Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Erstattung von Mehrkosten für eine Hotelbuchung

| 06.09.2013 19:01 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tamás Asthoff


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Hotelunterbringung für eine Urlaubsreise bei einem Reiseveranstalter gebucht. Flugtickets und Transfer vom Flughafen zum Hotel waren separat gekauft.
Zwei Arbeitstage (drei Kalendertage) vor dem Reiseeintritt hat mich der Veranstalter über die Überbuchung des Hotels informiert und ein Alternativhotel angeboten. Da ich ursprünglich ein Apartment mit drei separaten Zimmern gebucht habe und der Veranstalter im Alternativhotel ein Familienzimmer in Aussicht gestellt hat, habe ich das Angebot abgelehnt, gleichzeitig aber darauf hingewiesen, dass ich das Angebot annehmen werde, wenn die Unterbringung in einem vergleichbaren Appartement erfolgen kann. Nach fruchtlosem Ablauf der von mir gesetzten Frist habe ich meinen Rücktritt vom Vertrag nach BGB §651a erklärt.

Danach habe ich eine andere Reise in der gleichen Urlaubsregion gebucht. Nach meinem Verständnis sind beider Reisen vergleichbar:

Gebuchte Unterbringung: 3-Sterne Hotel mit Halbpansion und Unterbringung in einem Apartment mit zwei Schlaf- und einem Wohnzimmer. Entfernung vom Strand ca. 200m

Last-Minute Unterbringung: 3-Sterne Hotel mit Halbpansion und Unterbringung in einem Apartment mit einem Schlaf- und einem Wohnzimmer. Entfernung vom Strand ca. 300m

Die Kosten für die Last-Minute Unterbringung sind ca. 5% hoher als für die Gebuchte. Außerdem sind die Transferkosten vom Flughafen zum Hotel etwa doppelt so hoch wie bei der ursprünglich gebuchten Unterbringung, da die Entfernung entsprechen größer ist.

Die ursprüngliche Unterbringung wurde außerdem über eine Vermittlerseite im Internet
gebucht, die eine Gutschrift für die nächste Buchung in Aussicht gestellt hat. Diese Gutschrift kam jedoch nicht zustande, da die Buchung storniert wurde.

Ich habe jetzt vor, folgende Kosten vom Veranstalter zurückzuverlangen:
1. Preisdifferenz für Hotelunterbringung
2. Preisdifferenz für Transferkosten (Belege des Taxiunternehmens sowie Auskunft über die Kosten für die ursprüngliche Strecke liegen vor)
3. Wert der entgangenen Gutschrift
4. 40% (Frankfurter Tabelle) der ursprünglich gebuchten Unterbringung für abweichende Unterbringung (ursprünglich 2 Schlaf- und ein Wohnzimmer, Last-Minute ein Schlaf- und ein Wohnzimmer). Ein Apartment mit ursprünglicher Ausstattung war in der Zielregion nicht auffindbar. Ein Wechsel der Zielregion war wegen separatem Flugticketkauf nicht möglich.

Könnten Sie mir eine Einschätzung geben, welche Aussichten ich im Falle eines Rechtsstreits haben könnte?

Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für die gestellte Frage.

Storniert ein Hotel oder ein Reiseveranstalter ohne eine vertragliche Vereinbarung die Buchung, so muss es, wenn der Grund für die Stornierung auf seinem Verschulden (z.B. Überbuchung, Fehlplanung u.s.w.) beruht, Schadensersatz leisten. DIes ist nach § 325 BGB auch neben dem Rücktritt möglich:

"Das Recht, bei einem gegenseitigen Vertrag Schadensersatz zu verlangen, wird durch den Rücktritt nicht ausgeschlossen."

Zu ersetzen können demnach zum Beispiel Ihre Mehrkosten sein, die durch die Buchung eines gleichwertigen, aber teureren Hotels in der Umgebung antstehen,zusätzliche Reisekosten und weitere Kosten durch Einholung neuer Angebote usw.

Es sind also eine Reihe von Schadenersatzansprüchen durchsetzbar.

Ohne weiteres gilt dies für die Preisdifferenz für die neue Hotelunterbringung.
Unproblematisch ist die Preisdifferenz für Transferkosten,soweit diese im Einzelnen belegbar sind,zu ersetzen. Hier liegt die Beweislast bei Ihnen.Der Wert der entgangenen Gutschrift dürfte als entgangener materieller Vorteil ebenfalls ersatzfähig sein.Ob jedoch 40% Minderung wegend des neuen Zimmers durchsetzbar sind, sehe ich kritisch. Dies hängt vom Einzelfall ab; die Tabelle ist nur ein Orientierungspunkt. Berechnungsfaktor ist vor allem die Differenz in der Zimmergrösse, Ausstattung etc. Ggf.müsses Sie sich auch Vorteile anrechnen lassen.

Die Aussichten in einem Rechtsstreit sind tendenziell positiv, da die Gerichte im Grossen und Ganzen doch sehr verbraucherfreundlich urteilen. Im Einzelnen müsste dies jedoch anhand der Unterlagen geprüft werden.

Mit freundlichen Grüßen aus Bielefeld
T.Asthoff

Bewertung des Fragestellers 09.09.2013 | 19:05

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 09.09.2013 4,4/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69224 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr nette kompetente Anwältin Rasche Antwort Jederzeit wieder und sehr zu empfehlen. Danke für Ihre Hilfe ...
FRAGESTELLER
4,4/5,0
Schnelle Rückmeldungen, ich hoffe, die Hinweise bestätigen sich in der Praxis. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort war prägnant, mit Gesetzestexten bzw. Urteilen unterlegt und sehr verständlich. Uns wurde bei der Entscheidungsfindung über die weitere Vorgehensweise damit sehr geholfen. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER