bewerte ich sie, da ich ja nicht mehr im Besitz der Gegenstände bin?

2. Wir hatten zwei Autos, mein Mann war Eigentümer lt. Kfz.-Brief, aber sie wurden von uns zusammen angeschafft (u.a. indem er Aktien von mir aus seinem Depot verkaufte, um einen Wagen zu finanzieren), wo aber die Kausalität schwer nachzuweisen ist.... die Fahrzeuge sind zwischenzeitlich verkauft, da ich momentan nicht in der Lage bin, Auto zu fahren. Muss ich nun den vollen Verkaufserlös oder nur die Hälfte in Ansatz bringen?

3. Die Wohnung, in der wir wohnten, war zu viel zu groß und in einem Ort ohne Infrastruktur. Außerdem zu teuer. Deshalb habe ich sie aufgelöst. Hierbei entstanden Umzugskosten und auch doppelte Mieten - außerdem habe ich eine Renovierungsverpflichtung (wir lebten 8 1/2 Jahre dort) - ich war auch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage in der Wohnung, in der ich meinen Mann pflegte, zu bleiben. Kann ich die Kosten in das Verzeichnis mit aufnehmen?

4. Der sich in der Wohnung befindliche Hausrat (überwiegend mehr als 8 Jahre alt) musste von mir größtenteils verschenkt werden, da sich kein Käufer fand. Den anderen Teil habe ich mitgenommen. Es gab einige Antiquitäten, die laut Urteil eines Kunsthändlers nicht viel wert sind und auch von meinem Mann günstig gekauft wurden (jeweils unter 500,-- Euro)....diese befinden sich noch in meinem Besitz. Müssen sie mit aufgenommen werden? Es gibt auch einen Teppich (Karachop), der angeblich lt. Aussage eines Auktionators höchsten 1000,-- Euro wert ist (für den hat mein Mann einmal 6000,-- DM gezahlt)....aber der auch bei einer Versteigerung, wenn Interesse besteht, hochgeboten werden könnte. Habe ich da den Voraus? Wie bewerte diese Gegenstände und den übrigen Hausrat?

4. Es gab ein Mietkautionskonto. Fließt es in das Verzeichnis mit ein und wenn ja in welcher Höhe? Bis dato wurde keine Abrechnung durch den Vermieter durchgeführt, es fehlt auch noch die Nebenkostenabrechnung für 2013.

4. Die Bestattung und die Abschiedsfeier fanden 800 km von unserem Wohnort entfernt statt. Die Kosten der Bestattung und Abschiedsfeier sowie die Fahrtkosten für mich und Hotel wurden von mir getragen.....darf ich alle Kosten des Aufenthaltes (auch Taxi, Verpflegung am Bestattungsort) mit aufnehmen?

5. Wir müssen Steuern nachzahlen....allerdings wurden Vorauszahlungen geleistet, die nachweislich nur von meinem Konto gezahlt wurden. Welche Steuerschuld muss aufgenommen werden? Mit oder ohne Anrechnung der Vorauszahlung?Die Steuererklärung wurde vom Steuerberater bereits erstellt. Gehen die Steuerberatungskosten auch ins Verzeichnis?

Für eine schnelle und ausführliche Antwort bin ich Ihnen sehr dankbar!

Sehr geehrter Fragesteller,
zunächst möchte ich Ihnen mein Mitgefühl ausdrücken.

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Ich habe bereits Schmuck und eine Golfausrüstung an die Söhne gegeben. Wie bewerte ich sie, da ich ja nicht mehr im Besitz der Gegenstände bin? Diese Gegenstände sind vollständig zu bewerten und anschließend vom Pflichtteil desjenigen abzuziehen, der die Sache erhalten hat.

2. Wir hatten zwei Autos, mein Mann war Eigentümer lt. Kfz.-Brief, aber sie wurden von uns zusammen angeschafft (u.a. indem er Aktien von mir aus seinem Depot verkaufte, um einen Wagen zu finanzieren), wo aber die Kausalität schwer nachzuweisen ist.... die Fahrzeuge sind zwischenzeitlich verkauft, da ich momentan nicht in der Lage bin, Auto zu fahren. Muss ich nun den vollen Verkaufserlös oder nur die Hälfte in Ansatz bringen? Ich gehe davon aus, dass Sie Miteigentümerin der Fahrzeuge gewesen sind. Daher sind diese mit der Hälfte des Verkaufserlöses anzusetzen.

