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Erstattung Ticket Fährfahrt Moby Lines (Italien) - Covid19 bedingte Stornierung

| 09.01.2021 08:46 |
Preis: 40,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


12:36

Ich habe im Herbst 2019 eine Schiff-Fährfahrt von Genua (Italien) nach Bastia (Frankreich) gebucht für 2020 (Hinfahrt und Rückfahrt im Frühjahr 2020). Die Fahrt wurde von Seiten des Betreibers Moby Lines wegen Covid 19 abgesagt. Es wurde ein Gutschein als Ersatz angeboten, der bis Ende 2021 gültig ist. Eine Anfrage bei der deutschen Moby Lines Agentur hat ergeben, dass die Gutscheine nach Ende 2021 verfallen. Eine Erstattung in Euro erfolgt nicht. Ich werde aber in 2021 keine Fahrt mit Moby Lines machen und daher ist der Gutschein für mich nicht relevant. Außerdem wurde mir mitgeteilt, dass italienisches Recht gelten würde und dass daher eine Erstattung nicht möglich ist - nur die Ausstellung eines Gutscheins. Daraufhin habe ich Moby Lines in Italien direkt per E-Mail angeschrieben und um Überweisung der Ticketkosten gebeten. Trotz wiederholter Anfrage habe ich weder eine Antwort noch eine Überweisung der italienischen Firma erhalten.

Wie kann ich die Erstattung der Ticketkosten (ca. 500 Euro) bitte erreichen?

09.01.2021 | 10:12

Antwort

von


(325)
Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
Tel: 0611-13753371
Web: http://deutschland-schulden.de
E-Mail:

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

aufgrund von Artikel 18 der Verordnung Nr. 1177/2010 des europäischen Parlaments und des Rates vom 24. November 2010 über die Fahrgastrechte im See- und Binnenschiffsverkehr und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 2006/2004 steht Ihnen grundsätzlich die Erstattung des Fahrtpreises zu.


Zitat:
Artikel 18 - Anderweitige Beförderung und Fahrpreiserstattung bei annullierten oder verspäteten Abfahrten
(1) Muss ein Beförderer vernünftigerweise davon ausgehen, dass die Abfahrt eines Personenverkehrsdienstes von einem Hafenterminal annulliert wird oder sich um mehr als 90 Minuten verzögert, so bietet er den Fahrgästen unverzüglich Folgendes zur Auswahl:
a) zum frühestmöglichen Zeitpunkt und ohne Aufpreis anderweitige Beförderung zum im Beförderungsvertrag festgelegten Endziel unter vergleichbaren Bedingungen;
b) Erstattung des Fahrpreises und gegebenenfalls zum frühestmöglichen Zeitpunkt kostenlose Rückfahrt zum im Beförderungsvertrag festgelegten Abfahrtsort.
(2) Wird die Abfahrt eines Personenverkehrsdienstes von einem Hafen annulliert oder verzögert sie sich um mehr als 90 Minuten, so haben die Fahrgäste Anspruch auf eine solche anderweitige Beförderung oder Erstattung des Fahrpreises durch den Beförderer.
(3) Die in Absatz 1 Buchstabe b und Absatz 2 vorgesehene Erstattung des vollen Fahrpreises in der entrichteten Höhe für den Teil oder die Teile der Fahrt, die nicht durchgeführt wurden, sowie für bereits durchgeführte Teile, falls die Fahrt im Hinblick auf die ursprünglichen Reisepläne des Fahrgastes zwecklos geworden ist, erfolgt binnen sieben Tagen durch Barzahlung, elektronische Überweisung, Gutschrift oder Scheck. Mit Zustimmung des Fahrgasts kann die Erstattung des vollen Fahrpreises auch in Form von Gutscheinen und/oder anderen Dienstleistungen erfolgen, deren Wert der Höhe des entrichteten Preises entspricht, sofern deren Bedingungen, insbesondere bezüglich des Gültigkeitszeitraums und des Zielorts, flexibel sind.


Eine Ausnahme gäbe es nur bei ausdrücklicher Zustimmung Ihrerseits, dabei kann nicht einfach auf eine Regelung in den AGB verwiesen werden. Dass es hier eine anderweitige nur für Italien gültige Gutscheinlösung gäbe kann ich nicht erkennen, zudem würde diese gegen europäisches Recht verstoßen. In Deutschland wurde ja grade deswegen von Fluggutscheinen oder anderen Reisegutscheinen abgesehen. Im Zweifel wäre dann auch EU-Recht vorrangig.

Da sich das Internetangebot von Moby Lines mit einer deutschsprachigen Homepage auch ganz klar an deutsche Verbraucher richtet können Sie nach der Verordnung der Europäischen Gemeinschaft Nr. 44/2001 (EG) auch in Deutschland Klage erheben, auch wenn der Unternehmer seinen Sitz in einem anderen EU-Mitgliedsstaat hat.

Sie sollten das Unternehmen nochmals auf diese beiden Punkte hinweisen, wenn dann keine Zahlung erfolgt können Sie entweder einen Anwalt vor Ort einschalten oder versuchen Ihren Rückzahlungsanspruch zu verkaufen. Für Flugreisen gibt es solche Spezialisten bereits, eventuell bietet hier der eine oder andere auch den Aufkauf von Ansprüchen aus Fährfahrten an.

Ich hoffe Ihre Frage damit zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch ein schönes Wochenende und ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke



Rückfrage vom Fragesteller 13.02.2021 | 12:06

Herzlichen Dank für Ihre Antwort. Die deutsche Vertriebsgesellschaft hat geschrieben, dass die italienische Regierung erlaubt hat in Krisenzeiten diese Art der Regulierung durchzuführen (nur Gutschein mit maximaler Dauer bis 2021 und keine entgeltliche Erstattung) und dass hier nationales Recht über EU Recht stehen würde. Kann das sein, dass nationales Recht über EU Recht steht?

Wenn Sie Erfolgsaussichten sehen, würden Sie dieses Mandat übernehmen zu einem Festpreis oder kennen Sie jemanden der das übernehmen würde? Portale wie Fairplane bearbeiten keine Fährtickets.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 13.02.2021 | 12:36

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

aufgrund der räumlichen Entfernung sollten Sie einen Anwalt vor Ort einschalten, im Falle einer mündlichen Verhandlung gäbe es ansonsten keine Erstattung der Reisekosten bzw. ist spätestens dann ein Korrespondenzanwalt nötig.

Wie bereits geschrieben steht das EU-Recht über dem jeweiligen Recht der Mitgliedstaaten, zumindest wenn es hier (wie im Falle des Schiffverkehrs) bereits eine einschlägige Regelung gibt. Da es diese bei Theatertickets und Konzerten z.B. nicht gibt konnten hier die jeweiligen Mitgliedstaaten dann auch eigene Regelungen treffen. Davon abgesehen ist die Regelung insofern nicht zumutbar da es auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Ausfällen und Einschränkungen geben wird.

Sie sollten sich am Besten noch bei der örtlichen Verbraucherzentrale erkundigen ob es dort vielleicht eine Anwaltsempfehlung für Ihren Wohnort gibt.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke

Bewertung des Fragestellers 13.02.2021 | 11:58

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