3. Die Wohnung, in der wir wohnten, war zu viel zu groß und in einem Ort ohne Infrastruktur. Außerdem zu teuer. Deshalb habe ich sie aufgelöst. Hierbei entstanden Umzugskosten und auch doppelte Mieten - außerdem habe ich eine Renovierungsverpflichtung (wir lebten 8 1/2 Jahre dort) - ich war auch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage in der Wohnung, in der ich meinen Mann pflegte, zu bleiben. Kann ich die Kosten in das Verzeichnis mit aufnehmen? Die Kosten können Sie zu 50 % ansetzen, soweit diese aufgrund des Sterbefalls entstanden. Daher können Sie hier die Renovierungskosten ansetzen. Die Umzugskosten aber nicht, da diese aufgrund Ihres Umzugswunsches entstanden sind.

4. Es gab ein Mietkautionskonto. Fließt es in das Verzeichnis mit ein und wenn ja in welcher Höhe? Bis dato wurde keine Abrechnung durch den Vermieter durchgeführt, es fehlt auch noch die Nebenkostenabrechnung für 2013. Diese Forderung ist mit 50 % anzurechnen.

5. Die Bestattung und die Abschiedsfeier fanden 800 km von unserem Wohnort entfernt statt. Die Kosten der Bestattung und Abschiedsfeier sowie die Fahrtkosten für mich und Hotel wurden von mir getragen.....darf ich alle Kosten des Aufenthaltes (auch Taxi, Verpflegung am Bestattungsort) mit aufnehmen? Diese Kosten sind Nachlassverbindlichkeiten, soweit Sie üblich sind. Hiervon gehe ich aus, so dass Sie diese aufnehmen können.

6. Wir müssen Steuern nachzahlen....allerdings wurden Vorauszahlungen geleistet, die nachweislich nur von meinem Konto gezahlt wurden. Welche Steuerschuld muss aufgenommen werden? Mit oder ohne Anrechnung der Vorauszahlung? Die Steuererklärung wurde vom Steuerberater bereits erstellt. Gehen die Steuerberatungskosten auch ins Verzeichnis? Die Kosten des Steuerberaters sind auch Verbindlichkeiten des Nachlasses, so dass diese in das Verzeichnis aufgenommen werden sollten. Die Steuerschuld verringert sich durch die Vorauszahlungen. Wurde diese Vorauszahlung auch für Ihr Ehemann erbracht, so sind die Vorauszahlungen von der Schuld komplett abzuziehen. Wurden die Vorauszahlungen nur für Sie wirksam, mindern diese nicht die Schuld.

Andere Schulden sollten Sie auch in die Aufstellung einbringen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 09.06.2014 | 13:26

Vielen Dank für die schnelle und kompetente Beantwortung.

Mir ist folgendes unklar:

zu 1: "Diese Gegenstände sind vollständig zu bewerten" ...

Heißt das zum Neu- oder Zeitwert?

zu 3: "Die Kosten können Sie zu 50 % ansetzen, soweit diese aufgrund des Sterbefalls entstanden". Daher können Sie die Renovierungskosten ansetzen"....

Heißt das, dass ich die Renovierungskosten in voller Höhe oder nur 50 % ansetzen kann?

Was ist mit den doppelten Mieten? Sind sie "wegen des Sterbefalls" entstanden und voll oder zu 50 % anzusetzen?

zu 4(1): Versehentlich habe ich 4. zweimal vergeben.....deshalb steht die Beantwortung des Punktes 4 (1) hinsichtlich Bewertung des Hausrates noch aus ...

zu 4 (2): "Die Forderung ist mit 50 % anzusetzen"....

Wie verhält es sich mit einer ggf. Nebenkosten-Nachzahlung für 2013? Ist diese ggf. Verbindlichkeit auch mit 50 % anzusetzen?

Vielen herzlichen Dank im voraus für die Beantwortung.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.06.2014 | 15:17

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten: Es ist stets der Zeitwert anzusetzen. Die Renovierungskosten können Sie nur zu 50 % ansetzen, da diese zur Hälfte aufgrund Ihrer Nutzung entstanden sind. Die doppelten Mieten sind aufgrund Ihres Umzugswunsch entstanden und somit nicht ansetzbar. Den Hausrat können Sie pauschal schätzten. Dieser ist nur mit 50 % anzusetzen, wenn diese Ihnen und Ihrem Ehemann gemeinsam gehörte. Alle Verbindlichkeiten, die sowohl aufgrund Ihres Lebenswandels, wie auch Ihres Ehemanns entstanden sind, können Sie mit 50 % ansetzen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.
Mit freundlichen Grüßen

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